Kletterhallen Test

Freeclimbing – gesichertes Klettern an der Kletterwand – liegt voll im Trend. Ideal auch für Kinder. Das Klettern fördert Motorik, Selbstbewusstsein und Konzentration. Rund 340 Kletterhallen gibt es bereits in Deutschland. Geklettert wird zu jeder Jahreszeit – drinnen und draußen. Die Stiftung Warentest hat 20 Kletterhallen getestet, nennt die besten Anlagen und gibt Tipps für Einsteiger.

Felsen aus Holz

Hände und Füße sicher in den Halterungen, die Augen auf den nächsten Punkt fixiert und die Muskeln zum Aufstieg gespannt: Klettern beansprucht Körper und Geist. Es fördert den Gleichgewichtssinn und trainiert die Muskeln. Freeclimbing ist angesagt. In Sporthallen, Fabrikgebäuden und Festsälen. Die künstlichen Felsen sind aus glasfaserverstärktem Kunststoff, Holz oder Beton. Darauf sind bunte Haltegriffe verteilt, wie Streusel auf einem Kuchen. Jede Kletterhalle hat ihren eigenen Charakter. Einige wirken großzügig, hell und offen, andere eher verwinkelt und gedrungen wie eine Höhle.

Teamsport mit Sicherheit

So oder so: Der Kletterer klettert frei – aber gesichert. Ein Seil führt vom Hüftgurt zur Hallendecke, läuft dort über einen Umlenker und zurück zum Boden. Dort steht der Partner, der den Kletterer im Fall des Falles am Seil hält. Top-Rope – Seil von oben – heißt die Technik in der Fachsprache. Klettern ist ein Teamsport: Beide Partner müssen gut aufeinander eingespielt sein. Vorteil des Kletterns in der Halle: es funktioniert bei jedem Wetter. Auch der Cappuccino ist jederzeit in Reichweite.

Testsieger in München und Berlin

Durch die Kletterhallen wird Klettern zum Breitensport. Freeclimbing hat den Weg aus den Bergen in die Städte gefunden. Immer mehr Menschen gehen zum Feierabend noch auf Klettertour. Eine Tageskarte kostet etwa 10 bis 15 Euro. Am Vormittag und am späten Abend ist das Klettern oft billiger. Die Stiftung Warentest hat 20 Anlagen getestet. Die besten Angebote gibts in München und Berlin. Die Kletteranlage des Deutschen Alpenvereins (DAV) bietet viel Kletterfläche, abwechslungsreiche Routen, viele unterschiedliche Wandhöhen und Schwierigkeitsgrade. Auch Magic Mountain in Berlin ist top.

Leichte Routen für Anfänger

Sechs Hallen sind besonders für Anfänger geeignet: Active Garden in Korb, Bronx Rock in Wesseling, Extrem in Ludwigshafen, Extrem in Mannheim, T-Hall in Berlin und Redpoint Walls in Duisburg. Hier gibts die größte Auswahl an leichten Routen. Alle Hallen bieten auch Kletterkurse an. Wer keine Klettererfahrung hat, sollte zunächst einen Kurs besuchen. Kurse kosten zwischen 8 und 45 Euro. Ansonsten ist es mit der Betreuung in den Kletterhallen nicht so weit her.

Zu wenig Betreuung

Drei Hallen verzichteten sogar auf einen Eingangscheck: Extrem in Ludwigshafen, Extrem in Mannheim und Magnesia in Forchheim. Hier könnten selbst Anfänger, die keinen Knoten beherrschen, sofort in die Wand. Andere Anbieter prüfen zumindest per Fragebogen, ob die Besucher schon klettern beziehungsweise sichern können. Noch besser wären praktische Tests im Umgang mit der Ausrüstung und dem Knüpfen von Knoten. Oder wie das Seil in das Sicherungsgerät richtig eingelegt wird. Einige Hallen missachten sogar Grundregeln beim Aufbau ihrer Routen. Beispiel: der Kandi-Turm in Andernach. Hier gibt es Top-Rope-Sicherungen an überhängenden Routen. Das ist gefährlich: Der Kletterer kann ins Pendeln kommen.

Gut für Kinder

Sechs Kletterhallen sind insgesamt gut, elf immerhin befriedigend. Wer die Technik des Kletterns beherrscht, kommt hier voll auf seine Kosten. Klettern macht süchtig und klettern entspannt. Ideal auch für Kinder: Klettern fördert Motorik, Selbstbewusstsein und Konzentration. Viele Kletterhallen bieten Kindergeburtstage und Feiern an.

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