Kinder­matratzen im Test

So schlafen Babys am sichersten

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Kinder­matratzen im Test - Viele haben Sicher­heits­mängel
Bitte wenden. Babys sollten am besten auf dem Rücken schlafen. © Getty Images

Die genauen Ursachen für den plötzlichen Kinds­tod sind noch ungeklärt. Aber Eltern können Risiken minimieren. Sieben Tipps für sicheren Baby-Schlaf.

Kinder­matratzen im Test Testergebnisse für 28 Kindermatratzen

Inhalt

Sie suchen ein zuver­lässiges Babyphone? Hier gehts zum Babyphone-Test der Stiftung Warentest.

Plötzlicher Kinds­tod meist im ersten halben Lebens­jahr

Wenn ein gesundes Baby im ersten Lebens­jahr im Schlaf ohne erkenn­bare Ursache unerwartet stirbt, sprechen Ärzte vom plötzlichen Kinds­tod oder Sudden Infant Death Syndrome (SIDS). Die meisten Fälle treten zwischen dem zweiten und vierten Lebens­monat auf, etwas öfter bei Jungs als Mädchen. Dabei kommen verschiedene Risiko­faktoren zusammen. Am ehesten beein­flussen lässt sich die Schlaf­umgebung.

Sieben Tipps für einen sicheren Baby-Schlaf

1. Schlaf in Rückenlage

Der wichtigste Tipp am Anfang: Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen auf den Rücken. In Bauchlage könnte sich ausgeatmete, kohlen­dioxidreiche Luft zwischen Gesicht und Matratze sammeln. Atmet das Kind sie wieder ein, kann das zu Sauer­stoff­mangel führen, falls das Baby nicht von allein aufwacht. Diese Erklärung für SIDS ist zwar nicht erwiesen, aber plausibel.

Befürchtungen, dass das Baby sich in Rückenlage an Aufgestoßenem oder Erbrochenem verschlu­cken könnte, sind unbe­gründet. Auch die Seiten­lage ist nicht zu empfehlen, weil sich das Kleine im Schlaf auf den Bauch drehen könnte. Um zu verhindern, dass der Hinterkopf abflacht, legen Sie es immer mal wieder auf den Bauch, wenn es wach ist. Das kräftigt auch die Nackenmuskeln.

2. Schlafsack ohne Kuschelkissen

Eine Decke kann über den Kopf des Babys rutschen und zu Über­wärmung und Sauer­stoff­mangel führen. Sicherer ist ein Schlafsack. Achten Sie darauf, dass der Kopf nicht durch die Hals­öffnung passt. Auch Kissen, Kuscheltiere oder Bett­umrandungen („Nest­chen“) gehören nicht ins Babybett. Eine Schlaf­temperatur von 16 bis 18 Grad Celsius ist optimal.

3. Im eigenen Bett­chen schlafen

Ein Baby schläft im ersten Jahr am besten im Eltern­schlaf­zimmer im eigenen Bett­chen. Das Familien­bett birgt laut Studien ein erhöhtes SIDS-Risiko, vor allem wenn die Eltern Raucher sind oder Alkohol getrunken haben.

4. Kinder­bett in rauch­freier Umge­bung

Rauchen gilt als großes Risiko für den plötzlichen Kinds­tod. Am besten verzichten Sie – wie während der Schwangerschaft – darauf. Auch tabu im Umgang mit Säuglingen sind Drogen und Alkohol.

5. Stillen schützt, ein Schnuller auch

Stillen senkt das Risiko für den plötzlichen Kinds­tod, vor allem wenn ausschließ­lich gestillt wird. Möglicher Grund: Gestillte Babys werden nachts leichter und häufiger wach als Kinder, die mit der Flasche gefüttert werden.

Auch ein Schnuller scheint vor SIDS schützen zu können, selbst wenn er nach dem Einschlafen aus dem Mund fällt. Womöglich unterstützt das unbe­wusste Nuckeln durch­gängiges Atmen. Schnuller können aber in den ersten Lebens­wochen das Stillen beein­trächtigen. Mag Ihr Kind keinen, zwingen Sie ihn ihm nicht auf.

6. Lieber untersucht und geimpft

Nehmen Sie Vorsorgeunter­suchungen während der Schwangerschaft und nach der Geburt wahr. Impfungen erhöhen das Risiko für den plötzlichen Kinds­tod nicht. Die Erstimmunisierung scheint sogar einen schützenden Effekt zu haben.

7. Vorbeugen statt über­wachen

Bewegungs­melder oder Sensormatten fürs Bett über­wachen die Atmung des Babys. Es gibt aber keine Studie, die beweist, dass so SIDS verhindert wird. Ob über­wacht oder nicht – am besten, Sie beachten unsere Tipps Nr. 1 bis 6!

Kinder­matratzen im Test Testergebnisse für 28 Kindermatratzen

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Profilbild Stiftung_Warentest am 22.08.2022 um 15:09 Uhr
Badenia Trendline BT1000, mittelfest für Kinder

@hybrig: Die vom Anbieter Badenia mit „Härtegrad H4 fest“ deklarierte Matratze ist laut unserem Laborergebnis mittelfest.

hybrig am 20.08.2022 um 22:02 Uhr
Härtegrad H4 bei den Kindermatratzen?

Guten Tag,
Die Badenia BT1000 ist im Kindermatratzentest im Härtegrad 4 empfohlen worden, allgemein ist H4 doch eher für
mehr als 100 kg Körpergewicht gedacht, oder?
Jens Pfeiffer

Profilbild Stiftung_Warentest am 22.04.2022 um 09:49 Uhr
Jonas in 70x140

@CarlMüller: Die Matratze ist online und in vielen Filialen erhältlich. https://jysk.de/schlafzimmer/matratzen/kindermatratzen/matratze-70x140-jonas?search_category=auto_suggestion&query=jonas
Bitte beachten Sie unsere getestete Größe 70x140 cm.

CarlMüller am 21.04.2022 um 21:19 Uhr
Jonas in 90x200 beim Bettenlager / Jyst

Die o. g. Matratze ist nicht mehr erhältlich.

Profilbild Stiftung_Warentest am 14.02.2022 um 11:35 Uhr
Welches "weich" ist zu weich für Kindergartenkind

@BBockisch: Die Matratze muss dem Kind genug Halt geben und zugleich Bewegungsfreiheit. Ist die Matratze zu weich, könnte das Kind zu tief einsinken und kann sich erschwert drehen. Ist die Matratze aber zu hart, könnte sie an einigen Stellen drücken. Demnach wäre die allgemeine Empfehlung eine mittelweiche Matratze. Da aber auch Kinder bereits Komfortvorlieben haben, empfehlen wir generell auch hier immer ein ausgiebiges Probeliegen. So dass auch eine weiche Matratze für Ihr Kind infrage kommen könnte."
Für die Eigenschaft "Empfohlen für Kinder" wird die Härte nicht berücksichtigt, wohl aber die Zonierung. Da die Kinder zum einen kleiner sind als Erwachsene und zum anderen durch ihr Wachstum über die Zeit auf unterschiedlichen Bereichen der Matratze liegen, kann eine immer gleichbleibende Zonierung sich diesen Bedürfnissen nicht anpassen. Aus diesem Grund empfehlen wir eher eine schwach bis nicht zonierte Matratze.