Kochkurse Meldung

Gourmetseminar oder Basiskurs, mit echtem Sternekoch oder für „einsame Herzen“ – Tageskochkurse gibts für jeden Anspruch. test sagt, wie Sie den passenden finden.

Kochen ist wieder in. Fast jeder Fernsehsender hat seine Kochsendung. Rezeptbücher sind Verkaufsrenner, Profiköche längst bekannte Stars. Viele Restaurants, Hotels und Küchenstudios haben diesen Trend erkannt und bieten Tageskochkurse an: Interessierte treffen sich für einen Tag, Nachmittag oder Abend, um gemeinsam zu kochen.

  • Berlin im Spätherbst: In der Küche eines Fünf-Sterne-Hotels blubbern Brühe und Fond in riesigen Töpfen. Verführerischer Duft durchzieht den Raum. test-Mitarbeiterin Sabrina, ihre Freundin Hanna und sechs weitere Kochschüler warten. Ihr Ziel: ein 4-Gänge-Menü kochen. Ihr Lehrer: der Küchenchef. Und während Chris, Apotheker und Hobbykoch, misstrauisch das Werkzeug beäugt, pirscht Sabrina Richtung Herd. Dort bereiten einige Köche die letzten Zutaten vor – für jeden Gang steht ein Spezialist bereit.

Richtigen Kurs finden

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Das Spektrum angebotener Kurse ist breit und reicht von „Low budget und trotzdem satt“ über kulinarische Osteuropa-Reisen bis zum „Fisch & Krustentiere“-Seminar für Feinschmecker. Die Preise liegen zwischen 45 und 380 Euro. Allen Kursen gemeinsam ist: Ohne sich langfristig binden zu müssen, verfeinert man in Gesellschaft seine Künste. Doch wie findet sich je nach Gusto das passende Angebot?

Ein Kriterium ist der Preis. Außerdem unterscheiden sich die Kurse in der Dauer, von der Drei-Stunden-Abendveranstaltung bis zum Ganztagsseminar ist alles dabei. Eine große Rolle spielen Anzahl und Renommee der beteiligten Köche sowie Umfang und Erlesenheit von Menü und Zutaten. Kochfans sollten auch die Rahmenleistungen beachten: Sind Getränke inklusive? Schließt der Kurs mit einem Essen? Wird eine Schürze gestellt? Bisweilen umfasst der Kurs Programmpunkte wie einen Marktbesuch mit Warenkunde, Dekoration der Tafel oder eine Weinkunde. Entscheidend sind Vorwissen und Anspruch des Lehrlings: Nicht jeder möchte das Wild erlegen, bevor er es in die Pfanne packt.

  • Bei den Berliner Kochschülern steht fest: Ein edles Menü für kalte Tage soll es sein. Im Zentrum: der Rehrücken, der in voller Pracht auf der Arbeitsfläche ruht. „Wer traut sich?“ Der Koch zieht grinsend eine Augenbraue hoch. Nach kurzem Zögern meldet sich Sabrina – und erlernt nun die hohe Kunst des Auslösens. Spielerisch, fast nebenbei, erläutert der Küchenchef dabei mit Witz und Wissen die Geheimnisse bei der Auswahl und Verarbeitung von Wild.

Überfordert werden die Kochlehrlinge nicht: In welchem Ausmaß sie mit anpacken müssen, variiert je nach Kurs stark. Bei Veranstaltungen mit bekannten Köchen oder in namhaften Hotels ist es üblich, dass die Teilnehmer zuschauen und nur selten Hand anlegen. Hier sind wissbegierige Beobachter richtig. In Küchenstudios und bei Themenabenden hingegen werden die Aufgaben meist unter den Gästen verteilt und jeder bereitet seinen Teil selbst zu.

Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile: Eigenhändig ein Mehr-Gänge-Menü zu kochen ist eine spannende Herausforderung. Außerdem erhöht das Schnippeln, Hacken und Kneten den Spaßfaktor und sorgt für genug Gesprächsstoff. Sind Vorspeise, Hauptgang und Dessert aber auf verschiedene Köpfe und Hände verteilt, bekommt der Einzelne möglicherweise nicht jeden Schritt der Zubereitung mit. Bei anspruchsvollen Menüs mit vielen Handgriffen und Stolperfallen ist es also oft sinnvoller, sich vom Profi vorkochen zu lassen. Dabei lernt man die exakten Arbeitsabläufe kennen, kann Fragen stellen und sich Tricks abschauen.

Um das Erlernte zuhause nachkochen zu können, sollten die Rezepte auf Papier vorliegen. Zwischen Teigrühren, Bissfestigkeit-Prüfen und Garzeit-Kontrollieren gehen sonst viele Informationen verloren.

  • Die Rezepte in den Schürzen verstaut, ziehen die Köche in Berlin jetzt das Tempo an. Während Chris Gemüse blanchiert und Sabrina Teig rollt, wird klar: Hier gehts nicht nur um sinnliches Kochen, hier gehts auch um knallharte Koordination. Dabei fällt auch schon einmal ein Ei zu Boden – selbst dem Profi.

Kurse mit Sterneköchen

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Couragierte Kochfans können auch bekannten Sterneköchen über die Schulter und in die Töpfe schauen. Diese Kurse sind oft recht teuer – der gute Name wird wohl mitberechnet. Bei solch edlen Veranstaltungen werden aber oft auch exquisite Zutaten verwendet und die Gäste nach allen Regeln der Kochkunst gehegt und gepflegt – Begrüßungschampagner inklusive. Und die Kochjünger können sich rühmen, vom Meister persönlich gelernt zu haben. Wer keinen Wert auf große Namen legt, nutzt Angebote bekannter Hotels. Dort werden oft Kurse bei den eigenen Küchenchefs angeboten. Sie sind meist günstiger als Kurse mit Sterneköchen. Professionelle Großküchen-Atmosphäre plus Genuss in gehobenem Ambiente gibts trotzdem. Ideal für unsichere Kandidaten und für Einsteiger ist aber die dritte, preiswerteste Variante: Kurse in speziellen Kochstudios, die sich auf solche Veranstaltungen spezialisiert haben.

  • In der Berliner Hotelküche entpuppt sich der Nachtisch als Star des Menüs. Während sich bei Fisch und Fleisch nicht nur Sabrina und Hanna mal zur Kaffee- oder Prosecco-Pause niederließen, bleiben zwischen Schokolade, Eis und Panna Cotta die Blicke stets gebannt bei der Arbeit. Und alle widmen sich eingehend der Verkostung – aus rein professionellem Interesse natürlich.

Herz entflammt statt Crème Brûlée? Hierfür werden spezielle Kochabende für Singles angeboten: Liebe geht eben durch den Magen. Ob aber das gekonnte Zerlegen eines Rehrückens sexy wirkt oder ob dabei nicht nur das Fleisch im Mixer zur Farce wird, kann hier nicht abschließend geklärt werden. Flirtwütige Singles sollten vorher nach dem Durchschnittsalter der Teilnehmer fragen. Sonst gilt: nicht mehr erwarten als gutes Essen und ein nettes Gespräch – dann klappts vielleicht auch mit dem Herd-Nachbarn. Und wer neu in der Stadt ist und Freunde sucht, findet in einem Kochkurs immerhin Leute mit demselben Hobby.

  • Nach vier gemeinsamen Stunden in der Küche ist die Stimmung gelöst, sind Hemmungen überwunden. Ungeniert wird alles von den frischgebackenen Kochprofis fachmännisch verkostet, bevor es die Küche verlässt.

Ein leckeres Menü schmeckt auch, wenn man aufs Kochen keine Lust hat. Darum ist es erfreulich, dass viele Kursanbieter Spezialangebote für Ess-Gäste haben. Zum reduzierten Preis dürfen Partner oder Freunde im Anschluss an den Kurs zum Dinner hinzugebeten werden. Das ist gesellig und pädagogisch wertvoll: Die Früchte der Arbeit werden direkt präsentiert und gewürdigt.

  • Im Kaminzimmer des Sternehotels lassen sich Sabrina, Chris und die anderen den zarten „Rehrücken im Wirsingkleid mit marmoriertem Kartoffelstrudel“ schmecken. Gemeinsam mit dem Chefkoch wird der Abend mit einer Prise Küchenphilosophie und einem starken Espresso abgerundet. Genießen ist eben mindestens so schön wie Kochen. Bon appétit!

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