Klimageräte im Test Test

Wenn die Temperaturen draußen steigen, sind kühle Räume drinnen eine Wohl­tat.

Die Sonnenseite des Hauses hat im Sommer ihre Schatten­seiten: Hinter Glasflächen wird es unerträglich heiß. Eine Klima­anlage schafft Abhilfe. Die Stiftung Warentest hat zehn Klimageräte geprüft – fünf fest installierte Splitgeräte sowie fünf mobile Mono­block­geräte, die sich eher für einzelne heiße Tagen eignen. Splitgeräte kühlen Räume viel schneller und zu deutlich nied­rigeren Strom­kosten. Allerdings kosten sie mit 1 360 bis 2 820 Euro auch mehr als Mono­blöcke, die für 350 bis 825 Euro zu haben sind.

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TestKlimageräte im Test27.07.2018
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Mono­blöcke: Schlauch durchs Fenster

Mono­blöcke sind mobile Klima­anlagen und damit unkompliziert – einfach im Baumarkt kaufen, Stecker rein, abkühlen. Der Haken: Mono­geräte pusten die warme Raum­luft über einen dicken Abluft­schlauch nach draußen, den Nutzer aus dem Fenster hängen müssen. Weil dadurch ein Spalt des Fens­ters offen bleibt, strömt permanent warme Luft von draußen ins Haus und mindert den Kühl­effekt. Um das zu verhindern, müssten Nutzer die Fenster abdichten. Das funk­tioniert in der Praxis kaum. Drei Anbieter liefern zwar Abdichtungs­material mit – allerdings nur für Schiebe­fenster, die in Deutsch­land selten sind. Hier­zulande übliche Dreh- und Kipp­fenster lassen sich damit nicht abdichten. Hinzu kommt, dass sich der Abluft­schlauch auf bis zu 65 Grad Celsius erhitzt und die Wohnung zusätzlich aufheizt. Alles in allem eine wenig effiziente Lösung.

Splitgeräte: Vom Monteur installiert

Splitgeräte sind Klimageräte ohne Abluft­schlauch. Sie bestehen aus einer Innen- und einer Außen­einheit. Zwischen ihnen zirkuliert ein Kälte­mittel und trans­portiert Wärmeenergie nach außen. Das Prinzip erlaubt schnelle und energiesparende Abkühlung. Der Haken: Nur Kälteklimafach­betriebe dürfen Splitgeräte installieren. Deren Monteure haben oft volle Auftrags­bücher, was eine lang­fristige Planung erfordert. Die Händler bekommen in der Regel hohe Rabatte. Zum Listen­preis ist meist auch die Installation der kleinen Klima­anlage mit drin.

Das bietet der Klimageräte-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Unsere Tabelle zeigt Bewertungen für 10 Klimageräte, davon 5 Mono­blöcke und 5 Single-Splitgeräte. Die mobilen Klimageräte im Test kommen von bekannten Anbietern wie De'Longhi, Comfee und Panasonic, aber auch Baumärkten wie Obi. Einmal vergaben die Tester das Qualitäts­urteil Gut.

Kauf­beratung. Wir erklären die Unterschiede zwischen Mono­blöcken und Splitgeräten und nennen die Vor- und Nachteile dieser beiden Klimageräte-Typen. Wir sagen, wie viel Strom die Geräte verbrauchen und wie lange es dauert, bis sie die Raum­temperatur von 35 auf 25 Grad Celsius herunter­gekühlt haben.

Tipps und Hintergrund. Wir erklären, wieso bestimmte Kälte­mittel klima­schädlich sind, und warum Sie auch bauliche Maßnahmen zum Hitze­schutz in Betracht ziehen sollten, bevor Sie eine Klima­anlage kaufen.

Heft-Artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf die PDFs zum Testbe­richt aus test 7/2018 und zum Vorgängertest aus 7/2014.

Zehn Grad kühler in zehn Minuten

Wie groß die Unterschiede der beiden Varianten in der Praxis sind, zeigt der Test: Die besten Splitgeräte kühlten unseren 14 Quadrat­meter großen Prüf­raum in weniger als zehn Minuten von 35 auf 25 Grad Celsius. Die Mono­blöcke hingegen benötigten für die Abkühlung zwischen 45 und 106 Minuten.

Video: Klimageräte im Test

Wenn das Thermo­meter über 30 Grad steigt, wünschen sich viele Hitze­geplagte eine Abkühlung. Klimageräte versprechen Abhilfe. Doch einige Geräte sind wenig effizient, verbrauchen viel Strom und verwenden schädliche Kälte­mittel.

84 Euro Strom­kosten für zwei Monate

Unterschiede gibt es auch beim Energieverbrauch: Splitgeräte sind in der Regel dauer­haft im Einsatz und heizen in der Über­gangs­zeit auch. Für ein Szenario mit unterschiedlichen Außen­temperaturen haben wir die Strom­kosten pro Jahr berechnet: Mit knapp 38 Euro klimatisierte ein Split-Gerät unseren Prüf­raum am güns­tigsten. Mono­block­geräte sind in der Regel nur an einzelnen Tagen im Einsatz. Wir ermittelten die Strom­kosten für 300 Betriebs­stunden mit nied­rigster Soll­temperatur und höchster Lüfter­stufe. Das entspricht einem Einsatz von je fünf Stunden an 60 Tagen. Dafür zahlen Nutzer mit dem stromhung­rigsten Mono­block bis zu 84 Euro.

Klima­anlagen für 10 Prozent des Strom­verbrauchs verantwort­lich

Pro Stunde verbrauchen selbst die Mono­blöcke bei höchster Einstellung maximal 1 000 Watt. Nach unserem Modell sind das 28 Cent an Strom­kosten. Das würden im Hoch­sommer wohl viele gern für einen kühlen Kopf ausgeben. Betriebe allerdings jeder Haushalt in Deutsch­land ein Klimagerät, bräuchte es zusätzliche Kraft­werke. Laut Interna­tionaler Energie­agentur fließt ein Zehntel des welt­weit verbrauchten Stroms in Klima­anlagen und Lüfter – bis 2050 werde sich der Wert verdreifachen. Vor diesem Hintergrund sollten Interes­senten vor einem Kauf prüfen, ob sie den gewünschten Kühl­effekt durch Roll­läden, Markisen oder eine neue Fassadendämmung erreichen.

Klima­schädliche Kälte­mittel

Klimageräte kühlen die Luft mithilfe von Kälte­mitteln in einem geschlossenen Kreis­lauf. Diese können jedoch bei Arbeiten am Gerät, beim Entsorgen oder durch undichte Leitungen während des Betriebs entweichen. Je nach Art des verwendeten Kälte­mittels schädigt dies das Klima unterschiedlich stark. Entweichen 500 Gramm eines bestimmten Mittels, ist die Klimabelastung so groß wie bei einer Flugreise von Frank­furt nach Dubai, bei anderen Mitteln nur so groß wie bei einer Bahn­fahrt von Düssel­dorf nach Köln. Etliche Geräte im neuen Test bekommen daher im Prüf­punkt Umwelt­eigenschaften die Note Ausreichend oder Mangelhaft. Im Vergleich zu unserem letzten Test bewerten wir Kälte­mittel nun strenger.

Apps senden unnötig Daten

Die Splitgeräte lassen sich von unterwegs per App steuern. So ist der Raum gekühlt, wenn die Familie nach Hause kommt – in der Theorie. Im Test ließ sich bei mehreren Geräten die App nicht mit dem WLan-Modul verbinden. Zudem senden alle Apps Informationen, die für den Betrieb nicht erforderlich sind, an den Anbieter und teils an Daten­sammel­dienste – wie Stand­ortdaten und Gerätekennung. Wir bewerten das kritisch.

Brummer stören Nutzer und Nach­barn

Nicht zu unterschätzen sind die Geräusch­pegel vieler Klimageräte. Wer eine leise Klima­anlage fürs Schlaf­zimmer sucht, sollte keinen Mono­block kaufen. Die trag­baren Klima­anlagen arbeiten mit bis zu 64 Dezibel – das stört zumindest die Konversation im Raum. Immerhin brummen sie im Innenraum und stören damit nur die Nutzer selbst. Splitgeräte können dagegen auch die Nach­barn nerven. Ihre Außen­teile erreichten im Test bis zu 59 Dezibel Schall­leistungs­pegel.

Nutzer­kommentare, die vor dem 27. Juni 2018 gepostet wurden, beziehen sich noch auf eine ältere Unter­suchung.

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