Koffer Test

Passagiere dürfen kleine Koffer mit ins Flugzeug nehmen. Eigengewicht der Modelle im Test: zwischen 1,7 und 4,2 Kilo.

Passagiere können kleine Koffer („Trolleys“) in die Flug­zeug­kabine mitnehmen. Wir haben 20 solcher Modelle getestet: sowohl Hart­schalenkoffer als auch sogenanntes Weichge­päck (Preise: 28 bis 660 Euro). Immerhin 12 Hand­gepäck­koffer schneiden gut ab, darunter auch einer der güns­tigsten. Viermal mussten die Tester ein Mangelhaft vergeben. Das teuerste Produkt im Test ist nur von mäßiger Qualität. Drei Trolleys fallen wegen Schad­stoffen durch.

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TestKoffer27.09.2016
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Nicht jeder packt es

Qualitativ repräsentieren die getesteten Koffer fast die ganze Band­breite: von gut über befriedigend, ausreichend bis mangelhaft. Der teuerste Koffer im Test, ein exklusives Alumodell, zeigte Schwächen im Halt­barkeits­test. Nach der Fall­prüfung aus einem Meter Höhe hatte er mehr als kleine Blech­schäden. Die Rollen­aufhängungen wurden tief ins Gehäuse gedrückt. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern schränkt auch die Funk­tions­tüchtig­keit ein. Weit­aus billigeren Modellen machte der Fall­test dagegen kaum etwas aus.

Video: Trolleys im Härtetest

Harte oder weiche Schale?

Vor dem Kofferkauf gilt es zwei Fragen zu beant­worten: Harte oder weiche Schale? Zwei oder vier Rollen? Hart­schalenkoffer sind stoß­unempfindlich und bieten dem Inhalt einen guten Schutz. Sie bestehen häufig aus den Kunststoffen ABS oder Poly­carbonat und wiegen teil­weise nur 2 bis 2,5 Kilogramm. Das absolute Leicht­gewicht im Test ist nur 1,7 Kilogramm schwer. Der Aluminiumkoffer ist das komplette Gegen­teil. Mit den von uns gemessenen 4,2 Kilogramm stellt er ein ausgesprochenes Schwergewicht dar.

Praktische Außentaschen

Weich­schalenkoffer bestehen meist aus Polyester oder Polyamid und sind flexibler als Hart­schalenmodelle. Ihre Außentaschen bieten Platz für Dokumente, Zeit­schriften, Laptop und was sonst noch griff­bereit sein soll. Außerdem gibt die weiche Kofferhülle nach, sodass man etwas mehr hinein­stopfen kann. Oft wird behauptet, dass Weich­schalenkoffer bei intensiver Nutzung unansehnlich werden. Unser Test liefert dafür keine Belege. Die Scheuer­prüfung haben fast alle Modelle sehr gut über­standen.

Ziehen oder schieben

Ob weiche oder harte Schale – am Ende entscheidet darüber meist der persönliche Geschmack. Das trifft auch für die Zahl der Rollen zu. In den vergangenen Jahren haben sich Koffer mit vier Rollen immer mehr durch­gesetzt. Häufig sind es sogar acht, nämlich vier Doppel­rollen. Vier beziehungs­weise acht Räder bieten durch­aus Vorteile. Auf glatten Böden kann der Koffer zum Beispiel seitlich leicht geschoben werden. Auf holp­rigem Grund muss der Reisende ihn aber wie einen Zwei­radkoffer ziehen.

Nervige Roll­geräusche

Menschen mit Roll­koffern gehen in Städten mit vielen Touristen den Einheimischen auf die Nerven. Grund ist das Scheppern, das die Rollen auf holperigen Untergründen verursachen. Wir haben das Roll­geräusch der Koffer auf verschiedenen Belägen subjektiv bewertet. Superleise Rollen, wie mitunter versprochen, hat keiner. Auf unebenen Wegen machen alle mehr oder weniger Krach.

Kantige Teleskopgriffe

Die mit gut bewerteten Koffer unterscheiden sich unter anderem in der Hand­habung. Perfekt ist in diesem Punkt keiner. Neben den teil­weise etwas lauten Roll­geräuschen sind einige Koffer nicht besonders stand­fest. Und etliche Teleskopgriffe sind etwas wackelig oder liegen nicht wirk­lich angenehm in der Hand. Auch innen sind die Koffer nicht immer praktisch. Die Tester monieren zum Beispiel zu kurze Riemen oder Bänder. Die meisten getesteten Koffer haben ein TSA-Schloss. Bei Reisen in die USA kann die TSA-Behörde (Trans­portation Security Administration) die Koffer öffnen und durch­suchen. Das bewahrt Reisende davor, dass die Beamten das Schloss aufbrechen.

Gift im Griff – Hände weg

Drei Koffer sind mangelhaft, weil ihre Griffe mit Schad­stoffen belastet sind. Im Teleskopgriff des Galeria Kauf­hof/Eminent Noblesse und im Tragegriff des Samsonite Smarttop fanden wir erhöhte Mengen an poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffen (PAK), im Tragegriff des Billigkoffers von Primark zusätzlich noch Phthalat-Weichmacher. Beim Anfassen der Griffe können die Schad­stoffe über die Haut in den Körper gelangen. Wir raten: Hände weg von diesen Modellen. Es gibt viele saubere Koffer.

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