Interview: „Nickeldiät nur nach qualifizierter Beratung”

Kochtöpfe Test

Dr. med. Hartwig Lauter ist Allergologe und Mitglied des Bundesvorstands des Deutschen Allergie- und Asthmabundes.

Kann Nickel aus der Nahrung oder aus Kochgeschirr Allergien hervorrufen?

Nickel ist im Wesentlichen ein Kontaktallergen, das – gewissermaßen am Ort der Tat – Hautreaktionen hervorrufen kann, etwa Ekzeme durch Modeschmuck. Ein Teil der Nickelallergiker reagiert aber auch auf Nickelionen, die natürlicherweise in der Nahrung enthalten sind oder in geringen Mengen aus Edelstahl-Kochgeschirr in die Nahrung gelangen können. Dann kann es ohne ortsgebundenen Kontakt zu so genannten generalisierten Ekzemen am Körper kommen. Betroffen sind dabei aber keineswegs Nickelallergiker, die nur gelegentlich mal ein Hautproblem nach Kontakt mit Modeschmuck oder Jeansknöpfen bekommen.

Was raten Sie den Betroffenen?

Bei Patienten, bei denen eine nahrungsassoziierte Nickelallergie beziehungsweise -intoleranz besteht, ist die Summe der aufgenommenen Nickelionen für das Aufflammen des Beschwerdebildes entscheidend – und dies unabhängig von der Herkunft der Ionen. Sie können aus Modeschmuck, Edelstahltöpfen, Zigaretten, Kaffee, Schokolade oder Nüssen stammen.

Wenn eine solche Form der Allergie beziehungsweise Intoleranz gesichert diagnostiziert wurde, ist eine nickelreduzierte Kost einzuhalten. Der Gebrauch von Edelstahlgeschirr ist zu meiden. Geeignet sind dann Produkte aus Glas, Keramik oder Emaille. Derartige Maßnahmen sind aber nur nach einer gesicherten allergologischen Diagnose und einer vom Arzt verordneten qualifizierten ökotrophologischen Diätberatung, zum Beispiel beim Deutschen Allergie- und Asthmabund, sinnvoll.

Ziel einer solchen Beratung ist es, trotz gewisser Einschränkungen ein Maximum an Lebensqualität zu erhalten.

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