Kochtöpfe Die besten sind teuer – aber nicht alle teuren sind gut

21.12.2016
Kochtöpfe - Die besten sind teuer – aber nicht alle teuren sind gut
© Stiftung Warentest

Ein guter Kochtopf heizt schnell auf, verteilt Wärme gleich­mäßig und hält Speisen lange warm. Die Griffe bleiben kühl und die Deckel lassen sich am Topf fest­stecken. Zwölf Topfsets aus Edelstahl und vier aus Aluminium mussten sich im Test­labor beweisen. Ergebnis: Vier Topfsets sind gut, drei davon teuer – aber ein hoher Preis ist kein Garant für Güte (Preise: 59 bis 750 Euro pro Set à 3 bis 6 Töpfe). Ein Topfset bekam wegen schwankender Produktqualität die Note mangelhaft.

Kochtöpfe Testergebnisse für 16 Kochtöpfe 1/2017

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Inhalt
Liste der 16 getesteten Produkte
Kochtöpfe 1/2017 - Edel­stahl
  • AMC Gourmetline Hauptbild
    AMC Gourmetline
  • Elo Black Pearl Hauptbild
    Elo Black Pearl
  • Fissler Family Line Hauptbild
    Fissler Family Line
  • Fissler Intensa Hauptbild
    Fissler Intensa
  • Le Creuset 3-ply Hauptbild
    Le Creuset 3-ply
  • Rösle Silence Hauptbild
    Rösle Silence
  • Schulte-Ufer Loop Hauptbild
    Schulte-Ufer Loop
  • Silit Toskana Hauptbild
    Silit Toskana
  • Tefal Gourmet Series Hauptbild
    Tefal Gourmet Series
  • WMF Diadem Plus Hauptbild
    WMF Diadem Plus
  • WMF Function 4 Hauptbild
    WMF Function 4
  • Zwilling Twin Classic Hauptbild
    Zwilling Twin Classic
Kochtöpfe 1/2017 - Aluminium
  • Ballarini Taormina Hauptbild
    Ballarini Taormina
  • Elo Lava Hauptbild
    Elo Lava
  • KHG Paula Hauptbild
    KHG Paula
  • WMF Bueno Induktion Hauptbild
    WMF Bueno Induktion

21 Minuten Koch­zeit für drei Liter Wasser

Familie Tefal knurrt der Magen. Sehnsüchtig schauen Eltern und Kinder in ihren Topf. Doch das Nudel­wasser sprudelt nicht. 21 Minuten braucht der Topf, um drei Liter Wasser zum Kochen zu bringen. In der gleichen Zeit kocht und serviert Familie Schulte-Ufer biss­feste Spaghetti. In ihrem Topf sprudelt das Wasser schon nach 12 Minuten. Das Beispiel zeigt, wie unterschiedlich Töpfe kochen. Die Komposition ihrer Materialien bestimmt, wie schnell sie aufheizen, wie gleich­mäßig sie Wärme verteilen und ob sich Köche an Griffen die Finger verbrennen.

Eine Marke, zwei Qualitäten

Aus dem Hause Fissler standen zwei Sets im Test: ein teures und ein güns­tiges. Das erste kochte besser als alle anderen. Die Töpfe heizten schnell auf, verteilten Wärme gleich­mäßig, hielten Speisen lange warm. Griffe blieben kühl. Deckel lassen sich am Topf fest­stecken, sodass nichts auf die Arbeits­fläche tropft. Auf den Böden steht „Fissler made in Germany“. Auf den Böden des zweiten Sets fehlten zwei der Wörter. „Fissler Germany“ steht darauf. Hergestellt wurde es in China. Das muss kein Zeichen schlechterer Qualität sein, ist es hier aber: Diese Töpfe haben dünnere Böden und Wände. Sie verteilen die Wärme ungleich­mäßiger als ihre teuren Geschwister. Außerdem werden die Deckelgriffe heiß.

Kochtöpfe aus Deutsch­land und China

Auch das Traditions­unternehmen WMF wirbt mit Qualität „Made in Germany“. Doch von drei getesteten Topfsets der Marke wurde nur das teuerste hier­zulande gefertigt. Die güns­tigeren stammen ebenfalls aus China. Die teuersten Töpfe im Test verkauft das Unternehmen AMC ausschließ­lich auf Messen oder Koch­partys. Das Set kostet 750 Euro. In den Deckeln steckt ein Thermo­meter, das die Temperatur im Topf anzeigt.

Wärmestrahlung braucht ebene Böden

Kochtöpfe - Die besten sind teuer – aber nicht alle teuren sind gut
Links: 7,2 Milli­meter dick. Der links abge­bildete Topf verteilt Wärme gleich­mäßig am Boden.
Rechts: 2,3 Milli­meter dünn. Der rechte Topf hat heiße und lauwarme Stellen am Boden. © Stiftung Warentest

Getestet haben wir alle Töpfe auf Glaskeramikkoch­feldern mit Wärmestrahlung. Die stehen in der Mehr­zahl aller Haushalte und stellen hohe Ansprüche ans Koch­geschirr. Der Boden muss möglichst eben auf dem Koch­feld stehen, damit die Wärme schnell fließt. Beim links oben abge­bildeten Topf mit 7,2 Milli­meter dickem Boden gelingt das, der rechts abge­bildete Topf hat dagegen einen nur 2,3 Milli­meter dünnen Boden, der sich mehr als einen Milli­meter nach innen wölbt. Die Wärme verteilt sich ungleich­mäßig. Einige Stellen heizen stärker auf als andere. Klebrige Speisen wie Milchreis brennen leicht an.

Töpfe sollen zum Herd passen

Die vom Anbieter angegebenen Topf­größen beziehen sich nicht auf den Boden, sondern auf den Durch­messer des Deckels. Glaskeramikherde verfügen meist über Koch­felder der Durch­messer 18 und 21 Zenti­meter. Der Boden des Elo Black Pearl misst 23,5 Zenti­meter und ragt 2,5 Zenti­meter über das größte Koch­feld hinaus. Die Modelle von AMC, Ballarini, Elo Lava, KHG und Le Creuset verjüngen sich so stark nach unten, dass ihre 24-er Töpfe nicht mehr auf dem 21-Zenti­meter­feld stehen sollten. Das 18-Zenti­meter­feld hat jedoch weniger Leistung.

Alle erkennen Induktion

Alle Sets im Test funk­tionieren auch auf Gas- und Induktions­feldern – auch die Alutöpfe. Zwar reagiert Aluminium nicht auf elektromagnetische Induktion. Die Töpfe tragen allerdings eine Edelstahl­schicht auf dem Boden, die die Strahlung in Wärme umwandelt. Je nach Induktions­feld reagieren Töpfe unterschiedlich. Manche summen, manche brummen, manche schweigen.

Tipp: Wir haben auch Schnellkochtöpfe, BratpfanneKochtöpfeBratpfannen und Sous-vide-Garer getestet.

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