Kombi-Werkzeug von Tchibo Schnelltest

Bohren, schleifen, fräsen, bürsten und polieren: Das Multifunktionswerkzeug von Tchibo kann eigentlich alles. Voraussetzung: Die Aufgabe ist nicht zu groß. Nur für Feinarbeit ist das handliche Elektro-Werkzeug geeignet. Dafür ist mit dem passenden Aufsatz so ziemlich jede Ecke noch erreichbar. Der Preis: 19,99 Euro. Das ist angesichts der Funktionsvielfalt verdächtig billig. Aber: Aldi hats vorgemacht. Dort gabs fast genau vor einem Jahr ein ähnliches Werkzeug. Es war noch einen Euro billiger und schlug sich im Schnelltest anständig. Jetzt sollte auch das Tchibo-Werkzeug im Schnelltest zeigen, was es wirklich kann.

Auch Aldi tritt erneut an

Letzter Stand: Auch bei Aldi-Nord gibts vom kommenden Mittwoch an erneut ein Multifunktionswerkzeug für 18,99 Euro. Die technischen Daten und die Beschreibung lassen vermuten: Es handelt sich um dasselbe Werkzeug, dass im Schnelltest vor einem Jahr eine gute Figur abgab. Sicher ist das jedoch nicht. Schon kleine Änderungen in der Konstruktion können zu Einbußen bei Funktion und Stabilität führen.

Griffig und leicht

Das Konkurrenzwerkzeug von Tchibo punktet beim ersten Kontakt mit einem griffgünstigen Gehäuse und geringem Gewicht. Allerdings: Das Zubehör im Kunststoffkoffer fällt im Vergleich zum Aldi-Angebot von vergangenem Jahr dürftig aus: Bei Tchibo gibts weniger Aufsätze und kein Tischstativ. Besonders ärgerlich: Die Anleitung verspricht die Möglichkeit zu bürsten und zu entrosten. Das geht beides auch, aber nur mit Extra-Zubehör, wie es in Baumärkten und Fachgeschäften zu finden ist. Anders als bei Aldi seinerzeit sind keine passenden Aufsätze im Koffer. Noch ein Plus für Aldi: Fliesenschneiden war ebenfalls schon mit dem mitgelieferten Zubehör möglich. Bei Tchibo fehlts auch daran.

Wenig Leistung

Schwächen zeigen sich auch bei der Arbeit mit dem Multi-Funktionswerkzeug von Tchibo: Vor allem beim Einsatz mit Trennscheibe hat der Motor zuweilen seine liebe Mühe. Beim Versuch, ein Zentimeter dickes Rohr aus knapp 2 Millimeter starkem Aluminiumblech zu schneiden, sackte die Drehzahl bereits unter mäßigem Druck deutlich ab. Beim Bohren von Buchenholz war die Einstellung der Höchstdrehzahl erforderlich, um ein Steckenbleiben des nur drei Millimeter dünnen Bohrers zu verhindern.

Zu viel Flexibilität

Besonders schlecht war das Tchibo-Werkzeug bei Verwendung der flexiblen Welle zu gebrauchen. Flexibel ist nämlich auch die Spitze der Welle. Die Spannzange mit dem Fräskopf gibt beim Druck auf das Material nach. Eine wirklich exakte Gravur gelingt so kaum. Besser gehen Gravuren ohne die flexible Welle von der Hand. In jedem Fall unangenehm allerdings: Ausgerechnet der am ehesten für feine Muster geeignete Kegelfräser ist nicht wirklich spitz und noch dazu unrund. Bei Gravurversuchen tendierte er zum Springen.

Schliff und Schnitt

Keinerlei Probleme machte das Schleifen von Holzkanten und das bündige Abschneiden von Nägeln und Schrauben. Beides klappt einwandfrei. Die einzige Einschränkung trifft alle vergleichbaren Multifunktionswerkzeuge: Kraft und Größe reichen nicht aus, um etwa einer größere Fläche Schliff zu verschaffen. Da muss schwereres Gerät her, wenn die Arbeit halbwegs zügig gehen soll. Keine Probleme im für Schnelltestzwecke verkürzten Dauertest: 60 Zyklen mit Intervallbetrieb und 30 Stunden Betriebsdauer überstanden das Gerät aus dem Tchibo-Angebot mit und ohne flexibler Welle schadlos.

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