Kinder­konto Meldung

Vermögen der Kinder: Eltern dürfen das Geld nicht für den Führer­schein verwenden – selbst dann nicht, wenn das Kind zustimmt.

Das Vermögen der Kinder ist für Eltern tabu. Für eine zweck­gebundene Schenkung gelten allerdings Ausnahmen. Die Finanz­experten der Stiftung Warentest erklären, welche Regeln Eltern und Groß­eltern beachten müssen, wenn sie für ihre Kinder oder Enkel Geld anlegen.

Eltern sollen das Vermögen ihrer Kinder mehren

Viele Kinder haben ­eigene Spar­konten oder Depots, auf die Eltern oder Groß­eltern zu Anlässen wie Weih­nachten, Taufe, Konfirmation oder Kommunion Geld einzahlen. Grund­sätzlich gilt: Eltern haben im Rahmen ihres Sorgerechts die Pflicht, das Vermögen der Kinder nicht nur zu erhalten, sondern auch zu vermehren. Verstoßen sie dagegen, steht den ­Kindern Schaden­ersatz zu.

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Eltern – bei Verstößen zu Schaden­ersatz verpflichtet

In einem aktuellen Beschluss des Ober­landes­gerichts ­Celle entschieden die Richter: Eltern, die das Geld ihrer Tochter zur Finanzierung des gemein­samen Wohn­hauses nutzen, haben ihre Vermögens­betreuungs­pflicht verletzt und sind schaden­ersatz­pflichtig (Az. 21 UF 89/17). Im selben Verfahren ging es auch um die Frage, ob die damals minderjäh­rige Tochter ihren Führer­schein mit ihrem eigenen Geld bezahlen darf. „Nein“, urteilten die Richter. Die Tochter war zwar mit der Verwendung ihres Geldes für den Führer­schein einverstanden. Diese Zustimmung ist jedoch nicht wirk­sam, weil Minderjäh­rige grund­sätzlich keine wirk­same Zustimmung zur Verwendung ihres Geldes erteilen können. Der Vater muss der Tochter daher auch die Kosten für den Führer­schein samt Zinsen erstatten.
Grund­sätzlich gilt: Ist eine Spar­anlage oder ein Depot auf den Namen des Kindes angelegt, gehört es auch ausschließ­lich dem Kind. Die Eltern verwalten es nur bis zur Voll­jährigkeit. Erst wenn das Kind 18 wird, kann es mit dem Geld machen, was es will.

Tipp: Worauf Eltern achten sollten, wenn sie Geld auf den Namen ihres Kindes anlegen, zeigt unser FAQ Sparen für die Kinder.

Zweck­gebunden Schenkung – so geht´s

Anwältin Cordula ­Alberth mit Schwer­punkt im Familien­recht sagt: „Das Kindes­vermögen darf grund­sätzlich nicht für Dinge des täg­lichen Bedarfs, Unterhalt oder zur ­Erhöhung des Lebens­stan­dards des Kindes verwendet werden und schon gar nicht für die eigenen Bedürf­nisse der Eltern.“ Mehr Spielraum bietet ­eine zweck­gebundene Schenkung: Oma und Opa können ihrem Enkelkind ­jeweils alle zehn Jahre einen größeren Geld­betrag bis zu 200 000 Euro steuerfrei schenken und dieses Geschenk mit einem Zweck verbinden, wie etwa: „Das Geld darf nur für die musische, schu­lische und sons­tige Ausbildung verwendet werden.“ Die Eltern dürften von diesem Geld dann für das minderjäh­rige Kind ein teures Instru­ment ­kaufen oder ein High-School-Jahr in den USA bezahlen.

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