Welche Verträge noch verkauft werden: Viele Angebote mit Lücken im Schutz

Oft unterscheiden sich die Angebote der Versicherungs­vermittler deutlich von den getesteten Produkten und leisten nur in bestimmten Fällen.

Unfall­versicherung. Geld aus der Unfall­versicherung gibt es nur, wenn die Behin­derung auf einen Unfall zurück­geht. Da es hier kaum Gesund­heits­prüfungen gibt, ist sie eine Notlösung, wenn das Kind keine Invaliditäts­versicherung bekommt. Ergänzend gibt es auch eine Unfall­renten­versicherung. Ab 50 Prozent Invalidität zahlt der Versicherer lebens­lang eine Monats­rente.

Paketlösungen. Manche Versicherer kombinieren eine Absicherung gegen Invalidität mit anderen Versicherungen, einer Geld­anlage oder einem Alters­vorsorgepro­dukt. Wir raten davon ab. Kann sich die Familie die Beiträge nicht mehr leisten, entfallen Alters­vorsorge und Versicherungs­schutz.

Dread-Disease-Schutz. Einige Versicherer wie die WWK (Lifeconcept) bieten Schutz bei Unfällen und für bestimmte schwere Erkrankungen (eng­lisch: dread disease) wie Krebs, Gehörlosig­keit, Lähmungen oder größere Organ­trans­plantationen. Der Versicherte erhält eine einmalige Summe. Bei anderen Krankheiten geht er leer aus.

Schutz bei Verlust einzelner Fähig­keiten. Andere Angebote bieten Schutz beim Verlust bestimmter Fähig­keiten. Die Versicherer listen dann Erkrankungen auf, bei denen sie zahlen. Der Tarif Junior Pur der AachenMünchener leistet, wenn Kinder schul- oder später erwerbs­unfähig werden oder sich eine Pflegebedürftig­keit ergibt. Der Kinder­schutz­plan der CosmosDirekt zahlt darüber hinaus auch, wenn die Funk­tions­fähig­keit bestimmter Körperteile oder Sinnes­organe verloren­geht.

Schutz bei Verlust von Grund­fähig­keiten. Das Kinder­schutz­paket der Axa leistet beim Funk­tions­verlust bestimmter Körperteile oder Sinnes­organe, bei Pflegebedürftig­keit, der Beein­trächtigung bestimmter Organe wie bei Krebs, Herz-, Lungen- oder Nieren­erkrankungen. Geld gibt es aber auch beim Verlust von Grund­fähig­keiten wie Sehen, Sprechen, Hören oder Bewegungs­einschränkungen etwa beim Gebrauch der Hände.

Die Multi-Rente der Janitos kombiniert mehrere Leistungs­bereiche: Sie hilft beim Verlust der Funk­tionen bestimmter Körperteile wie etwa der Hand oder von Sinnes­organen, bei Pflegebedürftig­keit, bei Organschäden wie Herz-, Lungen- oder Nieren­erkrankungen, beim Verlust von Grund­fähig­keiten wie Sehen oder Sprechen und bei bestimmten schweren Erkrankungen wie HIV, Krebs oder Kinder­lähmung.

Dieser Artikel ist hilfreich. 75 Nutzer finden das hilfreich.