Klimageräte Test

Cooler Typ: Von Eisbären empfohlen – eine Wohnung in der Arktis. Klimageräte helfen bei Hitze jedenfalls nur sehr bedingt.

Viel versprochen – wenig gehalten: Mobile Klimageräte sind an heißen Tagen nur ein Notbehelf. Ein Modell war wenigstens preislich ein Schnäppchen. Es bringt akzeptable Abkühlung für nur 199 Euro. Die meisten Konkurrenten kosten um 1000 Euro.

Wer sich als hitzegeplagter Zeitgenosse im heißen Sommer des Jahres 2003 schnell ein mobiles Mono-Klimagerät beschaffte und glaubte, erfrischt durchatmen zu können, hatte die Rechnung oft genug ohne die Physik gemacht. Der Stromverbrauch stieg an, aber die Abkühlung hielt sich sehr in Grenzen. Unser Test bestätigt, dass es mobile Klimageräte des Typs Einteiler im Hochsommer kaum schaffen, einen auch nur mittelgroßen Raum in annehmbarer Zeit um die gewünschten fünf bis sechs Grad herunterzukühlen. In kleinen Büro- oder Wohnräumen sind sie zwar besser als nichts – das Schlafzimmer unterm Dach kann so noch auf geringere Luftfeuchte und akzeptable Temperaturen gebracht werden – aber viel größer als 20 Quadratmeter sollte der Raum nicht sein. Das bei den meisten Blockgeräten nervende Betriebsgeräusch von Kompressor und Lüfter steht auf einem anderen Blatt.

Etwas besser kühlen zweiteilige Anlagen. Bei diesen so genannten Splitgeräten wird das bei Blockmodellen im gleichen Gehäuse untergebrachte Teil mit Verflüssiger und Kompressor aus dem Zimmer verbannt. Es hängt draußen an der Fassade oder steht auf Balkon bzw. Terrasse. Über einen Schlauch ist es mit dem Innengerät verbunden, in dem Verdampfer sowie Ventilator arbeiten und kalte Luft ins Zimmer blasen. Die Grafik zeigt, wie ein Splitgerät funktioniert.

Der Preis ist heiß

Klimageräte Test

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Aber auch Splitgeräte stoßen in größeren Räumen schnell an ihre Grenzen. Doch von den zwei Geräten im Test war eines wenigstens preislich ein Schnäppchen. Für nur 199 Euro brachte das im Praktiker-Baumarkt unter der Bezeichnung Split 9000 BTU gekaufte, aber auch in anderen Bau- und Elektronikmärkten erhältliche Modell eine akzeptable Kühlwirkung und erzielte in der Endabrechnung ein „Gut“.

Unser zweiter Split-Kandidat, De Longhi PAC FX 400 eco, kostete glatt das Siebenfache, nämlich 1 400 Euro, und arbeitet nur bei der Verteilung des Kühlluftstroms besser als der Billigheimer aus chinesischer Produktion. Der Haken beim billigen 9000 BTU ist aber die Installation, die unbedingt von einem Fachbetrieb vorgenommen werden sollte. Ansonsten drohen Leckagen, bei denen das Kältemittel in die Atmosphäre entschwindet. Da der Fach­mann nicht umsonst arbeitet, kann sich der eigentlich niedrige Preis schnell verdoppeln.

Achtung: Wie wir nach Testende erfuhren, wird der bei Praktiker gekaufte billige 9000 BTU nicht mehr produziert. Ein Nachfolgemodell mit der Typenbezeichnung KF-25 GW/x steht aber bereit und kommt zum gleichen Preis von 199 Euro auf den Markt. Wir haben uns den Neuen noch rechtzeitig besorgen können und ihn auf die wichtigsten Kriterien geprüft: KF-25 GW/x unterscheidet sich vom Vorgänger ein wenig im Design, bringt aber in der Kühlung vergleichbare Leistungen.

Schwierige Installation

Von der Kühlwirkung und beim 9000 BTU auch vom Preis her spricht also viel für die zweiteiligen Geräte. Die Aufteilung in ein Innen- und ein Außengerät hat aber ihre Tücken: Denn wohin mit dem Außenteil? Balkon oder Terrasse sind nicht immer sinnvoll. Was, wenn das zu kühlende Schlaf­zimmer nicht an den Balkon grenzt? Dann bleibt nur die Befestigung an der Fassade – was nicht jeder Hausbesitzer einfach so akzeptiert.

Nicht einfacher ist die Sache mit dem Verbindungsschlauch zwischen Innen- und Außengerät. Durch ihn läuft nicht nur die elektrische Leitung, sondern auch die Zu- und Abführung des Kältemittels, das die Raumwärme nach draußen transportiert. Und da dies alles auch isoliert werden muss, hat der Schlauch den stattlichen Durchmesser eines Abflussrohrs am Handwaschbecken. Theoretisch könnte man ihn durch das geöffnete Fenster führen. Aber dann käme auch wieder warme Luft nach und würde den Kühleffekt drastisch begrenzen. Man könnte auch eine Fensterscheibe durch eine Sperrholzplatte mit abgedichtetem Schlauchdurchlass ersetzen: Nicht gerade eine ästhetisch befriedigende Designerlösung. Also bohrt man am besten ein Loch durch die Wand.

Das Dilemma mit den Schläuchen

Schläuche sind auch bei den Blockgeräten ein Problem. Die Einteiler haben einen besonders dicken Schlauch, weil sie die Abwärme und die überschüssige Luftfeuchte direkt aus dem Raum nach außen blasen müssen. Der Schlauch wird zu diesem Zweck in der Regel durch einen Fensterspalt gesteckt und die Abwärme so ins Freie transportiert. Diese einfache Lösung hat aber zwei gravierende Nachteile: Durch den Fenster- oder Türspalt kommt ständig warme Luft von draußen in den Raum und der Schlauch strahlt ebenfalls Wärme ab. Außerdem entsteht ein permanenter Unterdruck, der aus der ganzen weiteren Umgebung warme Luft ansaugt. Auch deshalb können Monogeräte den Splitmodellen in der Leistung nicht Paroli bieten.

Für die Umwelt sind Klimageräte heute weniger bedenklich als noch vor ein paar Jahren, als die ozonkillenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) in den Kühlmitteln Verwendung fanden. Wir haben die beiden De Longhi-Klimageräte mit dem Kältemittel Propan im entsprechenden Prüfpunkt „gut“ genannt. Das Gas greift die Ozonschicht nicht an und hat auch nur ein geringes Klimaerwärmungspotenzial. Kältemittelmischungen aus teilfluorierten, aber chlorfreien Kohlenwasserstoffen wurden mit „befriedigend“ etwas schlechter benotet.

Klimageräte ziehen ordentlich Strom aus dem Netz. Am großzügigsten bedienen sich Polaris 9 000 (1 340 Watt) und Atlantik (1 320 Watt), die wir als Aktionsware bei Bauhaus und Lidl gekauft haben. Pro Einsatz (8 Stunden am Tag bei 17 Cent pro Kilowattstunde) darf der Nutzer für beschränkte Kühlwirkung knapp zwei Euro an den Stromversorger überweisen. Bei längerem Betrieb kommen so schnell größere Summen zusammen.

Bei den alles in allem bescheidenen Leistungen fragt es sich, ob die Anschaffung eines mobilen Klimageräts überhaupt sinnvoll ist. Für erträglichere Temperaturen gibt es auch einfache Lösungen: Außenjalousien verhindern weitgehend den Treibhauseffekt in Räumen mit großen Glasflächen. Fenster tagsüber schließen, damit die Wärme draußen bleibt. Nachts und am frühen Morgen dafür ausgiebig lüften. Auch der gute alte Ventilator tut es noch: Besonders effektiv arbeitet er, wenn vor ihm eine Schüssel mit kaltem Wasser steht – allerdings steigt dann auch die Luftfeuchte.

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