Kirchen­steuer Wann Sie auf Post von der Bank reagieren sollten

Kirchen­steuer - Wann Sie auf Post von der Bank reagieren sollten

Banken schreiben seit ein paar Wochen ihre Anleger zur Kirchen­steuer an. Wer nicht will, dass die Bank Daten über seine Religions­zugehörig­keit abfragt, sollte reagieren und beim Bundes­zentral­amt für Steuern einen Sperr­vermerk beantragen. Wer kein Problem damit hat, muss nichts tun. Auch Konfessions­lose können entsprechende Briefe in der Regel ignorieren. test.de sagt, wie Betroffene gegen den Daten­abruf vorgehen können.

Kirchen­steuer wird künftig auto­matisch abge­zogen

Die Banken teilen ihren Kunden mit, dass die Institute ab 1. Januar 2015 die Kirchen­steuer für Kapital­erträge auto­matisch mit der Abgeltung­steuer an das Finanz­amt über­weisen werden. Die dafür nötigen Daten rufen sie vorher beim Bundes­zentral­amt für Steuern ab.

Wider­spruch bis 30. Juni möglich

Wenn Anleger nicht wollen, dass die Bank ihre Religions­zugehörig­keit erfährt, sollten sie dem Daten­abruf bis 30. Juni beim Bundes­zentral­amt für Steuern wider­sprechen. Die Behörde informiert dann ihr Finanz­amt über den Wider­spruch und die Anleger sind verpflichtet, ihre Kirchen­steuer über die Einkommensteuererklärung zu begleichen. Vordrucke für den Wider­spruch gibt es beim Finanz­amt oder im Internet (www.formulare-bfinv.de im Formularcenter).

Sperr­vermerk beantragen

Bisher konnten Kirchen­mitglieder wählen, ob sie die Kirchen­steuer über die Einkommensteuererklärung zahlen wollen oder ihre Bank damit beauftragen. Zweigt die Bank den Obolus für das Finanz­amt jetzt schon ab, müssen sie nichts unternehmen, wenn es dabei bleiben soll. Sie stimmen einfach still­schweigend zu, dass ihre Religions­zugehörig­keit beim Bundes­zentral­amt für Steuern neu abge­fragt wird. Wer damit nicht einverstanden ist, beantragt den Sperr­vermerk.

Auch Konfessions­lose erhalten Post

Die Banken benach­richtigen auch Kunden, die gar keine Kirchen­steuer zahlen müssen. Sie können das Schreiben ignorieren, wenn ihr Status beim Finanz­amt richtig gespeichert ist. Ein Blick in die Gehalts­abrechnung oder den Steuer­bescheid zeigt ihnen, ob alles korrekt ist. Falsche Angaben können sie beim Einwohnermeldeamt korrigieren lassen.

801 Euro im Jahr sind steuerfrei

Die Kirche erhält von Kirchen­steuer­pflichtigen nicht für sämtliche Kapital­erträge Steuern. 801 Euro im Jahr sind steuerfrei, bei Ehe- und gesetzlichen Lebens­part­nern sind es 1 602 Euro. In dieser Höhe dürfen Anleger bei Banken Frei­stellungs­aufträge abgeben. Dann gehen nur von höheren Erträgen 26,375 Prozent Abgeltung­steuer und Solidaritäts­zuschlag ab. Über­weisen Banken die Kirchen­steuer mit, erhalten die Finanz­ämter in Bayern und Baden-Württem­berg 27,818 Prozent, in allen anderen Bundes­ländern 27,995 Prozent. Zu hohe Steuern holen sich Anleger über die Steuererklärung zurück. Auch zu geringe Abzüge lassen sich korrigieren.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 14.04.2014 um 10:04 Uhr
Sperrvermerk mit Folgen

@quasi-wutz: Wir schreiben im dritten Absatz des Artikels: „Die Behörde informiert dann ihr Finanzamt über den Widerspruch und die Anleger sind verpflichtet, ihre Kirchensteuer über die Einkommensteuererklärung zu begleichen.“Verpflichtet" meint: Man muss dann eine Steuererklärung abgeben. (PH)

quasi-wutz am 12.04.2014 um 18:11 Uhr
Sperrvermerk-Antrag mit Folgen

Hallo, "Sperrvermerk-Antrag verpflichtet zur Abgabe einer Steuererklärung", nicht unerheblich !!! Wurde in diesem Artikel nicht betont :-(

Bettina212 am 11.04.2014 um 10:32 Uhr
Kein Geld für die Kirche !

Ich habe mich vor 20 Jahren abgemeldet-Kirchensteuer gibt es für mich nicht!!Habe einen viel Götter glaube!!

Bettina212 am 11.04.2014 um 10:24 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.