Kompaktanlage von Lidl Schnelltest

Eine „Designanlage“ mit CD-Spieler und Radio bietet Lidl diese Woche an. In dem rund 80 Euro teuren Gerät ist als besonderes Schmankerl eine iPod-Docking-Station eingebaut. test.de prüft im Schnelltest, ob sich der Kauf lohnt.

Mittelmäßige Klangqualität

Noch bevor eine CD eingelegt ist, schrammelt die Kompaktanlage von Lidl schon los: Die Abdeckung des vertikalen CD-Spielers schabt beim Öffnen und Schließen hörbar. Wichtiger ist das Klangerlebnis: Es ist mäßig, bewegt sich aber im Rahmen dessen, was Musikfreunde in dieser Preisklasse erwarten dürfen. Der Frequenzgang wirkt unausgeglichen und gerade bei großer Lautstärke fallen die Bässe ab. Fürs nicht zu große Wohnzimmer reicht die ohne Klangverluste maximal mögliche Beschallung aber locker. Positiv: Es lassen sich auch höherwertige Boxen an die Anlage klemmen. Das sollte das Hörerlebnis verbessern.

iPod dockt problemlos an

Erfreulich: Die iPod-Docking-Station lässt sich vollständig einklappen. Ein angeschlossener iPod sitzt fest auf dem Sockel. Modelle der ersten bis vierten iPod-Generation lassen sich an das Gerät andocken. Praktisch: Über die Fernbedienung der Anlage kann der Musikfan vom Sofa aus durchs Menu steuern. Die Handhabung ist dabei zwar zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber einwandfrei. Bei vielen Titeln macht sich der fehlende Nummernblock auf der Fernbedienung bemerkbar: Die Auswahl kann lästig sein.

Das Auge hört mit

Ansprechend ist das Aussehen der Kompaktanlage - hier verspricht Lidl mit einer „Designanlage“ nicht zu viel. Die Lautsprecher können entsprechend der Kabellänge bis zu anderthalb Meter entfernt im Raum platziert werden. Links und rechts neben der Anlage geben sie jedoch auch ein gutes Bild ab, da sie im Verbund eine einheitliche schwarze Front bilden. Etwas schwach ist nur das Design des Displays, gerade wenn zum Vergleich ein iPod mit hochauflösender Anzeige angedockt ist.

Hunger nach Strom

Ist die Anlage eingeschaltet und beschallt den Raum, ist ihr Stromverbrauch in Ordnung. Negativ fällt aber der Standby-Zustand auf: Satte 2,7 Watt zieht das Gerät aus der Leitung - immerhin weniger als der Hersteller angibt, aber mehr als die EU ab 2010 erlaubt. Zwar gibt es auf der Rückseite einen Netzschalter, der den Verbrauch vollständig stoppt. Doch der ist nicht ohne weiteres nutzbar: Die Anlage „vergisst“ im ausgeschalteten Zustand die Uhrzeit. Abhilfe schaffen zwei zusätzliche Batterien: Mitgeliefert werden nur zwei, „Gedächtnis“ und Fernbedienung benötigen aber insgesamt vier Batterien.

Sparsames Tastenfeld

Das Gerät lässt sich leicht bedienen: Ein Blick in das Handbuch ist fast nicht nötig. Die zwölf Tasten an der Anlage sind angenehm auf zwei Leisten am Rand verteilt. Auf der Fernbedienung sind einige Tasten doppelt belegt, so dass sie nicht immer schnell zu erkennen sind. Das Display hingegen ist gut lesbar und zeigt verständlich alle Funktionen an. Bei ID3-Tags von MP3- oder WMA-Dateien leidet die Lesbarkeit jedoch, da die Anzeige nur Platz für acht Zeichen zugleich lässt.

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