Kinder­invaliditäts­versicherung Test

„Was ist, wenn meinem Kind etwas zustößt?“ Diesen Gedanken hatte wohl schon jeder, der Kinder hat. Gegen Unfall oder schwere Erkrankung gibt es keinen absoluten Schutz, doch eine Kinder­invaliditäts­versicherung kann helfen, zumindest die finanziellen Folgen erträglich zu machen. Die meisten Verträge bieten eine lebens­lange monatliche Rente, manche eine zusätzliche Einmalzahlung. Finanztest hat zehn Policen geprüft, zwei davon waren gut. Der güns­tigste gute Tarif kostet rund 350 Euro im Jahr.

Im Ernst­fall kommen hohe Kosten auf die Eltern zu

Hat ein Kind einen Unfall oder erkrankt es so stark, dass das zu einer schweren Behin­derung führt, stellt das meist das Leben der ganzen Familie auf den Kopf – das Kind braucht viel Aufmerk­samkeit und oft besondere Förderung und Therapien. Das geht auch ins Geld, etwa wenn ein Eltern­teil zuhause bleibt und ein Teil des Familien­einkommens wegfällt. Kann sich ein Kind kaum oder schlecht bewegen, können Ausgaben für den roll­stuhlgerechten Umbau des Hauses oder der Wohnung hinzukommen. Daher ist es für den Versicherungs­nehmer von Vorteil, wenn er neben der Rente anfangs eine größere Geldzahlung erhält, um Umbauten und Anschaffungen wie einen Elektroroll­stuhl bezahlen zu können. Nur zwei Tarife im Test bieten das.

Versorgungs­amt muss Behin­derung fest­stellen

Mit einer Kinder­invaliditäts­versicherung sorgen Eltern dafür, dass mehr Geld vorhanden ist, wenn ihr Kind schwerbehindert werden sollte – unabhängig davon, ob Krankheit oder Unfall Ursache sind. Geld aus der Versicherung gibt es, wenn das Versorgungs­amt dem Kind einen Grad der Behin­derung von mindestens 50 bescheinigt hat.

Im Ideal­fall Rente plus Einmalzahlung

Finanztest hat zehn Policen mit unterschiedlichen Leistungen geprüft:

  • Zwei bieten eine lebens­lange monatliche Rente von 1 000 Euro und eine kleine Kapital­leistung von 12 oder 24 Monats­renten.
  • Sieben bieten nur eine monatliche Rente von 1 000 Euro.
  • Bei einem Angebot gibt es einmalig einen höheren Betrag, aber keine Rente.

Am besten schnitten Angebote ab, deren Antrags­formulare fair sind – etwa bei den Gesund­heits­fragen – und die besonders kundenfreundliche Bedingungen haben. Das heißt, sie bieten mehr, als die Musterbedingungen des Gesamt­verbandes der Deutschen Versicherungs­wirt­schaft (GDV) vorgeben.

Für einen guten Tarif sind mindestens 350 Euro im Jahr fällig

Für das mit gut bewertete Produkt mit lebens­langer Rente und einem Einmalbetrag müssen Familien 420 Euro im Jahr für ein Kind bis 14 Jahre zahlen. Neben der Rente gibt es einmalig einen Betrag in Höhe von zwölf Monats­renten. Tarife ohne Einmalzahlung liegen zwischen 130 und 478 Euro. Der zweite gut bewertete Tarif kostet 354 Euro im Jahr.

Bei einem Anbieter gibt es gar keine Rente

Ein Anbieter macht für 214 Euro zwar ein güns­tiges Angebot, bietet aber nur eine Kapital­leistung und keine Rente. Immerhin: Das einmal vom Versicherer erhaltene Geld muss nicht mehr zurück­gezahlt werden – auch dann nicht, wenn es dem Kind wieder besser geht, und der Grad der Schwerbehin­derung zurück­geht, etwa nach einer Krebs­therapie. Dennoch konnte der Tarif nur mit ausreichend bewertet werden.

Unfall­versicherungen bieten nur lückenhaften Schutz

Eltern oder Groß­eltern, die ihren Nach­wuchs absichern wollen, sollten sich über das für sie passende Angebot genau informieren. Neben der Kinder­invaliditäts­versicherung bieten Versicherer auch Produkte an, die manchmal nur unzu­reichend Schutz bieten, wie eine Unfall­versicherung. Viele Interes­senten haben die Erfahrung gemacht, dass Versicherungs­vertreter das Produkt Kinder­invaliditäts­versicherung nicht kennen. Detaillierte Informationen gibt es meist nur direkt bei der Gesell­schaft. Finanztest sagt, welche anderen Verträge die Versicherer noch verkaufen, und warum viele dieser Angebote nur einen lückenhaften Schutz bieten.

Drei Anbieter versichern Kinder ab der sechsten Lebens­woche

Versicherungs­nehmer, die einen Vertrag abschließen möchten, sollten das möglichst früh tun – solange sich keine Entwick­lungs­störungen beim Kind zeigen und es keinen Verdacht auf eine Krankheit gibt. Ist das nämlich der Fall, kann sich der Versicherer sperren, einen Vertrag zu schließen. Drei Gesell­schaften, die Barmenia, die Basler und die Badische Allgemeine, versichern Kinder bereits ab der sechsten Woche, nachdem die ersten drei Vorsorgeunter­suchungen statt­gefunden haben.

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