Kinderlaufrad von Lidl Schnelltest

Ganz aus Kunststoff besteht das Kinderlaufrad X-Bike, das der Discounter Lidl seit dem 28. November für 50 Euro anbietet. Der verstellbare Sattel ermöglicht die einfache Größenanpassung für Kinder von etwa zweieinhalb bis fünf Jahren und einer Körpergröße von rund 90 bis 115 Zentimeter. Der Schnelltest zeigt, ob sich ein Kauf lohnt.

Problemloser Zusammenbau

Das Kinderlaufrad muss zunächst montiert werden. Das gelingt anhand der bebilderten Anleitung und mit dem beigefügten Werkzeug problemlos. Allein für die laut Anleitung optionale Anbringung von Klingel und Bremse sowie die Einstellung der Bremskraft sind ein kleinerer Schraubendreher beziehungsweise passende Maulschlüssel zweckmäßig. Das fertig montierte Laufrad besitzt vor dem Lenker einen Ablagekorb für Kleinigkeiten, eine Klingel und eine Trommelbremse, die auf das Hinterrad wirkt.

Risiko Sattelstütze

Kinderlaufrad von Lidl Schnelltest

Vorsicht beim Verstellen der Sitzhöhe: Finger können eingeklemmt werden.

Die Sattelhöhe kann ohne Werkzeug feinstufig an die Körpergröße des Kindes angepasst werden. Dabei besteht aber die Gefahr, sich die Finger zu klemmen, denn die Kulisse der Sattelstütze bildet eine Scherstelle zum Rahmen.

Kinderlaufrad von Lidl Schnelltest

Mit der vorstehenden Sattelstütze kann das Kind an höheren Stufen hängen bleiben.

Wird die Sattelstütze für kleine Kinder ganz eingeschoben, beträgt der Abstand der Stütze zum Boden nur noch rund sieben Zentimeter. Damit kann das Kind zum Beispiel beim Überfahren einer höheren Stufe hängen bleiben und stürzen. Der Lenker ist dagegen nicht in der Höhe verstellbar und bietet eine Lenkeinschlagbegrenzung. Diese ist in zwei Stufen auf 23 und 33 Grad einstellbar. Wie bei allen Laufrädern mit Einschlagbegrenzung lauert hier ein Verletzungsrisiko im Falle eines Sturzes durch das relativ steil hochstehende Lenkerende. Immerhin lindert der Schutz am Ende der Lenkergriffe den Aufprall.

Flotter Flitzer mit wenig Komfort

Auf glatten Böden in Innenräumen ist das Kinderlaufrad – trotz Kunststoffreifen mit Profil – relativ rutschig. Ohne Luftkammern bieten die Reifen auch kaum Federungskomfort im Gelände. Der Sattel ist ebenfalls hart und nur wenig gepolstert. Seine Form behindert den Bewegungsablauf der Beine beim Fahren jedoch nicht und bietet dem Kind beim Bremsen mit den Füßen einen guten Halt im Sattel.

Handlich und stabil

Eine Aussparung im Mittelteil des Kunststoffrahmens erleichtert das Tragen des rund vier Kilogramm schweren Rades. Im Schnelltest bewies das Laufrad auch unter erschwerten Bedingungen hohe Festigkeit. Nach dem Falltest war nur die Klingel und nach mehrmaligem Umkippen das Schutzblech am Vorderrad abgebrochen. Die eher milde Bremsleistung verringert das Risiko des Blockierens. Ohnehin ist in der Praxis zu beobachten, dass zumindest die kleineren Kinder eher mit den Füßen bremsen als den Bremsgriff am Lenker zu ziehen.

Keine Schadstoffe gefunden

Beruhigend: In den Materialproben aus Lenkergriffen, Sattelpolster und Reifen fanden die Tester keine schädlichen Substanzen wie Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder Phthalate (Weichmacher). Zuletzt entdeckte die Stiftung Warentest diese Schadstoffe in Kinderspielzeug.

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