Kapital­erträge: Bank als Finanz­amt

Anleger können seit Einführung der Abgeltung­steuer dafür sorgen, dass die Bank neben der Abgeltung­steuer auch gleich die Kirchen­steuer für ihre Kapital­erträge und ihre Gewinne aus Wert­papier­geschäften an das Finanz­amt abführt. Sie müssen dafür nur ihre Konfession mitteilen.

Dann zieht die Bank die Kirchen­steuer in Höhe von 8 oder 9 Prozent der Abgeltung­steuer ab. Sie berück­sichtigt zugleich, dass Kirchen­steuern als Sonder­ausgaben einen Steuer­abzug bringen. Sie ermäßigt deshalb die Abgeltung­steuer von 25 Prozent auf 24,44 Prozent bei 9 Prozent Kirchen­steu­ersatz, auf 24,50 Prozent bei 8 Prozent Kirchen­steu­ersatz.

Bei Ehepart­nern, die ein gemein­sames Depot haben und nicht derselben Religions­gemeinschaft angehören, rechnet die Bank jedem jeweils die Hälfte zu. Sie können aber auch eine andere Aufteilung verlangen.

Abrechnung beim Finanz­amt

Führt die Bank keine Kirchen­steuer ab, muss der Anleger das in der jähr­lichen Steuererklärung nach­holen.

So rechnet das Finanz­amt:

Ein evangelischer Anleger (Steu­ersatz über 25 Prozent. Aus Vereinfachungs­gründen ohne Soli­zuschlag) aus Nieder­sachsen hat in diesem Jahr noch keine Kirchen­steuer auf seine Kapital­erträge gezahlt und sie in der Steuererklärung angegeben.

Seine Kapital­erträge 2010: 4 001 Euro
Sparerpausch­betrag: – 801 Euro
Steuer­pflichtige Kapital­erträge: 3 200 Euro
Gezahlte Abgeltung­steuer 25 %: 800 Euro
Ermäßigung für Kirchen­steuer: – 18 Euro
Neue Abgeltung­steuer: 782 Euro
Zu erstattende Abgeltung­steuer: 18 Euro

Berechnung der Kirchen­steuer

Einbehalt der Bank: 0 Euro
9 % Kirchen­steuer von 782 Euro: 70 Euro
Noch fällige Kirchen­steuer: (rund) 70 Euro

Tipp: Verlangen Sie von der Bank eine Steuer­bescheinigung. Das ist für das Finanz­amt der Beleg, wie viel Abgeltung­steuer Sie gezahlt haben.

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