Heiter bis hitzig. Mit der Erderwärmung kommen neue Krankheiten zu uns.

Milde Winter, heiße Sommer – die Natur verändert sich unter dem Einfluss der Erderwärmung. Wir müssen uns auf neue Gesund­heits­risiken gefasst machen. Sie betreffen vor allem Babys, chro­nisch Kranke, Allergiker, Senioren.

Allergie­saison dauert länger.

Hasel­pollen fliegen teils schon im Dezember. Die Pollen­saison beginnt somit früher und verlängert sich so für jene, die auf mehrere Pollen­arten allergisch reagieren. Bei einigen Pflanzen wie dem Beifuß-Taubenkraut (Ambrosia) fliegen die all­ergenen Pollen länger und es gibt auch mehr von ihnen. Die Saison der Birken­pollen könnte sich ebenfalls stre­cken, die der Gräser­pollen verkürzt sich hingegen. Denn Hitze und Trockenheit beein­trächtigen die Gräserblüte.

Tipp: Welche Medikamente Pollen­allergikern helfen, steht in unserem Heuschnupfen-Special.

Zecken Richtung Norden gewandert.

Einige Zecken über­tragen die gefähr­liche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Gehirnhaut­entzündung. Früher kam sie nur in Süddeutsch­land vor, jetzt wandern Zecken in Deutsch­land weiter Richtung Norden (siehe unser Special Zecken). Auch Mücken können neue Krankheiten über­tragen. So gab es 2019 in Ostdeutsch­land erst­mals Fälle von West-Nil-Fieber, ausgelöst von heimischen Mücken. Betroffene befallen grippe­ähnliche Symptome.

Haut durchs Baden gereizt.

Bei Wärme treiben Cyanobakterien die Algenblüte in Seen und Ostsee an; empfindliche Badende reagieren mit Hautrei­zungen. Auch Vibrio-Bakterien können sich stärker vermehren. Sie verursachen, wenn auch sehr selten, Magen-Darm- und Wund­infektionen.

Mehr Schwäche­anfälle.

Bei Hitze produziert der Körper kühlenden Schweiß und weitet die Blutgefäße, um Wärme effektiv nach außen zu leiten. Der Blut­druck kann stark sinken, das Risiko für Schwäche­anfälle und Stürze steigt. Ein Licht­blick: Die Menschen bewegen sich auch mehr draußen, fahren etwa Rad oder gehen spazieren – das ist gut für Herz, Kreis­lauf, Lunge und Gewicht.

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