Kleine Matratzen­kunde

Hier finden Eltern einen kurzen Über­blick, worin sich die geprüften Matratzen­typen unterscheiden und worauf beim Einkauf zu achten ist.

Matratzen aus Schaum­stoff. Sie bestehen aus aufgeschäumten Polyure­than (PU) und werden zu leichten, oft güns­tigen Matratzen ohne Rillen, Wellen oder Noppen verarbeitet, manchmal mit senkrechten Luft­kanälen. Für ange­klebte Tritt­kanten kommt auch härterer Schaum­stoff zum Einsatz.
Tabelle: Kindermatratzen aus Schaumstoff.

Matratzen aus Kalt­schaum. Diese Polyurethan-Variante gibt unter Druck gleich­mäßiger nach als einfacher Schaum­stoff. Zum Teil sind die Kerne aufwendig mehr­lagig aufgebaut und mit anderen Materialien kombiniert: zum Beispiel mit Viskoschaum­auflagen, die bei Körperwärme nachgeben und bei kühler Raum­temperatur erhärten. Luft­kammern und Belüftungs­kanäle im Matratzenkern sollen für ein angenehmes Schlafklima sorgen.
Tabelle: Kindermatratzen aus Kaltschaum.

Matratzen aus Latex-Kokos. Kombikerne aus Latex und Kokos sind eher dünn und schwer. Latex gibt unter Druck sehr gleich­mäßig nach. Senkrechte Kanäle sorgen für die Belüftung. Die mit Latex fixierten Kokosfasern sind hart bis sehr hart und meist gut luft­durch­lässig.
Tabelle:Kindermatratzen aus Latex-Kokos.

Baby- und Kleinkindseite. Zwei unterschiedliche Matratzen­seiten sind meist über­flüssig. Messungen zeigen: Trotz des Gewichts- und Größen­unter­schieds liegen Säuglinge und Klein­kinder auf einer Seite in der Regel nicht schlechter als auf der anderen. Sie sinken oft gleich tief ein – beim größeren Kind wird das Gewicht einfach auf eine größere Fläche verteilt.

Härte­angaben. Oft fehlen sie auf Kinder­matratzen. Sind sie vorhanden, bieten sie kaum Orientierung. Die Anbieter vergeben sie häufig nach eigenen Maßstäben. Die Stiftung Warentest bestimmt den Härtegrad nach Norm DIN EN 1957:2012 und leitet daraus die Klassifizierung ab. Die Norm ist aber kein Gesetz.

Härtegrade. Sowohl weiche als auch harte Matratzen können ein Kind gut abstützen. Entscheidend ist, dass sich die Matratze so an die Körperform des Kindes anpasst, dass es weder zu tief noch zu wenig einsinkt.

Liegezonen. Für Erwachsene können Liegezonen für unterschiedliche Körperregionen mitunter sinn­voll sein, für Babys und Klein­kinder nicht. Wegen ihres geringen Körpergewichts und der noch eher geraden Wirbelsäule müssen die Kleinen beim Schlafen an bestimmten Stellen nicht stärker abge­stützt oder entlastet werden als an anderen (siehe auch: Wechsel.)

Siegel. Logos wie „Der Blaue Engel“ und „Oeko-Tex Stan­dard 100“ zeigen, dass unabhängige Prüf­institute die Matratze auf Schad­stoffe hin kontrolliert haben.

Tritt­kante. Eine stabile Matratzenkante ist sinn­voll. Sie soll verhindern, dass ein Kind beim Laufen, Hopsen und Stehen im Bett in die Spalte zwischen Matratze und Bett­rand rutscht und sich die Füßchen einklemmt. Die beiden Latex-Kokos-Kern-Matratzen sind so stabil, dass sie keine verstärkte Kante brauchen.

Wechsel. Ein Kind sollte am Kopf- und am Fuß­ende mindestens zehn Zenti­meter Platz haben. Ist es mit etwa sechs Jahren der kleinen Matratze entwachsen, können Eltern ein Modell für Erwachsene wählen – nach wie vor ohne Liegezonen. Diese unterschiedlich harten Bereiche sollen den Körper eines Erwachsenen stützen oder entlasten. Sie sind für Kinder eher unge­eignet.

Werbung. Einige Anbieter neigen dazu, in ihrer Werbung zu über­treiben. Sie bezeichnen ihre Matratzen zum Beispiel als „allergikerfreundlich“, oder „für Allergiker geeignet“. Keine der Matratzen und Bezüge im Produktfinder kann die Hausstaubmilbe auf Dauer aus den Betten fernhalten. Wirkungs­voller sind hier spezielle Allergikerbezüge (Encasing). Auch auf den versprochenen „Schutz vor unerwünschter CO2-Rück­atmung“ sollten sich Eltern nicht verlassen. Wichtiger ist, dass Eltern vor allem Säuglinge sicher betten. Dadurch lassen sich die Risiken für Unfälle und den Plötzlichen Kinds­tod mindern: So schläft Ihr Kind am sichersten

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TestKinder­matratzen03.03.2014
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