Kinderzahnbürsten (Batteriebetrieb) Test

Die Zähne mit einer elektrischen Bürste zu putzen ist be­quemer und bringt Kindern oft auch mehr Spaß. Trotzdem spiegelt sich das meist nicht in ihrem Putzergebnis wider.

Käpt'n Blaubär kostet 48 Euro. Er sitzt auf seiner Seemannskiste, mitten auf einer Insel, im Arm eine angeknautschte Zahnpastatube. Dieser „Motivständer“, wie ihn Marketingmenschen nennen, dient als Ablage für eine batteriebetriebene elektrische Kinderzahnbürste. Wenn auch weniger aufwendig, so versuchen doch auch andere Anbieter, den Nachwuchs mit elektrischen Zahnbürsten in kindgerechtem De­sign zum Putzen zu animieren: Farblich deutlich schriller als Bürsten für Erwachsene werden sie zusätzlich noch mit bunten Disneyfiguren oder anderen Bildmotiven verziert. Oder der Handgriff ähnelt einem Handy, einem Rennwagen oder einer Meerjungfrau.

Bei all dem geht es nur um eins: Kinder sollen Spaß am Zähneputzen haben. Was Spaß macht, tut man gern, möglicherweise auch häufiger und ausdauernder. Die Zähne werden es danken.

Nicht besser als per Hand

Ob das so ist, haben wir an fünf batteriebetriebenen elektrischen Kinderzahnbürsten untersucht. Sie kosten zwischen 7,50 und 48 Euro. Kindgerecht sind sie alle: An den Handgriffen und Borstenfeldern gab es nichts zu beanstanden. Doch nur mit zwei Modellen, Braun Oral-B Kids' Battery Toothbrush und Blend-a-dent Blendi Spinbrush, erzielten die Kinder „gute“ Putzergebnisse im Test. Sie waren sechs bis zwölf Jahre alt. Allerdings reinigten sie ihre Zähne mit diesen beiden Batteriebürsten auch nicht gründlicher als mit einer zum Vergleich mitgeprüften Handzahnbürste. Die anderen entfernten den Zahnbelag nur „befriedigend“, auch der teure Käpt'n Blaubär.

„Gut“ ist nur die Braun Oral-B

Insgesamt konnten wir aber nur der Braun Oral-B ein „gutes“ test-Qualitätsurteil geben. Die genauso ordentlich putzende Spinbrush hat keinen auswechselbaren Bürstenkopf. Wenn die Borsten nach zwei, drei Monaten abgenutzt sind, wandert die gesamte Zahnbürste in den Müll. Das geht ins Geld. Außerdem ist das eine unnötige und nicht akzeptable Abfallbelastung. Deshalb kam die Blend-a-dent Spinbrush nur auf ein „ausreichendes“ test-Qualitätsurteil.

Die Kinder erprobten jede Batteriebürste zwölf Tage lang zu Hause. Dann mussten sie für 48 Stunden auf jede Mundhygiene verzichten und sich danach in der Zahnklinik vorstellen. Dort ermittelten Zahnmediziner in mehreren Versuchen die Stärke des Zahnbelags (Plaque). Sie prüften auch, ob die Borsten gut abgerundet waren. Mit positivem Ergebnis.

Unsere kleinen Tester konnten alle Bürsten gut greifen, unkompliziert ein- und ausschalten und sie erreichten auch problemlos ihre hinteren Backenzähne.

Mit einer Dauerprüfung simulierten wir einen fünfjährigen Gebrauch. Die bestanden alle Zahnbürsten souverän. Die Blend-a-dent Blendi Spinbrush haben wir nicht über die ganze Prüfzeit mitlaufen lassen. Ihre Lebensdauer von etwa drei Monaten hält sie aber durch.

Billig ist das Putzen mit der Elektrischen nicht: Die Ersatzbürsten für Kinder sind meist genauso teuer wie die für Erwachsene, für zwei Stück zahlt man bis zu knapp 9 Euro. Diese Zusatzkosten sind bei der Anschaffung genauso zu bedenken wie die für Ersatzbatterien.

Vom Spaßfaktor abgesehen, ist es gar nicht erforderlich, für Kinder eine spezielle elektrische Zahnbürste zu kaufen. Von denen für Erwachsene unterscheiden sie sich technisch nicht groß. Die in der Regel runden Bürstenköpfe putzen mit „oszillierenden“ Bewegungen, das heißt, sie schwingen hin und her. Und die üblichen kleinen Bürstenköpfe eignen sich auch für den Kindermund.

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