Schad­stoffe: PAK und Phthalate

  • Wie kommen die Stoffe in den Griff?
    Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK) kommen über Weichmacheröle und Ruß in Kunststoffe. Letztere werden zugesetzt, um Kunststoffe flexibler oder griffiger zu machen. PAK sind ein Gemisch aus mehreren hundert Einzel­stoffen. Phthalate machen unter anderem PVC elastisch, nicht alle sind als schädlich einge­stuft. Es gibt auch unschädliche Ersatz­stoffe. Ebenso gibt es PAK-freie Weichmacheröle. Alternativen sind oft teurer.
  • Wie gefähr­lich sind die Gift­stoffe?
    Einige PAK können Krebs erzeugen, das Erbgut verändern, die Frucht­barkeit beinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen. Bestimmte Phthalate wie etwa DEHP können die Fort­pflan­zungs­fähig­keit beein­trächtigen. PAK und Phthalate gelangen vor allem über die Haut in den Körper. Je mehr Schad­stoffe ein Kunststoff enthält und je länger der Haut­kontakt ist, desto höher ist das Gesund­heits­risiko.
  • Sind die Stoffe nicht verboten?
    Es gibt keine gesetzlichen Grenz­werte für PAK und Phthalate in Verbraucher­produkten wie Koffer. Es wird diskutiert, krebs­erzeugende PAK in der EU zu verbieten. Ab 2015 wird der Einsatz der gefähr­lichen Phthalate DEHP, BBP, DBP und DIBP beschränkt. Die Bewertung der Stiftung Warentest orientiert sich an der EU-Diskussion und am GS-Prüfzeichen: Sind krebs­erzeugende PAK enthalten, heißt das mangelhaft. Das gilt ebenso bei mehr als 10 Milligramm PAK pro Kilogramm Kunststoff. Auch hohe Gehalte an den vier gefähr­lichen Phthalaten bedeuten mangelhaft.
  • Kann ich den Koffer zurück­geben?
    Da es noch keine Grenz­werte gibt, fehlt ein Rechts­anspruch. Verbraucher sollten Koffer, die in diesem Test in puncto Schad­stoffe mangelhaft sind, beim Händler zurück­geben und den Kauf­preis zurück­fordern. Viele Händler nehmen die Ware aus Kulanz zurück.
  • Kann ich belastete Griffe erkennen?
    Ein starker, stechender Gummi­geruch ist ein Hinweis auf poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe. Aber auch geruchs­freie Griffe können PAK enthalten. Phthalate lassen sich nicht erkennen. Die vier Phthalate DEHP, BBP, DBP und DIBP gehören zu den „Substanzen mit besonders besorgnis­erregenden Eigenschaften“ (SVHC). Anbieter müssen auf Nach­frage erklären, ob sie diese Stoffe in einem Produkt einsetzen. Fragen Sie nach.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1068 Nutzer finden das hilfreich.