„Im Normalfall ist der Kreis­lauf dicht“

Klimageräte im Test - Mono­block oder Splitgerät?

Karl-Heinz Thielmann ist Sach­verständiger für das Kälteanlagenbauer-Hand­werk und Präsident des Verbands Deutscher Kälte-Klima-Fach­betriebe.

Kälteanlagenbauer Karl-Heinz Thielmann über die Installation von Splitgeräten und mögliche Alternativen zu Kälte­mitteln.

Was beein­flusst, wie warm es in einem Raum wird?

Das hängt von Licht­quellen und elektrischen Geräten im Raum ab und davon, wie viel Wärme durch Mauer­werk und Fenster ins Zimmer gelangt. Bei Südflächen ist mit einer höheren Sonnen­einstrahlung zu rechnen.

Was sollte man vor der Anschaffung eines Splitgeräts bedenken?

Bei Altbauten zum Beispiel den Denkmal­schutz. In Mehr­familien­häusern müssen der Vermieter oder die Eigentümer­gemeinschaft dem Einbau zustimmen. Darum besteht das Klientel für Splitgeräte über­wiegend aus Eigenheim­besitzern. Und Sie sollten das Gerät über einen zertifizierten Fach­betrieb kaufen und installieren lassen, sonst erlischt die Gewähr­leistung.

Warum sollte ein Fach­betrieb und kein Laie die Geräte installieren?

Der Fach­betrieb plant, welche Kälte­leistung gebraucht wird und wo die Geräte am besten anzubringen sind. Das Innengerät muss die Wärme aufnehmen können und den Raum gut durch­strömen. Das Außengerät muss so angebracht werden, dass die Laut­stärke keinen Nach­barn stört. Außen- und Innen­teil müssen mit Kälte­mittel­leitungen verbunden werden, dazu sind meist Wand­durch­brüche erforderlich. Schließ­lich müssen die Geräte noch elektrisch ange­schlossen werden, und gut aussehen soll das Ganze auch.

In den Splitgeräten kommen klima­schädliche Kälte­mittel zum Einsatz ...

Klima­schädlich sind sie erst, wenn sie in die Atmosphäre gelangen. Im Normalfall und bei bestimmungs­gemäßem Einsatz der Geräte ist der Kreis­lauf dicht. Auch deshalb sollte ein Fach­betrieb sie installieren und auch entsorgen. Ein Monitoring unseres Verbands hat ergeben, dass bei allen von uns installierten Geräten über die gesamte Betriebs­dauer hinweg weniger als zwei Prozent des Kälte­mittels austreten. Havarien, bei denen es komplett entweicht, sind da schon mitgerechnet.

Trotzdem: Wird es künftig Kühl­systeme ohne Kälte­mittel geben?

Auf absehbare Zeit sehe ich keine Alternative zu synthetischen Kälte­mitteln. Systeme mit Wasser­verduns­tung halte ich dagegen gerade in Corona-Zeiten für unbrauch­bar: Sie verteilen Aerosole und dazu noch Legionellen.

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