Streit­punkte: Ihr Recht als Kunde

Im Laufe eines Zwei­jahres­vertrags kommt es immer mal wieder zu Streit. Die Kunden, die sich mit ihrem Telefon- und Internetanbieter zoffen, sollten ihre Rechte kennen.

Umzug

Zieht ein Kunde während der 24-monatigen Vertrags­lauf­zeit um, gibt ihm das noch nicht die Möglich­keit den Anbieter zu wechseln. Ein Umzug recht­fertigt nach derzeit über­wiegender Auffassung der Gerichte keine außer­ordentliche Kündigung.
Ein Umzug wird vor allem dann zum Problem, wenn der bisherige Anbieter am neuen Wohn­ort keine DSL-Leitung mehr zur Verfügung stellen kann. Das trifft etwa Kunden von Anbietern mit nur regionalem Verbreitungs­gebiet. Zieht ein Kunde des Anbieters M-net (Verbreitungs­biet Bayern) nach Berlin, lässt M-net ihn „aus Kulanz“ zwar aus dem Vertrag, aber nur gegen eine Zahlung von 15 Euro pro Monat der restlichen Lauf­zeit. Netcologne (Köln/Bonn) berechnet bei Wegzug einmalig bis zu 99,90 Euro. Die Firma htp (Hannover) hingehen verzichtet in solchen Fällen auf eine Gebühr.
Das Problem kann auch die Kunden der großen über­regionalen Anbieter treffen, wenn sie etwa aufs Land ziehen. Nur Alice lässt Kunden dann kostenfrei aussteigen. 1&1 verlangt einmalig 69,99 Euro. Vodafone und Telekom wollen dem Kunden alternative Angebote machen.
Ist am neuen Wohn­ort ein DSL-Anschluss der bisherigen Firma möglich, gehen Telekom und Vodafone von einem neuen Vertrag mit neuer Mindest­vertrags­lauf­zeit von wieder zwei Jahren aus. Gegen diese Praxis bei Vodafone geht derzeit der Verbraucherzentrale Bundes­verband gericht­lich vor.

Daten­rate

Liegt die in Aussicht gestellte Über­tragungs­rate erheblich unter der tatsäch­lichen, hat ein Kunde nach Ansicht einiger Gerichte ein außer­ordentliches Kündigungs­recht (Amts­gericht Fürth, Az. 340 C 3088/08 und Amts­gericht Montabaur, Az. 15 C 268/08). Die Firma 1&1 hat inzwischen die „Leistungs­garantie“ einge­führt: Kunden dürfen kündigen, wenn die Downloadrate 50 Prozent unter dem Versprochenen liegt. Telekom-Kunden können vom Paket mit DSL-16 000 zurück­treten, wenn sich heraus­stellt, dass die Downloadrate weniger als 6 304 Kbit/s beträgt. Bei Vodafone können Kunden kündigen, wenn die Rate 6 145 Kbit/s unter­schreitet. Alice will selbst bei nied­rigsten Daten­raten keine Zugeständ­nisse machen.

Reklamation

Kunden müssen mangelhafte Ware oder eine gestörte DSL-Leitung ohne Gebühren reklamieren können. Die kostenfreien Telefon­nummern für solche Reklamationen sind auf den Internet­seiten der Anbieter aber nur schwer zu finden. Wir nennen sie in der Tabelle.

Schaden

Klappt der Wechsel nicht und haben Kunden deswegen weder Telefon noch Internet, können sie nur dann Schaden­ersatz bekommen, wenn ihnen finanzielle Einbußen entstanden sind. So stünde etwa Geschäfts­leuten Ersatz zu, wenn mangels Erreich­barkeit Aufträge ausgeblieben sind.

Dieser Artikel ist hilfreich. 950 Nutzer finden das hilfreich.