Konfliktmanagement Test

Wenn Konflikte zwischen Mitarbeitern eskalieren, kann das ein Unternehmen lahm legen. Wo umgekehrt gar nicht gestritten wird, reden die Kollegen möglicherweise nicht mehr genug miteinander. Damit Konflikte möglichst konstruktiv ausgetragen werden, spendiert der Chef Führungskräften, Projekt- und Teamleitern immer öfter Kurse zum Konfliktmanagement. Sieben solcher Kurse hat Finanztest geprüft. Sie dauerten zwei bis vier Tage und kosteten 1 100 bis 2 200 Euro. Das Ergebnis: Vier Kurse sind gut, einer befriedigend und zwei lassen sich nicht benoten.

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Billiger bei Volkshochschulen

Es geht auch billiger. Bei Volkshochschulen sowie Industrie- und Handelskammern ist Konfliktmanagement für einen Bruchteil des Preises privater Anbieter zu haben. Finanztest hat sich als Beispiel einen Kurs bei der Berliner Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg angeschaut. Die Qualität des Kurses dort war akzeptabel und der Preis lag bei gerade mal 50 Euro. Wenn der Chef nicht zahlt, ist ein solcher Kurs eine bezahlbare Alternative.

Unterricht wie in der Schule

Beim Test der privaten Anbieter besuchten jeweils drei verschiedene Tester jedes Kursangebot. Dabei bekam der Unterricht fast überall gute Noten. Ausnahme: Das Unilog Integrata Trainings-Angebot war nur befriedigend. Zusätzlich zum Konfliktmanagement sollte dort auch Motivation noch Thema sein. Die Folge: Viel Theorie und entsprechend wenig Zeit für praktische Übungen. Einer der Unilog-Trainer ließ die Teilnehmer außerdem laut vorlesen und fragte Wissen ab wie in altertümlichem Schulunterricht.

Viel Praxis bei guten Kursen

Am besten gefielen den Testern die Seminare von Creativ Communication Consult (CCC) und Deutsche Telekom Training. Mit Rollenspielen oder der Analyse von Filmszenen stellten die Dozenten die Verbindung von der Theorie zur Praxis her. Ärgerlich bei CCC: Die Trainer nervten mit reichlich Werbung für einen Folgekurs. Für den getesten Kurs allein gabs nicht einmal ein Teilnahmezertifikat.

Eingehen auf Teilnehmer

Stark bei manchen Anbietern: Schon vor dem Seminar verschickten Anbieter wie etwa IIR Deutschland einen Fragebogen, in dem Teilnehmer ihre Erwartungen formulieren konnten. Entsprechend gut ging der Trainer im Seminar auf die Bedürfnisse der Teilnehmer ein. Dafür war die Anleitung zu den Übungen nicht immer überzeugend.

Außer Konkurrenz

Zwei Seminare entzogen sich dem Vergleich, so dass keine Qualitätsurteile möglich waren. Beim Gabler Management Institut fiel der dritte Kurs aus, den ein Tester besuchen sollte. Die „Gewinnende Konfliktlösung I“ von „Die Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft“ unterschied sich zu sehr von den übrigen Kursen: Theorie spielt dort nur eine geringe Rolle. Im Vordergrund steht verhaltensorientiertes Training. Die Qualität des Seminars und der Nutzen der praktischen Übungen war allerdings trotzdem hoch.

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