Strenge Tests: Dehnen bis zum Gehtnichtmehr

Kondome Test

Präservative werden harten Ma­terialkontrollen unterworfen: Lochtest mit Elektrolytlösung, Bersttest mit 18 Litern Luft.

Da Kondome neben Empfängnisverhütung vor allem dem Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten dienen – Aids, Hepatitis B, Gonorrhoe (Tripper; „Honey moon disease“), Chlamydieninfektionen oder Syphilis –, werden sie als Medizinprodukte eingestuft und strengen Tests unterworfen. Zurzeit gilt neben einer neuen ISO-Norm, die Ende August kommenden Jahres allein verbindlich wird, noch die Europäische Norm (EN 600), nach der wir geprüft haben. Nach der ISO-Norm sind klinische Studien erforderlich, wenn Kondome als besonders beanspruchbar beworben werden. Nur in der Schweiz gelten beim Materialtest noch strengere Bestimmungen. Die Schweizer stellen keine Präservative her, sondern importieren sie ausschließlich. Die Materialtests an Latexkondomen sind aber auch hierzulande nicht von Pap­pe, so beim Berstversuch durch Aufblasen: Das Füllvolumen muss mindestens 18 Liter betragen, bevor das Präservativ platzt. Bei 200 Kondomen sind bis zu 7 Versager zulässig. Der Lochtest spürt Löcher, Po­ren, sonstige Schwachstellen auf: unter geringer Dehnbelastung von 300 Milliliter Elektrolytlösung. Im Tauchbad fließt bei Defekten Strom und eine Lampe leuchtet rot auf. Bei 315 Kondo­men werden 2 Fehler ak­zeptiert. Die Zugeigenschaften haben wir auch nach künstlicher Alterung durch Wärme ge­prüft. Die Dehnbarkeit muss mindestens 700 Prozent betragen.

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