Banken müssen bei Verbraucherkrediten auch dann den Gesamtbetrag aller Teilzahlungen angeben, wenn der Kredit zur Tilgung an eine Lebensversicherung oder einen Bausparvertrag gekoppelt ist. Fehlt der Gesamtbetrag im Kreditvertrag, kann der Kreditnehmer eine nachträgliche Herabsetzung des Zinssatzes auf 4 Prozent und eine Erstattung der zu viel gezahlten Zinsen verlangen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Grundsatzurteil zu Kombi-Krediten (Az. XI ZR 156/01).

Aus Sicht des Kreditnehmers sei es von nachrangiger Bedeutung, ob er die für die Rückzahlung erforderlichen Raten direkt an den Kreditgeber oder zunächst an eine Bausparkasse oder Versicherung zahlt, begründete der BGH die Entscheidung. Kombi-Kredite seien deshalb nicht von der Pflicht zur Gesamtkostenangabe ausgenommen.

Das Urteil gilt für Konsumentenkredite, die nach In-Kraft-Treten des Verbraucherkreditgesetzes am 1. Januar 1990 abgeschlossen wurden. Mit Kombi-Krediten wurden in der Vergangenheit oft Anteile an ­geschlossenen Immobilienfonds finanziert. Auch langfristige ­Beamten-Kredite sind häufig an Lebensversicherungen gekoppelt. Nicht betroffen sind Kredite, die durch eine Grundschuld oder Hypothek abgesichert sind.

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