Haus­aufgaben­betreuung, Spielen, Kochen, Einkaufen und Job - das geht nicht immer unter einen Hut.

Die Bundes­regierung hat die bisherige Kinder­krankengeld­regelung befristet ausgeweitet: Eltern können sich von der Arbeit frei­stellen lassen und ihre Kinder daheim betreuen, wenn Kita oder Schule wegen Corona geschlossen sind oder den Betrieb einge­schränkt haben. test.de sagt, was gesetzlich kranken­versicherte Eltern wissen müssen, wenn sie die neue Regelung in Anspruch nehmen wollen – und welche Leistungen es für Privatversicherte gibt.

Kasse zahlt Gehalt weiter

Wohin mit den Kindern, wenn Schule oder Kita wegen Corona schließen, den Betrieb einschränken oder einzelne Klassen oder Gruppen in Quarantäne müssen? Berufs­tätige Eltern können sich ab sofort frei­stellen lassen und den Nach­wuchs daheim betreuen. Die Krankenkasse zahlt in der Zeit das Gehalt weiter, und zwar 90 Prozent des Netto­gehalts. Der Anspruch gilt rück­wirkend seit dem 5. Januar 2021 ‒ und zwar bis zum 31.Dezember 2021. Er gilt auch, wenn die Eltern im Home­office arbeiten könnten. Das bisherige Kinderkrankengeld wurde dafür ausgebaut.

20 Tage pro Kind im Jahr

Vater und Mutter erhalten jeweils 20 Tage pro Kind im Jahr, Allein­erziehende erhalten 40 Tage. Bei mehreren Kindern sind es pro Eltern­teil maximal 45 Tage, bei Allein­erziehenden maximal 90 Tage. Voraus­setzung ist, dass Eltern und Kind gesetzlich kranken­versichert sind und das Kind unter 12 Jahre alt ist. Für Kinder, die eine Behin­derung haben, gilt die Alters­grenze nicht. Im Haushalt darf es keine andere Person geben, die das Kind betreuen kann.

Bescheinigung von Kita oder Schule

Nötig ist eine entsprechende Bescheinigung der jeweiligen Bildungs­einrichtung, die bei der Kasse einge­reicht wird. Den Eltern steht es frei, wie sie das Kinder­krankengeld einsetzen. Sie können es ausschließ­lich für Corona-bedingte Betreuungs­engpässe nutzen, sie können es aber auch weiterhin für die Pflege erkrankter Kinder einsetzen. Dann benötigen Kasse und Arbeit­geber ein am 1. Tag der Krankheit ausgestelltes Attest des Kinder­arztes, in dem dieser einen Betreuungs­bedarf bescheinigt.

Andere Leistungen für Privatversicherte

Privatversicherte und beihilfeberechtigte Eltern haben keinen Anspruch auf Kinder­krankengeld, sie können in solchen Fällen aber Lohn­ersatz­leistungen nach § 56 des Infektionsschutzgesetzes in Anspruch nehmen.

Tipp: Mehr zum Thema Coronavirus und Covid-19 auf unserer Themenseite Corona.

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