Kochtöpfe Test

Die teuersten im Test gehören zu den besten. Dennoch muss niemand 740 Euro für ein Set von Töpfen ausge­ben. Hochwertige Qualität gibt es auch für sehr viel weniger Geld.

Erbsensuppe, Chili, Irish Stew – der Eintopf zählt zu den ältesten Speisen der Menschheit. Nicht zuletzt deshalb, weil der Mensch schon früh damit begonnen hat, zu töpfern. Keramik in der Küche, das kannten schon die Köche in der Bronzezeit. Und auch heute noch sind Töpfe aus gebranntem Lehm weithin geschätzte Garhilfen, etwa in Form von Römertopf oder Tajine. Im Laufe der Jahrtausende hat sich aber der Kochtopf aus Metall durchgesetzt. Für den täglichen Gebrauch ist er einfach robuster.

Rund 80 Prozent der heute verkauften Töpfe sind aus Edelstahl gefertigt, etwa 13 Prozent aus Aluminium und der kleine Rest aus Kupfer, Glas, Stahlemaille oder eben Keramik. Die meisten Töpfe werden im Set verkauft, was auch daran liegen dürfte, dass die Setan­gebote in der Regel deutlich preiswerter sind als einzelne Töpfe.

Wir haben 17 Sets mit drei bis fünf Töpfen gekauft, davon 15 aus Edelstahl und 2 aus beschichtetem Aluminiumguss. Das preiswerteste Set ist bei Quelle für 80 Euro zu haben. Das teuerste, von AMC, kostet 740 Euro und wird nur nach einer Beratung und Vorführung der Töpfe verkauft.

Die teuren Töpfe des Direktvermarkters gehören zu den besten im Test. Doch auch wer keine Koch-Show in der heimischen Küche mag und 740 Euro für drei Töpfe ohnehin für etwas übertrieben hält, kann qualitativ Hochwertiges kaufen. Das Set WMF Gala Plus zum Beispiel ist mit 199 Euro für vier Töpfe nicht nur deutlich günstiger, sondern sogar noch ein wenig besser als das AMC-Set. Das preiswerteste „gute“ Set heißt Berndes Millesima und kostet 160 Euro.

Das insgesamt beste Ergebnis zeigten die drei Tchibo/TCM Edelstahl-Kochtöpfe – mit 100 Euro ein echtes Schnäppchen. Das bedeutet leider, dass ausgerechnet der Testsieger nicht mehr zu haben ist, denn die Aktionsware des Kaffeerösters ist mittlerweile ausverkauft. Wir haben das Set trotzdem in der Tabelle aufgeführt. Nicht nur zur Information all jener, die das Set gekauft haben. Wir denken, dass es generell interessant ist zu sehen, wie Aktionswaren im Vergleich zu „Normalwaren“ abschneiden.

Qualität: Was einen Topf gut macht

So richtig schlecht war übrigens kein Topf im Test. Was einen Topf gut macht, ist vor allem sein Verhalten beim Aufheizen und Abkühlen: Wichtig ist, dass der Boden gleichmäßig heiß wird. Sonst brennt der Eintopf an einer Stelle immer an. Auch die Aufheizgeschwindigkeit ist ein Qualitätsmerkmal: In den besten Töpfen kochten drei Liter Wasser nach etwa 12 Minuten. Schlechtere Modelle brauchten mehr als 20 Minuten. Nimmt man die Suppe vom Feuer, bleibt sie in guten Töpfen länger warm. Hier sind Aluminiumtöpfe etwas im Nachteil, weil Aluminium die Wärme besser leitet als Edelstahl und über die Topfwand mehr Wärme nach außen verlorengeht.

Energie: Alutöpfe brauchen oft mehr

Das macht sich auch beim Energieverbrauch bemerkbar: Aluminiumtöpfe benötigen oft etwas mehr Energie beim Kochen als Edelstahltöpfe, wenngleich dieser Mehrverbrauch im Test mit maximal 30 Wattstunden sehr gering war. Umgerechnet auf den Preis kostet es zwischen 7 und 8 Cent, um drei Liter Wasser auf einem Glaskeramikkochfeld zum Kochen zu bringen.

Deckel: Warum er dicht schließen soll

Schließt der Deckel beim Kochen nicht richtig, geht auch über diesen Weg Energie verloren. Abgesehen davon sind ständige Dampfspritzer oder Tropfen, die sich am Deckelrand sammeln und an der Topfwand herablaufen, mehr als ärgerlich. Ein dichtschließender Deckel ist auch wichtig, wenn mit wenig Wasser gekocht werden soll. Nur dann bleibt genug Dampf im Topf, um nährstoff- und vitaminschonend zu garen.

Werbung: Wasserarm und fettfrei

Einige Anbieter werben sogar damit, dass ihre Töpfe kaum Wasser zum Garen brauchen. Und auch das Braten von Fleisch ohne Fettzugabe soll möglich sein. Wir haben diese Versprechen exemplarisch überprüft und entsprechend den Gebrauchsanleitungen der Anbieter Kartoffeln gekocht und Fleisch gebraten. Die Kartoffeln wurden zwar gar, waren aber leicht angebrannt . Mit etwas mehr Wasser als in der Anleitung empfohlen hätte es sicher besser geklappt. Problemlos dagegen funktionierte das fettfreie Braten. Die Steaks wurden auch ohne Zugabe von Fett gut und gleichmäßig braun ohne anzubrennen, das Fleisch war zart und saftig. Schwierigkeiten beim Reinigen gab es nicht.

Gesund: Wasserarmes Garen

Kochtöpfe Test

Der spezielle Deckel AMC Visiotherm zeigt an, wann die ideale Gartemperatur erreicht ist.

Wasserarmes Garen und fettfreies Braten fördern die Gesundheit. Diese Kochmethode ist mit den meisten Töpfen möglich, wie frühere Tests gezeigt haben. Ein Spezialdeckel, wie ihn AMC anbietet, ist nicht erforderlich. Der AMC-Visiotherm-Deckel zeigt an, wann der Herd zurückgeschaltet werden soll. Dafür darf er während des Garens aber nicht abgenommen werden. Wer beim Kochen gern kostet, umrührt oder einfach nur Spaß am Topfgucken hat, wird davon wenig begeistert sein. Und auch das Braten ohne Fett schmeckt nicht jedem.

Griffe: Recht klein und dünn

Kochtöpfe Test

Einige Topfmodelle erlauben es, den Deckel am Topfgriff zu „parken“, wie hier beim Silit Inspiration. Manchmal tropft dann allerdings Kondenswasser herunter.

Viele Töpfe im Test kamen diesmal mit recht kleinen und dünnen Metallgriffen daher. Die noch vor einigen Jahren üblichen großen Kunststoffgriffe sind selten geworden. Darunter kann der Tragekomfort leiden, vor allem wenn die Griffe heiß werden. Die Deckelgriffe des Schulte-Ufer Romana und des Rösle Teknika werden beim Kochen so heiß, das man sie nicht lange ohne Topflappen halten sollte. Und der AMC-Deckel wird im Bereich des Metallrings, der um den Kunststoffgriff gezogen ist, sehr heiß.

Berndes Aluguss: 90 Grad am Griff

Echte Verbrennungsgefahr besteht bei den Griffen des Aluminiumtopfes Berndes Titanium, die mit dem Topf aus einem Guss gefertigt sind. Zwar liefert Berndes „Thermo-Grips“ mit – das sind kleine Stofftaschen zum Aufstecken –, doch mit über 90 Grad Celsius werden die Metallgriffe beim Kochen so heiß, dass ein unbedachtes Zugreifen ohne „Grips“ schmerzhaft ist.

Nickelallergie: Besser beschichtet

Abschließend haben wir an allen Edelstahltöpfen geprüft, ob sie Nickel abgeben. Das kann beim Kochen säurehaltiger Speisen wie etwa Sauerkraut passieren. Für Nickelallergiker kann das zum Problem werden (siehe „Nickelallergie“). Wir haben in den Töpfen zehnmal Sauerkraut gekocht und danach die Nickelwerte gemessen: Sie lagen alle im unauffälligen Bereich. Trotzdem sollten Nickelallergiker bei säurehaltigen Speisen besser nickelfreie Materialien oder beschichtete Töpfe benutzen. Zumal viele Lebensmittel schon von sich aus stark nickelhaltig sind – auch so beliebte Eintopfgemüse wie Erbsen, Linsen und Bohnen.

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