Öffent­liche Hilfen: Für ein selbst­ständiges Leben

Führen eine Krankheit oder ein Unfall zur Behin­derung, gibt es Hilfen, die das Leben erleichtern.

  • Medizi­nische Reha. Nach einem Unfall oder einer Erkrankung stehen medizi­nische Behand­lung und Rehabilitation im Vordergrund. Die Kosten dafür über­nimmt die Krankenkasse. Leidet das Kind zum Beispiel an einer Lähmung, bekommt es regel­mäßige Physio­therapie; bei einer Hörschädigung sind es Stimm- und Sprach­therapie. Hilfs­mittel wie Roll­stühle, ortho­pädische Schuhe oder Hörgeräte zahlt die Kasse ebenfalls. Spezielle Therapien wie etwa die Hippo­therapie, bei der krankengymnastische Übungen auf dem Pferd gemacht werden, über­nimmt sie hingegen nicht.
  • Hilfe durch Pflege. Muss das Kind gepflegt werden, hat es genauso wie Erwachsene einen Anspruch auf die Leistungen aus der gesetzlichen Pflege­versicherung. Voraus­setzung ist, dass Vater oder Mutter mindestens fünf Jahre Beiträge einge­zahlt haben. Wird das Kind zuhause gepflegt, gibt es Pflegegeld zwischen 120 und 700 Euro. Abhängig ist das von der Art und Schwere der Behin­derung. Auch Pfle­gehilfs­mittel wie das Pflegebett oder einen Badewannenlifter stellt die Pflegekasse zur Verfügung.
  • Frühe Förderung. Um bei kleinen Kindern die Nachteile einer Behin­derung auszugleichen, gibt es die Früh­förderung. Für medizi­nisch-therapeutische Behand­lungen wie Sprach­therapie bezahlt die Krankenkasse, für heilpädagogische Hilfe das Sozial­amt. Dazu zählt etwa die Förderung der Wahr­nehmung durch Bewegungs­therapie.
  • Kinder­geld. Ist die Behin­derung vor dem 25. Lebens­jahr einge­treten und kann ein Mensch deswegen seinen Lebens­unterhalt nicht mehr selbst verdienen, steht den Eltern unbe­grenzt lange Kinder­geld zu.
  • Kinder­garten und Schule. Die Kosten für den Besuch eines Sonder­kinder­gartens, auch heilpädagogischer Kinder­garten genannt, trägt das Sozial­amt. Für einen integrativen Kinder­garten müssen in manchen Bundes­ländern die Eltern bezahlen. Kann ein behindertes Kind eine Schule besuchen, über­nehmen die Sozial­hilfeträger die Kosten dafür. Sie zahlen beispiels­weise die Fahrt mit einem Spezialbus.
  • Kostenlos fahren. Die Versorgungs­ämter stellen auf Antrag einen Schwerbehinderten­ausweis aus, wenn der Grad der Behin­derung (GdB) mindestens 50 beträgt. Ein behindertes Kind kann damit beispiels­weise kostenlos mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln fahren. Eine Begleit­person fährt ebenfalls kostenlos.

Tipp: Einen Über­blick gibt der Leitfaden „Mein Kind ist behindert – diese Hilfen gibt es“ vom Bundes­verband für körper- und mehr­fachbehinderte Menschen (BVKM). Informationen gibt auch das Kinder Pflege Netz­werk (www.kinderpflegenetzwerk.de).

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