Kindermatratzen Test

Kinder schlafen länger als Erwachsene und reagieren empfindlicher auf Schadstoffe. Eine gesunde Matratze ist deshalb besonders wichtig. Im Test: 12 Matratzen für Kinder. Schaumstoff, Kokos oder Latex: test.de zeigt die besten Matratzen für süße Träume und gesunden Schlaf.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Kindermatratzen.

Die beste ist knapp gut

Die gute Nachricht vorneweg: Alle zwölf Kindermatratzen im Test bieten ordentliche Liegeeigenschaften. Sie stützen den kleinen Körper, sind nicht zu hart, nicht zu weich und bleiben auch nach längerer Beanspruchung elastisch und stabil. Das Material spielt dabei keine Rolle: Ob Schaumstoff, Kokos oder Latex, die Liegeeigenschaften sind mindestens befriedigend. Note 2,6 bis 2,8. Ein Wermutstropfen: Keine Matratze ist wirklich perfekt. Selbst die Liegeeigenschaften der besten Modelle sind nur knapp gut. Note: 2,5. Kaum besser als bei den anderen Matratzen. Das insgesamt beste Modell heißt Ascade Dornröschen von MFO. Die Schaumstoffmatratze kostet in der Größe 70 mal 140 Zentimeter etwa 89 Euro. Der Testsieger erreicht ein knappes Gut, Note 2,5.

Für Säuglinge und Kleinkinder

Vier weitere Matratzen verfehlten das gute Qualitätsurteil nur knapp: die Schaumstoffmatratzen Breckle Schlafgut (80 Euro), Julius Zöllner Dr. Lübbe Air Allegro (119 Euro) und Paradies Dahlie (139 Euro) sowie die Kokosmatratze Prolana Ronja Plus (165 Euro). Qualitätsurteil: befriedigend, Note 2,6. Nur 0,1 Note schlechter als der Testsieger von MFO. Positiv: Alle Matratzen sind für Säuglinge und für Kleinkinder geeignet. Auch das hat der Test ergeben. Mehrere Kinder durften im Labor Probe liegen. Die einen waren erst sechs Monate, die anderen schon fünf Jahre alt. Die unterschiedliche Körpergröße und das Gewicht spielten keine Rolle. Babys und Kleinkinder sanken gleich tief in die Matratzen ein. Das funktioniert, weil sich das Gewicht bei größeren Kindern auch auf eine größere Fläche verteilt. Zwei unterschiedliche Matratzenseiten für Babys und Kleinkinder sind deshalb überflüssig. Vier Anbieter werben trotzdem damit.

Anbieter versprechen zu viel

Die Werbeaussagen der Anbieter klingen ohnehin oft märchenhaft. Beispiel: Aro Artländer. Der Anbieter verspricht die „Heilkraft der Wüstenlilie“ und einen „vitalisierenden, antiseptischen Effekt durch Enzyme“. Die sollen im Bezug der Matratze stecken. Wie sie dort wirken, bleibt im Dunkeln. Die Kinder berühren den Bezug eigentlich nicht. Die meisten Eltern spendieren jedenfalls ein Bettlaken und einen Schlafsack. Schlimmer noch als die übertriebenen Werbeversprechen sind die Schadstoffe, die in einigen Matratzen stecken.

Erst lüften, dann schlafen

Drei Modelle kamen mit krebserzeugenden Stoffen daher: Easy Baby, Paidi und Hess Natur. Nach dem Öffnen der Verpackung dunstete bei Paidi Trichlorethen aus, bei Hess Tetrachlorethen. Bei Easy Baby registrierten die Tester gleich beide Stoffe. Sie können Krebs erzeugen und haben in Matratzen nichts verloren. Darauf können sich die Kunden offenbar nicht verlassen. Deshalb gilt: Lüften Sie die neue Matratze bei geöffnetem Fenster mindestens einen Tag lang aus. Bei den Matratzen von Concord, Ikea und Paidi gebietet das schon die Nase: Die neuen Matratzen riechen recht streng. Schuld sind organische Verbindungen, die mit der Zeit verfliegen. Unmittelbar gefährlich sind sie nicht.

Ikea-Bezug läuft ein

Vom Mief befreit, ist die Ikea-Matratze das billigste annehmbare Modell. Die Sultan Sussa kostet nur 35 Euro. Sie ist sehr dünn und mittelhart, hat einen waschbaren Bezug und sogar einen waschbaren Kern. Nachteil: Der Bezug läuft bei der Wäsche ein. Er lässt sich anschließend nur sehr schwer wieder auf den Matratzenkern ziehen. In puncto Haltbarkeit konnten die Matratzen dagegen alle überzeugen. 30 000 mal rollte eine 40-Kilo-Walze im Test über jede Matratze. Das simuliert etwa fünf Jahre harten Alltag, mit hopsenden Kindern. Die Matratzen blieben stabil. Sinnvoll ist übrigens eine trittfeste Kante am Matratzenrand. Die verhindert, dass Kinder am Matratzenrand abrutschen und sich die Füße am Gitterbett klemmen. Vor allem, wenn die Matratze mal als Trampolin dient. Sieben Matratzen im Test haben diese schützende Kante. Der Testkompass zeigt, welche.

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