Koffer und Reisetaschen im Test: Siebenmal gut, dreimal mangelhaft

Bereit für den Test: Die Koffer warten im Prüf­institut auf ihren Einsatz.

Im Koffertest der Stiftung Warentest über­stehen nur wenige Modelle alle Heraus­forderungen ohne Dellen. Geprüft haben wir sieben Hart­schalen- und sieben Weich­schalen-Koffer sowie vier Reisetaschen. Drei Koffer enthalten zu viele Schad­stoffe.

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TestKoffer und Reisetaschen im Test24.04.2021
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Koffer von 70 bis 880 Euro im Test

Bei der Planung dieses Tests hofften wir, dass im Früh­jahr Urlaub wieder möglich sein könnte. Wir waren zu opti­mistisch. Doch irgend­wann werden auch wir wieder die Koffer packen. Einst­weilen haben wir 18 große Modelle getestet, je 7 Hart- und Weich­schalen-Koffer mit vier Rollen sowie 4 zweiräd­rige Roll­reisetaschen. Die meisten fassen rund 100 Liter, genug für etwa zwei bis drei Wochen Urlaub. Die Band­breite reicht vom güns­tigen Textilkoffer für 70 Euro von Tchibo bis zum Luxus-Hart­schalenkoffer für 880 Euro von Rimowa.

Das bietet der Koffer-Test der Stiftung Warentest

  • Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen für 18 Koffer: 7 Hart­schalen, 7 Weich­schalen, 4 Roll­reisetaschen. Alle fassen rund 100 Liter, genug für zwei bis drei Wochen Urlaub.
  • Kauf­beratung. Hart­schale? Weich­schale? Oder Roll­reisetasche? Wir sagen, was sich wofür eignet und welche Modelle empfehlens­wert sind. Hier finden Sie Ihren Testsieger.
  • Tipps und Hintergrund. Wir haben die Anbieter gefragt, ob und wie lange sie Ersatz­teile wie Rollen und Griffe vorhalten. Wir erklären, warum die Schad­stoffe, die wir in einigen Koffergriffen gefunden haben, problematisch sind. Und wir geben Tipps zum Koffer­packen.
  • Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum aktuellen Testbe­richt aus 4/2021 sowie zum Test von Hand­gepäck-Koffern aus test 10/2016.

Das mussten die Koffer im Test über­stehen

Wir ließen sie auf den Boden knallen, im künst­lichen Regen stehen, über Holper­stre­cken rumpeln, wir zogen an Griffen und Riemen, lauschten dem Roll­geräusch und suchten nach Schad­stoffen. Und wir machten den Praxis­test: packen, tragen, rollen. Nur sieben Modelle haben die Prozedur gut über­standen. Drei Koffer sind mangelhaft. Sie enthalten zu hohe Mengen an Schad­stoffen.

Das Video zum Koffertest

So hat die Stiftung Warentest Hart- und Weich­schalenkoffer sowie Reisetaschen getestet.*

Harte Schale im Härtetest

Erste Heraus­forderung: der Fall­test. Wir ließen die voll beladenen Koffer aus einem Meter Höhe auf eine Stahl­platte mit PVC-Belag fallen: ein Sturz auf jede Koffer­ecke und einer auf die Unterseite mit den Rollen. Das setzte vor allem den Hart­schalen arg zu. Immerhin polterten da – je nach Modell – bis zu 32 Kilogramm Koffer­inhalt zu Boden.

Zweite Heraus­forderung: ein Laufband mit Holperleisten. Die Koffer sollen zeigen, dass ihre Rollen und Teleskopgriffe andauernde Erschütterungen aushalten. Erste Ernüchterung zwischen Kilo­meter sechs und sieben: Die ersten Weich­schalen machen schlapp, die Rollen lösen sich. Zwischen Kilo­meter sieben und acht bricht das Gehäuse dreier Hart­schalen-Koffer.

Laute Roll­koffer

Wer in touristischen Regionen wohnt, weiß: Roll­koffer können laut sein. Im Test trifft das vor allem auf die Hart­schalen zu, von denen nur einige leise sind. Ein Koffer fiel als unangenehm scheppernd auf.

Drei Koffer sind wegen erhöhter Schad­stoff­werte mangelhaft

In den Teleskopgriffen von Stratic, Titan Nonstop und Thule fanden wir poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK), die teils Krebs erregen können. Bei Stratic liegen sie über dem Grenz­wert des GS-Zeichens. Stratic teilte mit, die Griffe voraus­sicht­lich ab Mai kostenfrei zu tauschen. Kunden bekämen über service@stratic.de einen Ersatz­griff zuge­schickt. Der Koffer könne auch kostenlos einge­sandt werden.

Worauf Sie beim Kofferkauf achten sollten

  • Material. Hart­schalenkoffer schützen den Inhalt von außen besser als Weich­schalenkoffer. Sie sind meist regen­beständiger als Weich­schalen. Bei Weich­schalen erleichtert die flexible Oberfläche das Verstauen, etwa im Auto. Weich­schalen verfügen meist über praktische Außentaschen und sind oft etwas leichter. Im aktuellen Test waren Weich­schalen meist leiser als Hart­schalen.
  • Größe. Über­legen Sie vorher, wofür Sie den Koffer brauchen. Die 100-Liter Koffer im Test reichen für rund zwei bis drei Wochen Urlaub. Voll beladen sind die Großen mit 32 Kilogramm allerdings schwer zu heben. Beladen Sie den Koffer nicht voll oder wählen Sie eher einen oder zwei kleinere Koffer, wenn Sie Treppen, Gepäck­ablagen oder Kofferraumkanten einkalkulieren müssen.
  • Komfort. Hart­schalen, Weich­schalen und Roll­reisetaschen bieten mitunter komfortable Lösungen, mit denen sich auch wenig Gepäck bequem verstauen lässt. Achten Sie bei der Auswahl zum Beispiel auf Kreuzspann­gurte, Fächer für feuchte Badesachen, höhen­verstell­bare Pack­systeme, Reiß­verschlüsse, Zwischenböden oder einzeln pack­bare Kompartiments.
  • Halt­barkeit. Große Hart­schalen sind vor allem bei Stürzen mit hohem Gewicht bruch­anfäl­liger: Im Fall­test und im Dauer­test der Griffe des Test 2021 erwiesen sich Weich­schalen als robuster. Am besten über­standen zweiräd­rige Roll­reisetaschen die Halt­barkeits­tests. Bei den viel kleineren Kabinentrolleys im Test 2016 waren die Hart­schalenkoffer meist halt­barer als die Weich­schalen.
  • Reparieren. Nicht alle Anbieter garan­tieren eine Reparatur über die Dauer der zweijäh­rigen gesetzlichen Gewähr­leistung hinaus. Für einzelne Koffer gibt es gar keine Ersatz­teile, sie werden komplett ausgetauscht. Wir haben die Anbieter aller 18 Koffer im Test 2021 gefragt, welche Teile sie zu welchem Preis wie lange vorhalten (Koffer reparieren).
  • Rollen. Alle Hart- und Weich­schalen im aktuellen Test verfügen über vier Einzel- oder Doppel­rollen. Sie lassen sich besonders auf glattem Unter­grund bequem schieben. Roll­reisetaschen sind mit zwei größeren Rädern ausgestattet. Das macht sie auf Kopf­stein­pflaster und in schwierigem Gelände leicht­gängiger als Hart- und Weich­schalen-Koffer.
  • Griffe. Achten Sie darauf, dass die Griffe gut in der Hand liegen und keine scharfen Kanten aufweisen. Der Teleskopgriff sollte lang genug sein, damit der Koffer nicht in die Hacken schlägt. Die Hart­schalen-Koffer im aktuellen Test verfügen über drei bis vier Teleskopgriffein­stel­lungen, die Weich­schalen-Koffer meist über zwei. Die getesteten Roll­reisetaschen beschränken sich auf eine einzige Einstellung.
  • Tragen. Roll­reisetaschen sind praktisch bei unebenem Gelände, einige lassen sich Dank besonderer Trage- oder Sherpagurte auch auf einer Schulter tragen. Im Gegen­satz zu Hart- und Weich­schalen-Koffer mit vier Rollen müssen Reisetaschen jedoch immer gezogen werden, also auch auf ebenem Unter­grund. Das kann mit der Zeit Hände und Arme ermüden.
  • Flug­linien. Studieren Sie vor Ihrer Reise die Gepäck­bedingungen ihrer Flug­linie, besonders beim Hand­gepäck. Einige Flug­linien schreiben ein „Gurtmaß“ vor, zum Beispiel 158 Zenti­meter (Breite + Höhe + Tiefe, mit Rollen und Griffen). Über­größen kosten extra. Das Höchst­gewicht in der Economy-Klasse beträgt für das Aufgabegepäck oft um die 23 Kilogramm, in der Ersten bis zu 32 Kilogramm.
  • Schadstoffe. Im Handgepäck-Koffer-Test (test 10/2016) waren drei Koffer mangelhaft, weil ihre Griffe mit Schad­stoffen belastet waren, im aktuellen Koffer-Test (test 4/2021) gab es ebenfalls drei schad­stoff­belastete Koffer. Vermeiden Sie nach Möglich­keit Haut­kontakt mit den betreffenden Griffen.
  • USA-Reisende. Für die Zeit nach Corona: Nutzen Sie Koffer mit TSA-Schloss. Diese können US-Sicher­heits­behörden per General­schlüssel öffnen. Im Zweifel bricht die Behörde den Koffer sonst auf. Dann besser nicht abschließen.

*Video Korrigiert am 26. März 2021: Vertauschte Produktbezeichnung bei Minute 2:29.

Nutzer­kommentare, die vor dem 24. März 2021 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Unter­suchung zum Thema Koffer.

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