Anwohner in einem Wohn­gebiet müssen in der Regel den besonderen Lärm hinnehmen, der von einer Schul­sport­anlage ausgeht.

In Neustadt an der Wein­straße hatte das Leibniz-Gymnasium einen neuen Allwetter-Sport­platz mit Tartanboden und Hand­ball­toren gebaut. Nach wenigen Wochen wehrte sich ein Anwohner dagegen, weil ihn der Lärm störte. Der Schall würde das Höchst­maß über­schreiten, das die Sport­anlagenlärm­schutz­ver­ordnung zulässt, argumentiert der Anwohner und klagte.

Vor Gericht blitzte er jedoch ab: Die Verordnung gilt nicht für den Schul­sport, urteilte das Verwaltungs­gericht Neustadt (Az. 5 K 60/17.NW). Denn Schul­sport werde nach der Bundes­lärm­schutz­ver­ordnung privilegiert behandelt.

Auch was als Schul­sport gelte, stellte das Gericht klar: Es kommt vor allem darauf an, ob die Aktivitäten unter Aufsicht einer Lehr­kraft statt­finden. Daher zählt nicht nur der reguläre Unter­richt dazu, sondern auch Arbeits­gemeinschaften oder Sport als Teil der Ganz­tags­betreuung.

Nicht zum üblichen Schul­sport gehöre das Spiel von Schülern in der Pause oder in Frei­stunden, wenn Schulleitung und Lehrer nicht beteiligt sind.

Tipp: Was für Kinder­lärm im Miets­haus gilt, erklären wir in unserem Special Kinder im Mietshaus.

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