Kleingarten Meldung

Muss weg: das Baum­haus der Berliner Familie Dent/Piacen­tini in der Kolonie Samoa.

Wer einen Kleingarten pachtet, muss sich an viele Regeln halten. Manche schreibt das Bundes­kleingartengesetz vor, manche nur die jeweilige Garten-Kolonie. So musste der Pächter eines Berliner Schrebergartens sein Baum­haus abreißen. test.de erklärt die wichtigsten Vorschriften für Laubenpieper.

Baum­haus nur mit schriftlicher Genehmigung

Eine Laube im Schrebergarten darf nicht zu groß sein, Bäume nicht zu hoch und ein Baum­haus braucht die schriftliche Erlaubnis des Kleingärt­nerverbands. Fehlt sie, muss das Baum­haus abge­rissen werden. Das hat das Land­gericht Berlin im Fall der Familie Dent/Piacentini im Herbst 2015 entschieden (Az. 25 S 4/15). Vater Ivos Piacentini hatte das Baum­haus im Jahr 2008 mit seinen Söhnen in den Pflaumenbaum ihres Schöne­berger Kleingartens gebaut.

Bund, Land, Kolonie – alle haben ihre Vorschriften

Grund­sätzlich muss sich ein Kleingartenpächter an Bundes-, Landes- und Gartenkolonie-Vorschriften halten. Eine Laube darf höchs­tens 24 Quadrat­meter Grund­fläche einschließ­lich über­dachtem Freisitz haben. Das schreibt das Bundeskleingartengesetz vor. Die Berliner Verwaltungs­vorschrift für Kleingärten verbietet zum Beispiel Pkw-Stell­plätze und Carports. Der Pacht­vertrag der Berliner Familie erlaubt nur Kinder­spielhäuser mit einer Grund­fläche von zwei Quadrat­metern und einer Höhe von 1,25 Meter.

Auch die Flächennut­zung ist geregelt

Ärger bekommen auch Berliner, die nur eine Laube mit Wiese und Bäumen haben. Denn mindestens auf einem Drittel der Fläche muss ein Pächter Gemüse, Obst und Blumen für den eigenen Bedarf anbauen. Nutz­pflanzen für Tiere zählen auch dazu. Obst­bäume und Sträucher dürfen nur bis 2,50 Meter groß werden. Wald­bäume sind nicht gestattet. Walnuss­bäume sind verboten, weil die Blätter nicht kompostier­bar sind. Hecken entlang der Grund­stücke dürfen nicht höher als 1,25 Meter wachsen.

Ruhe­zeiten sind zu beachten

Grillen und Feiern ist auf der Parzelle erlaubt. Die Nach­barn sollten aber wenig gestört werden und ab 22 Uhr soll Ruhe im Garten sein. In der Mittags­ruhe, zwischen 13 und 15 Uhr, müssen Gärtner auf Bauarbeiten und Rasenmähen verzichten.

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