Konfliktmanagement Test

Stress mit dem Chef, Konter von Kollegen, Tyrannei im Team: Konflikte lauern überall. Reden hilft. Auch im Büro. Streithähne können das lernen. Zum Beispiel in Konfliktmanagement-Kursen. Die Stiftung Warentest hat elf Trainings untersucht. test.de zeigt die besten Kurse und gibt Tipps zum Streiten.

Privat teuer, an der VHS günstig

Gemobbt, übergangen, missverstanden – Gründe für Konflikte im Job gibt es zuhauf. Werden sie nicht zügig gelöst, ist Stress programmiert. Null Motivation statt 100 Prozent Arbeitskraft. Im schlimmsten Fall hat der Mitarbeiter innerlich schon längst gekündigt. Damit es nicht so weit kommt, halten die Firmen dagegen. Sie schicken Fach- und Führungskräfte in Kurse für Konfliktmanagement. Die zwei- bis dreitägigen Seminare der Privatanbieter kosten bis zu 1 650 Euro. Selbstzahler verschlägt es meist in die Volkshochschulen (VHS). Hier gibt es Kurse schon für knapp 50 Euro.

Zwei Spitzenreiter

Billiger ist nicht gleich schlechter. Im Test von elf Konfliktmanagement-Kursen machen ein sehr günstiges und ein sehr teures Seminar das Rennen. Das zweitägige Seminar an der Volkshochschule Düsseldorf gibt es schon für 70 Euro, der dreitägige Kurs der Deutsche Telekom Training kostet stattliche 1 642 Euro. Auf dessen Qualität ist Verlass: Schon im Vortest 2004 war dieser Kurs unter den Siegern.

Grau ist alle Theorie

Wie entsteht ein Konflikt und wie entwickelt er sich? Nur wer das weiß, wählt die richtigen Strategien, um den Streit aus der Welt zu schaffen. Die theoretischen Grundlagen waren deshalb ein wichtiger Prüfpunkt im Test. Doch das allein reicht nicht. Kein Teilnehmer lernt etwas durch Frontalunterricht. Praktische Übungen und Rollenspiele gehören dazu. Prinzip: Nur wer miteinander redet, löst auch den Konflikt. Bei der Deutsche Telekom Training übten die Teilnehmer Gesprächstechniken in Fallbeispielen. An der VHS Düsseldorf gab es sogar Videoanalysen.

Unpassende Übungen

Nicht alle Kurse funktionierten im Test so gut. Praxiselemente wurden teilweise vernachlässigt oder waren nicht geeignet. Beispiel: Das zweitägige Training an der VHS Berlin Treptow-Köpenick. Hier kam die Konfliktdiagnose zu kurz. Stattdessen gab es übertrieben viele Übungen zur Körpersprache. Im Kurs des privaten Anbieters MTO Consulting wurden Streitgespräche zu wenig geübt.

Kunde im Nachteil

In puncto allgemeine Geschäftsbedingungen sind die Volkshochschulen durch die Bank schlecht. Alle fünf getesteten Volkshochschulen benachteiligen ihre Kunden. Das haben sie allerdings mit drei der sechs privaten Anbieter gemein. Einige behalten sich das Recht vor, den Kurs abzusagen, ohne sachliche Gründe zu nennen. Das ist rechtlich unwirksam.

Test: Konfliktmanagement-Kurse aus dem Jahr 2004

Dieser Artikel ist hilfreich. 914 Nutzer finden das hilfreich.