Kinder­schutz-Apps im Test Nur zwei Apps helfen Eltern gut

13
Kinder­schutz-Apps im Test - Nur zwei Apps helfen Eltern gut
Neugierig. Kinder sind naturgemäß nicht begeistert, wenn ihre Eltern Grenzen setzen. Regeln können aber auch schützen. Vor Online-Sucht etwa. © Westend61 / Jan Tepass

Ob per Betriebs­system oder App: Software hilft Eltern, die Mediennut­zung ihrer Kinder im Blick zu behalten. Manche App ist eher auf Über­wachung als auf Kontrolle ausgelegt, wie der Kinder­schutz-App-Test der Stiftung Warentest zeigt. Neben Apps bekannter Sicher­heits­software-Spezialisten wie Kaspersky, Norton und McAffee haben wir auch die Kinder­schutz­software der Betriebs­systeme Google Android und Apple iOS geprüft. Nur zwei von neun Kinder­schutz­programmen im Test schneiden gut ab.

Kinder­schutz-Apps im Test Testergebnisse für 9 Kinder­schutz-Apps 09/2020

Inhalt
Liste der 9 getesteten Produkte
Kinder­schutz-Apps 09/2020 - Android
  • Google Family Link Hauptbild
    Google Family Link
  • Kaspersky Safe Kids Hauptbild
    Kaspersky Safe Kids
  • McAfee Safe Family Hauptbild
    McAfee Safe Family
  • Norton Family Hauptbild
    Norton Family
  • Qustodio Hauptbild
    Qustodio
  • Salfeld Kindersicherung Hauptbild
    Salfeld Kindersicherung
  • Wondershare Famisafe Hauptbild
    Wondershare Famisafe
Kinder­schutz-Apps 09/2020 - iOS
  • Apple iOS Hauptbild
    Apple iOS
Kinder­schutz-Apps 09/2020 - Android/iOS
  • JusProg Jugendschutzprogramm Hauptbild
    JusProg Jugendschutzprogramm

Software kann unterstützen

Was treibt der Nach­wuchs so am Smartphone? Das wüssten viele Eltern gern. „Besprechen Sie das mit Ihrem Kind“, sagen Pädagogen. „Nutzen Sie unsere App“, ergänzen die Anbieter von Kinder­schutz-Apps. Apps sollen Eltern helfen, ihre Kinder zu schützen und zu kontrollieren. Die Software kann Webseiten blockieren, die etwa Sex, Gewalt und Waffen zeigen. Sie kann die Bild­schirm­zeit für Kinder auf ein gesetztes Limit begrenzen und die Ausführung nicht alters­gerechter Apps blockieren. Die meisten Apps bieten auch eine Stand­ortverfolgung an. Sie obser­vieren den Nach­wuchs via GPS-Satelliten­signal, manche informieren die Eltern sogar, wenn das Kind von vereinbarten Wegen abweicht.

Das bietet der Kinder­schutz-App-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse.
Die Tabelle zeigt Bewertungen für 7 Kinder­schutz-Apps und die Kinder­schutz-Funk­tionen der beiden Betriebs­systeme Apple iOS und Google Android. Die Preise reichen von 0 bis etwas mehr als 70 Euro.
Tipps und Hintergrund.
Sie erfahren, ob es sich lohnt, Geld für eine Kinder­schutz-Software auszugeben, was von den einzelnen Programmen zu halten ist, und wie Sie unge­eignete Webseiten blockieren. Renommierte Medienpädagogen und Experten verraten, wie Sie Kinder zu kompetenter und kritischer Mediennut­zung erziehen können.
Heft­artikel.
Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus 9/2020.

Kinder­schutz-Apps im Test Testergebnisse für 9 Kinder­schutz-Apps 09/2020

Kinder­zugang einrichten

Alles beginnt mit dem ersten Tablet oder Smartphone. Sowohl Google als auch Apple bieten Benutzer­konten für Kinder, die sich von Eltern einstellen lassen. Apple hat die Kinder­schutz­funk­tionen in seine Betriebs­systeme iOS und iPadOS integriert, Google bietet sie für Android per Gratis-App Family Link an. Ähnlich funk­tionieren die anderen Programme im Test: Die Kinder-App kommt aufs Handy der Kids, die Eltern­version auf die Smartphones der Erwachsenen. Mit der Eltern-App steuern sie Kinder-App und -konto. Das funk­tioniert auch via Notebook oder PC. Die meisten Apps arbeiteten im Test fehler­frei und ließen sich kaum aushebeln.

Die Grenzen der Apps

Schon die Bezeichnung Kinder­schutz-App ist hoch gegriffen. Die Apps helfen Eltern bei der Kontrolle und protokollieren, was das Kind tut. Umfassend schützen können sie es nicht. Keine App vermag es, Cyberg­rooming (Kontakt­aufnahme zu Kindern via Internet) oder Mobbing zu verhindern. Anzüglich­keiten oder Über­griffe erkennen die Apps nicht. Mit einer Ausnahme: Famisafe von Wonders­hare kann Chat­verläufe nach Schlüssel­worten analysieren. Bedenk­lich daran: Es wäre eine schwere Verletzung der Privatsphäre und Persönlich­keits­rechte des Kindes, wenn die Eltern es heimlich über­wachen würden. Experten warnen davor. Unser Test zeigt, warum.

Kinder­schutz-Apps im Test Testergebnisse für 9 Kinder­schutz-Apps 09/2020

13

Mehr zum Thema

  • Messenger-Apps im Vergleich Wo niemand mitliest

    - WhatsApp, Signal, Telegram & Co sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Unser Messenger-Vergleich zeigt, welche der 16 Chat-Dienste im Test besonders sicher sind.

  • Gewusst wie Privat bei WhatsApp – mehr Privatsphäre schaffen

    - Mit den Stan­dard-Daten­schutz-Einstel­lungen bei WhatsApp offen­baren Sie viel von sich: Jeder sieht Ihr Profilbild und erfährt, wann Sie zuletzt online waren. Wenn Sie...

  • Daten­schutz beim iPhone Was bringt Apples Tracking-Schutz?

    - App-Tracking-Trans­parenz (ATT): So heißt die neue Funk­tion, mit der Apple iPhone-Besitzer vor Daten­kraken schützen will. Leider hilft der Tracking-Schutz nur begrenzt.

13 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Schk_7 am 17.11.2021 um 09:58 Uhr
Update: JusProg vergibt ungefragt Passwort

Auf der FAQ-Seite von JusProg zu Windows wird jetzt darauf hingewiesen, dass JusProg bei einer fehlgeschlagenen Installation ungefragt ein Passwort vergibt. Allerdings wird nicht darauf hingewiesen, dass dadurch der gesamte Rechner blockiert wird.
Man soll zur Problemlösung das Kontaktformular nutzen, nur antwortet leider keiner.

Schk_7 am 16.11.2021 um 18:07 Uhr
JusProg lässt sich nicht mehr deinstallieren

@Stifung Warentest,
Danke für Ihre Rückmeldung. Aber Ihre Anleitung ist komplett unbrauchbar. Das Programm installiert sich nach Öffnen der Installationsdatei selbständig. Dann erfolgt die Aufforderung zum Neustart und das war es dann. Das Programm ist installiert (sichtbar am Icon auf dem Desktop). Eine Abfrage zur Vergabe eines Passwortes gab es nicht. Ein Doppelklick auf den Icon ergibt nur die Meldung, dass die Installation fehlgeschlagen ist und es wird eine Support-PIN angezeigt. Beim Versuch, das Programm zu ändern / reparieren / löschen (egal ob durch Neustart der Installationsdatei oder über die App-Steuerung von Windows) wird das vom Programm selbständig vergebene Passwort abgefragt.
JusProg regiert auch auf mehrfache Anfragen nicht. Offensichlich wurde bei der Programmierung eine Prüfung der Ausführbarkeit vergessen, somit funktioniert das Programm wie eine Schadsoftware und sollte definitiv nicht mehr empfohlen werden.

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.11.2021 um 12:34 Uhr
Deinstallation von JusProg

@Schk_7: Das Jugendschutzprogramm JusProg richtet keinen Schaden an, wie Sie schreiben, sonst würden wir es nicht empfehlen.
Dass sich das Programm nicht einfach löschen lässt, liegt in der Natur der Sache: ein Schutzprogramm, dass sich versehentlich oder auch aus dem Kinderzugang heraus entfernen ließe, würde nicht zuverlässig schützen.
Das Passwort zum Löschen und zum Elternaccount haben Sie bei der Installation selbst vergeben (das ist keine Erfindung des Programms).
Zum Löschen loggen Sie sich mit Administratorrechten auf dem Rechner ein. Öffnen Sie ihren Elternaccount, wählen Sie JusProg und schließen Sie das Programm (das Programm kann nicht deinstalliert werden, solange es läuft).
Erst wenn JusProg geschlossen ist, rufen Sie in Windows 10 Einstellungen / Apps aufn (Taste [Win] + [I]).
Wählen Sie JusProg in der Liste der installierten Apps und klicken Sie auf die Schaltfläche "Deinstallieren".
Geben Sie Ihr Eltern-Passwort ein und folgen Sie den Schritten zur Deinstallation.
Führen Sie nach der Deinstallation einen Neustart des Rechners durch.
Auf diesem Weg lässt sich das Programm sauber und komplett vom Rechner entfernen (aus allen Benutzerprofilen).
Im Test sind dabei keine Probleme aufgetreten.
Die von Ihnen beschriebenen Phänomene könnten auftreten, wenn Sie versucht haben, das Programm oder die Programmordner manuell oder aus dem Kinderzugang heraus zu löschen. Sollte die Deinstallation bei Ihnen in der Folge nicht mehr funktionieren, kann folgendes helfen: Installieren Sie die Software in derselben Version neu (mit Administratorrechten) und führen Sie die Deinstallation dann ein weiteres Mal wie beschrieben durch. Schalten Sie während des Vorgangs ihr Virenschutzprogramm ab, damit sich beide Schutzprogramme nicht gegenseitig blockieren.
Weitere Informationen zu JusProg und zur Deinstallation finden Sie bei jugendschutzprogramm.de:
https://www.jugendschutzprogramm.de/faq/windows/
Dort erfahren Sie auch, wie Sie vorgehen können, wenn Sie Ihr Elternpasswort vergessen haben.
Sollten Sie trotzdem nicht weiterkommen, nutzen Sie bitte das Kontaktformular von JusProg jugendschutzprogramm.de und fragen Sie dort Hilfe per E-Mail an: https://www.jugendschutzprogramm.de/kontakt/
Mit der nötigen Ruhe sollte die Deinstallation auch nach einer Beschädigung des Programms gelingen.
Viel Erfolg.

Schk_7 am 13.11.2021 um 09:26 Uhr
Finger weg von JusProg

Aufgrund der Empfehlung von Warentest habe ich JusProg auf einem Windows 10-Rechner installiert. Das Programm "verewigt" sich nicht nur in dem Benutzerkonto, das aktuell aufgerufen wurde, sondern in allen Konten auf dem Rechner, einschließlich Administratorkonto und Superadministratorkonto. Im Hintergrund wird ein Passwort vergeben, das man natürlich nicht erfährt oder ändern kann. Jetzt ist der gesamte Rechner blockiert. Support gibt es nicht, E-Mails werden nicht beantwortet.
Wie kann Warentest ein Progamm empfehlen, das solchen Schaden anrichtet ?

Melanie1177 am 19.07.2021 um 11:22 Uhr
wirklich sehr wenige Informationen für 2,00 €

Kann mich den Vorrednern nur anschließen. Ich hätte mir eine Aufstellung der einzelnen konkreten Funktionen gewünscht und möglichen Problemen. Vielleicht noch Screenshots von den einzelnen Apps. Google Familiy Link macht bei uns Probleme sobald einige Apps auf "immer erlaubt" gestellt sind. Das Handy meiner Tochter friert dann ein. Handy ist mit aktuellstem Android, daran liegt es nicht. Google Support unzureichend. 2,00 € für Informationen, die ich mir selber im Internet in Kürze besorgen kann, sind absolut unberechtigt.