Knochenmark spenden Meldung

Abstrich. Potenzielle Spender können sich registrieren lassen.

In Deutsch­land ist die Bereitschaft, Blutstamm­zellen zu spenden, sehr hoch. Eine Infusion kann bei Blut­krebs Leben retten. Für gesunde Spender stellt die Entnahme von Blut­zellen keine Belastung dar: Der Körper ersetzt die gespendeten Zellen schnell.

Zentrales Knochenmark­spender-Register sammelt Daten

Mehr als sechs Millionen Menschen sind hier­zulande als Blutstamm­zell­spender registriert, meldet das Zentrale Knochenmark­spender-Register Deutsch­land (ZKRD). Vielen Kranken habe das schon geholfen. „Mehr als 60 000 Personen spendeten seit Gründung des ZKRD 1992 für Patienten im In- und Ausland Blutstamm­zellen“, sagt Presse­sprecherin Sonja Schlegel.

Blutwechsel als letzte Chance

Zum Einsatz kommen die Spenden oft bei Blut­krebs. Bei dieser Krankheit, auch Leukämie genannt, entstehen im Knochenmark unreife weiße Blutkörperchen, die sich unkontrolliert vermehren. Dieser Vorgang stört andere Zellen und damit auch lebens­wichtige Aufgaben des Blutes. Krebs­therapien können helfen, aber nicht immer. In solchen Fällen machen Ärzte einen Kahl­schlag. Mit hoch­dosierter Chemo­therapie töten sie alle blut­bildenden Zellen des Patienten und geben ihm per Infusion die eines Spenders. Die wandern ins Knochenmark und bilden gesunde Blut­zellen. „Ob das gelingt, hängt von der individuellen Verfassung ab“, so Schlegel. „Für viele ist es die letzte Chance zu über­leben.“

Gewebemerkmale müssen über­einstimmen

Nicht jeder Spender passt zu jedem Kranken. Spezielle Gewebemerkmale müssen über­einstimmen. Sie werden per Watte­stäbchen im Mund ermittelt, etwa wenn sich Spender registrieren. Das ZKRD gleicht täglich die Merkmale aller Patienten und möglichen Spender ab. Viele Spender erhöhen die Chance auf einen Treffer. Liegt der vor, folgen genauere Unter­suchungen. Spricht medizi­nisch nichts dagegen und sind alle Beteiligten einverstanden, entnehmen Ärzte Stamm­zellen – oft ähnlich wie beim Blutspenden aus der Armvene, selten unter Narkose aus dem Beckenknochen. „Beide Methoden sind sicher“, so Schlegel. „Der Körper ersetzt die gespendeten Zellen schnell.“

Tipp: Jeder zwischen 18 und 61 Jahren kann grund­sätzlich Blutstamm­zellen spenden. Es stehen viele Spender­einrichtungen zur Wahl. Auf www.zkrd.de finden Sie eine Über­sicht all dieser Einrichtungen.

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