Fast sechs Prozent mehr Unterhalt müssen Geschiedene und getrennt Lebende für ihre Kinder zahlen, nachdem die Beträge in der so genannten Düsseldorfer Tabelle erhöht wurden. Bei Expaaren, die in einer Scheidungs- oder Unterhaltsvereinbarung eine dynamische Anpassung festgelegt haben, gilt automatisch der neue Betrag. Wurde hingegen eine feste Summe vereinbart, muss die höhere Summe eingefordert oder – wenn der Zahler sich weigert – Abänderungsklage eingereicht werden.

Die Tabelle nennt Sätze für Exfamilien mit zwei Kindern. Bei höherer oder niedrigerer Kinderzahl sind Ab- oder Zuschläge fällig. Für Studenten mit eigener Wohnung beträgt der Satz 600 Euro. Die Berliner Tabelle für die neuen Länder hat identische Werte. Nur gelten dort für Kinder über 18 Jahre, die zu Hause wohnen, dieselben Werte wie für 12- bis 17-Jährige. Für Studenten sind es 555 Euro. Vom Kindergeld steht dem Unterhaltszahler die Hälfte zu – aber nur, wenn er mindestens 135 Prozent des Regelsatzes zahlt, also 269 Euro.

Beispiel: Ein Vater mit weniger als 1 300 Euro Monatsnetto muss für seinen vierjährigen Sohn 199 Euro zahlen. Von seinen 77 Euro Kindergeldanteil darf er nur 7 Euro behalten, sodass der Sohn 269 Euro erhält. In der Praxis bleibt der halbe Kindergeldanteil daher nur Unterhaltspflichtigen ab 2 100 Euro Einkommen. Erwerbstätigen Unterhaltszahlern müssen 840 Euro Selbst-behalt bleiben (Ost: 775 Euro).

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