Klimageräte im Test

Klima­anlage – Auswahl, Montage und Bedienung

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Klimageräte im Test - Kühle Brise auf Knopf­druck – klappt das?
Klimawand. Wenn es leise summt freuen sich alle im Raum – die CO2-Bilanz ist ein anderes Thema... © mbbirdy

Klima­anlagen spenden angenehme Kühle an heißen Tagen. Viele Leser suchen aber auch nach Alternativen gegen Über­hitzung. Hier einige Antworten zu heiß diskutierten Fragen.

Klimageräte im Test

  • Testergebnisse für 13 Klimageräte Splitgeräte 06/2021, 06/2022
  • Testergebnisse für 5 Klimageräte Mono­blöcke 06/2021
Inhalt

Das richtige Klimagerät finden

Welche Art von Klima­anlage ist für den privaten Einsatz zu empfehlen?

Zur Auswahl stehen Splitgeräte, die aus einem Außen- und einem Innen­teil bestehen (Kühl­teil im Zimmer und Kompressor draußen) sowie bewegliche Mono­block­geräte. Alle arbeiten mit Ventilatoren, die kalte Luft im Raum verteilen. Wichtige Kauf­kriterien sind Kühl­leistung, Strom­verbrauch, Komfort, Laut­stärke und einfaches Bedienen. Energieeffizienz, Strom­kosten und Schall­leistungs­pegel (Lärm) sind sehr unterschiedlich. Vor- und Nachteile der Geräte­typen sowie Test­ergeb­nisse erläutern wir in unseren Klimageräte-Test.

Wie viel Kühl­leistung ist für ein 25 Quadrat­meter großes Zimmer nötig?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Entscheidend ist, wie stark die Sonnen­einstrahlung, wie hoch die Zimmerdecke und wie gut der Raum gedämmt ist, ob sich Roll­läden vor den Fens­tern befinden oder ob Sonnen­schutz­folien auf den Fens­terscheiben kleben. Vor einer Investition sollten Sie sich den Kühlbedarf vom Fachmann berechnen lassen. Die Anbieter haben unterschiedlich leistungs­starke Geräte im Sortiment.

Was ist der Unterschied zwischen Single-Split und Multi-Split?

Single-Split-Anlagen haben ein Außen- und ein Innen­teil. Bei Multi-Split-Anlagen gibt es ebenfalls ein Außen­teil (mit dem Kompressor), aber mehrere Innen­teile. Dies ermöglicht die Kühlung mehrerer Zimmer oder größerer Räume.

Klimagerät montieren

Was ist bei der Montage eines Splitgerätes zu beachten?

Nur Kälteklimafach­betriebe dürfen Splitgeräte installieren und dein­stallieren − anderenfalls erlischt die Gewähr­leistung für die Geräte. Bei der Installation durch­bohren die Fachleute Außenwände und verlegen elektrische Leitungen. Wer ein Mehr­familien­haus bewohnt, muss vor der Installation die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümer­gemeinschaft einholen.

Auch der Denkmal­schutz kann den Traum vom Klimagerät zerstören. Die Kälte­mittel­leitung zwischen Außen- und Innen­teil sollte möglichst kurz sein. Falls Sie einen Anbringungs­ort ohne Hitzestau und vielleicht sogar ohne pralle Sonnen­bestrahlung finden, verbessern Sie den Wirkungs­grad der Anlage und profitieren dauer­haft von etwas geringeren Strom­kosten.

Muss der Kompressor unbe­dingt an der Fassade hängen oder kann ich ihn auch auf den Balkon stellen?

Wenn Ihr Balkon genügend groß ist, können Sie das Außen­teil mit dem Kompressor dort aufstellen. Das ist wahr­scheinlich einfacher und billiger als die Montage an der Fassade. Aber: Beachten Sie, dass Kompressor und Ventilator unangenehme Geräusche verursachen. Wählen Sie dafür also möglichst einen Ort, an dem sowohl Sie als auch die Nach­barn wenig vom Lärm gestört werden. Die Bewertung des Geräuschs ist ein wichtiges Kriterium in unserem Klimaanlagen-Test.

Wie dick sind die Schläuche der mobilen Klimageräte?

Die Modelle im Klimageräte-Test der Stiftung Warentest haben Außen­durch­messer von 15 Zenti­metern.

Klimagerät bedienen und nutzen

Kann ich mobile Geräte von einem Raum in den anderen bewegen?

Im Prinzip ja. Sie benötigen an jedem Aufstell­ort ein geeignetes Fenster, durch das der oder die Schläuche die Abluft heraus­blasen können.

Kann ich die Klimageräte mit Solar­strom betreiben?

Die Kombination ist möglich. Die Anlagen laufen vor allem dann, wenn viel Sonne scheint. Ein hoher Eigen­verbrauchs­anteil von selbst erzeugtem Solarstrom rechnet sich. Beachten Sie allerdings, dass PV-Module Gleich­strom erzeugen und die getesteten Klimageräte mit Wechsel­strom laufen. Da übliche PV-Anlagen aber ohnehin über einen Wechsel­richter verfügen, ist dies kein Problem.

Was halten Sie davon, den Abluft­schlauch der Mono­block-Klima­anlage nicht durchs offene Fenster zu führen, sondern durch einen Ausschnitt im Glas, damit keine warme Luft von außen zurücks­trömt?

Die Lösung bietet den Vorteil, dass das Eindringen der warmen Luft hier verhindert wird. Alternativ ist es auch möglich, den Fens­terspalt zum Beispiel mit Schaum­stoff­keilen zu verstopfen. Das grund­legende Problem bleibt allerdings bestehen: Die Gesetze der Physik erzwingen, dass ein Druck­ausgleich statt­finden muss. Durch Fugen und Ritzen an anderer Stelle wird zwangs­läufig Luft von außen ins Haus dringen.

Falls die feucht­warme Luft von draußen womöglich sogar über zugige Kellerfenster und kalte Kellerräume angesaugt wird, könnten dort in der Folge sogar Kondensation und Schimmel­probleme auftreten. Beachten Sie auch die Einbruchs­gefahr bei offenen Fens­tern und Probleme bei Isolierglas­fens­tern.

Lohnt es sich, mit einer Klima­anlage zu heizen?

Kehrt man den Betrieb der Klimageräte um, können sie auch heizen – wie eine Wärmepumpe. Das kann bei bestimmten Außen­temperaturen sinn­voll sein, allerdings mit großen Einschränkungen. Einfache Splitgeräte können nur einen Raum heizen. Die Effizienz nimmt ab, je kälter es draußen wird. Gemäß Anbieter­angaben auf den Energielabeln müssten die Geräte mit dem deutschen Strommix bis etwa null Grad Außen­temperatur emissions­ärmer sein als eine Öl- oder Gasheizung. Getestet haben wir die Heiz­funk­tion nicht. Wir planen, sie künftig in den Prüfungen zu berück­sichtigen. So können wir angeben, wie umwelt­freundlich die Geräte heizen und ob es sich finanziell lohnt, sich in der Über­gangs­zeit am bereits installierten Klimagerät zu wärmen und die Heizung erst später in Betrieb zu nehmen.

Alternativen zum Klimagerät

Was bringt eine Sonnen­schutz­folie?

Vor allem auf Dach­fens­tern können diese Folien die Sonnen­einstrahlung deutlich mindern. Die Folien lassen sich relativ einfach nach­rüsten. Sie bestehen aus mehreren Schichten, die zum Teil hauchdünn mit Metall bedampft sind. Eine Modell­rechnung für einen 20 Quadrat­meter großen Raum mit schrägen Dach­flächen­fens­tern zeigt, dass sich die Temperatur so von 39 auf 31 Grad Celsius reduzieren lässt. Der Sonnenschutzfolien-Test zeigt allerdings auch deren Schatten­seiten.

Wie wirk­sam sind Roll­läden oder Außenjalousien?

Mit Roll­läden oder Außenjalousien lässt sich die Hitzequelle weit­gehend oder sogar komplett ausschalten. Auch Bepflan­zung auf der Südseite kann die Zimmertemperatur senken und ist gleich­zeitig noch schön anzu­sehen. Weitere Tipps, wie Sie sich vor Hitze schützen finden sich in unserem Hitzeschutz-Special.

Was kann ich als Mieter tun?

Leider wenig. Innenjalousien, die mit Alu beschichtet sind, lassen sich auch ohne Bohren am Fenster anbringen. Ebenso Mückennetze, die beim nächt­lichen Lüften helfen. Aber für bessere Fens­terverglasung, wirk­same Wärmedämmung oder neue Außenroll­läden ist der Vermieter zuständig. Vielleicht können Sie ihn davon über­zeugen, dass eine derartige Investition den Wert der Immobilie steigert.

Was ist beim Neubau von vorn­herein zu beachten, damit eine Klima­anlage nicht erforderlich ist?

Klimageräte sind oft nur Notlösungen, um Planungs­fehler von Bauherren und Architekten auszubügeln. Wichtigster Tipp: An heißen Sommer­tagen sollte möglichst wenig Sonne direkt durch die Fenster ins Haus strahlen können. Dabei hilft zum Beispiel ein Schatten spendender, weiter Dach­über­stand.

Im Dach­geschoss schützen Gauben mit Vordach deutlich besser vor Über­hitzung als schräge Dach­flächen­fenster. Eine gute Wärmedämmung, insbesondere auch im Dach­bereich, beugt ebenfalls sehr effizient vor. Siehe dazu unser Special zu Wärmedämmung.

Klimageräte im Test

  • Testergebnisse für 13 Klimageräte Splitgeräte 06/2021, 06/2022
  • Testergebnisse für 5 Klimageräte Mono­blöcke 06/2021
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316 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Gibmeier am 16.08.2022 um 08:37 Uhr
Fehlende Testdaten und Infos zur Förderung

Ich bin enttäuscht von den Testberichten zu Klimaanlagen. Hersteller werben mit 19dB Geräuschpegel im Ruhe-/Flüstermodus - im Testergebnis fehlen die Angaben der Messdaten der Stiftung Warentest, obwohl die Lautstärke im Ruhebetrieb sicher ein wichtiges Kaufkriterium ist. Die allgemeine Bewertung des Geräuschs des Innengeräts als "befriedigend" bei allen getesteten Split-Level-Geräten ist da wenig aussagekräftig.
Außerdem wird im Artikel nicht auf die mögliche BAFA-Förderung für Klimaanlagen (=Luft-Luft-Wärmepumpe im Heizbetrieb) eingegangen. Diese lag bis zum 14.08.22 bei immerhin 35%, jetzt noch bei 25%. Für eine so renommierte Verbraucherorganisation wie Stiftung Warentest ein Armutszeugnis, den Verbraucher darauf nicht hinzuweisen.

Gibmeier am 16.08.2022 um 08:36 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Gibmeier am 16.08.2022 um 08:34 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 08.08.2022 um 12:19 Uhr
Anfrage zu Ventilatoren

@Merrill: Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Veröffentlichungen. Den aktuellen Test der Ventilatoren (5/2022) finden Sie, wenn Sie in die Suchfunktion "Ventilatoren" eingeben bzw. unter diesem Link: https://www.test.de/Ventilatoren-im-Test-5058132-5873901/

Merrill am 07.08.2022 um 15:25 Uhr
Was kümmert mich die Erderwärmung ......

Klimaanlagen und Klimageräte verbrauchen im Schnitt mehr als 20x mehr Strom, als Ventilatoren! Und wer sich für tausende Euro eine Klimanlage zulegt, der nutzt diese Stromfresser auch regelmässig. Leider jedoch bringt TEST viel mehr Seiten über Klimaanlagen und Klimageräte, als über Ventilatoren.