Kondome Test

Kondome schützen. Vor Schwangerschaft und vor allem vor AIDS. Alternativen zum Schutz vor HIV und anderen Infektionskrankheiten gibt es nicht. Dennoch verunsicherte vor wenigen Wochen eine Nachricht Kondombenutzer: Pariser enthalten krebserzeugende Stoffe. Das stimmt. Aber die Menge ist wesentlich geringer als erwartet. Stiftung Warentest hat 26 Kondome getestet. Ergebnis: Präservative sind sicherer als je zuvor. Von 14 000 getesteten Kondomen hatte nur ein einziges ein Loch. Wer Präservative benutzt, geht auf Nummer sicher.

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Jeder braucht Kondome

Wer keine feste Beziehung hat und häufiger den Partner wechselt, kommt am Gebrauch von Kondomen nicht vorbei. Männer und Frauen müssen sich vor Aids schützen. Unter Schwulen ist nach wie vor die Gefahr, sich mit der Immunkrankheit zu infizieren, besonders hoch. Wie das Berliner Robert-Koch-Institut mitteilt, ist unter homosexuellen Männern die Zahl der Aids-Infektionen wieder gestiegen. In Deutschland gab es sogar 2 000 Neuinfektionen im Jahr: der höchste Stand seit zehn Jahren.

Aufregung über Nitrosamine

Seit Jahren versuchen Bundesregierung, Aids-Hilfe und andere Institutionen durch Aufklärungsaktionen gerade auch Jugendlichen klar zu machen, dass sie beim Sex konsequent Kondome benutzen sollen. Ein Dämpfer für diese Aufklärungsversuche folgte Ende Mai. Durch die Medien ging die Meldung, dass Kondome in bisher nicht gekannter Menge krebserzeugende Stoffe enthalten. Das hatte das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart festgestellt. Die Kondommarken nennt das Amt nicht. Die Krebs erregenden Stoffe sind Nitrosamine. Weil die Hersteller Kondome während der Produktion auch vulkanisieren, um das Latex halt- und belastbarer zu machen, bilden sich N-Nitrosamine.

Keine Krebsgefahr

Stiftung Warentest hat beim Test die Kondome auf Nitrosamine untersucht. Die schlechte Nachricht: Die Prüfer haben in manchen Präservativen den krebserzeugenden Stoff gefunden. Die gute Nachricht: Die Mengen waren meist sehr gering oder fast nicht nachweisbar. Sie liegen meist unterhalb der Höchstgrenze, die für Baby-Schnuller gilt. Die Menge an Nitrosaminen, die ein Kondom übertragen kann, sind vermutlich vieltausendfach geringer als die Menge, die Menschen beim Essen zu sich nehmen. Fazit: Die Vorteile von Kondomen überwiegen die vermeintlichen Risiken bei weitem. Die Hersteller sollten versuchen, den Nitrosamingehalt auf ein Minimum zu senken. Ebenso sollte die Aufsichtsbehörde einen Grenzwert festlegen.

Kondome sind sicher

Die entscheidende Frage bei Kondomen ist: Hält das Gummi oder nicht? Der Test gibt eine eindeutige Antwort: Kondome sind sicher. Bis auf eine Ausnahme haben alle Marken in puncto Sicherheit ein „Gut“ bekommen. Und dafür müssen die Präservative eine harte Prüfung bestehen: Etwa im Bersttest bläst die Maschine mindestens 18 Liter Luft in die Präservative. Nur sieben von 200 Kondomen dürfen platzen. Ein nahezu optimales Ergebnis aller Prüfungen: Nur ein Kondom von insgesamt 14 000 hatte ein Loch. Das beste Ergebnis von allen sechs Kondom-Tests, die die Stiftung Warentest bisher durchgeführt hat.

Sicherer als sicher

Manche Hersteller kennzeichnen ihre Kondome mit „extra reißfest“, „extra stark“ oder „x-tra strong“. Das klingt zum einen, als wären sie sicherer als Standardpräservative. Doch ob die Extrastarken besonders fest und beanspruchbar sind, müssen Hersteller laut ISO-Norm durch klinische Prüfungen belegen. Tun sie das nicht, müssen sie sogar darauf hinweisen, dass ihre Kondome den Standardpräservativen nicht überlegen sind. Das durex Ultra Strong bestand im Test übrigens die erhöhten Anforderungen der Norm bei den Zugeigenschaften nicht: Qualitätsurteil „Mangelhaft“.

Eingeschränkter Verkehr

Zum anderen vermitteln Aufschriften wie „extra stark“ den Eindruck, als seien sie besonders für homosexuelle Praktiken geeignet. Laut Aids-Hilfe benutzen viele Homosexuelle Pariser mit der üblichen Membranstärke. Zudem schränken die meisten Hersteller von Extra-Kondomen den Gebrauch auf bestimmte Sexualpraktiken ein: Auf der Verpackung steht der Hinweis, dass auch diese Präservative nur für Vaginalverkehr geeignet sind.

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