Wer von einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) Geld zu bekommen hat, der kann jetzt auch die Firma direkt verklagen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) beschlossen (Az. II ZR 331/00). Bislang musste man bei Geschäften mit GbR-Firmen mit großen Schwierigkeiten rechnen, wenn die GbR nicht zahlte. Wollte man das Unternehmen verklagen, um dann einen Gerichtsvollzieher mit der Vollstreckung in das Gesellschaftsvermögen zu beauftragen, war es bislang immer notwendig, sämtliche Gesellschafter vor den Kadi zu ziehen.

Die oft langwierige Suche nach Namen und Adressen der mitunter zahlreichen GbR-Gesellschafter entfällt nun aber, denn der BGH legte ­ entgegen dem Gesetzeswortlaut ­ fest, dass eine GbR rechts- und parteifähig ist, also auch selber verklagt werden kann.

Positiv für potenzielle Kläger: Die Möglichkeit, auch einzelne Gesellschafter direkt zu verklagen, bleibt. Jeder Teilhaber einer GbR muss weiterhin für Schulden der Firma voll und ganz auch mit dem Privatvermögen haften. Welchen Gesellschafter es treffen soll, kann sich der Gläubiger aussuchen.

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