Kinderinvaliditätsversicherung Test

Mit einer Kinderinvaliditäts­ver­si­cherung sorgen Eltern für den Fall vor, dass ihr Kind einmal schwerbehindert werden sollte. Das Kind erhält mit den besten Versicherungen im Test eine lebenslange monat­liche Rente von 1 000 Euro. Familien zahlen dafür zwischen 300 und 500 Euro Beitrag im Jahr.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Kinderinvaliditätsversicherung.

Invaliditätsversicherung besser als Unfallversicherung

Krankheiten sind die häufigste Ursache von Schwerbehinderungen. Unfälle spielen dagegen keine Rolle. Nur 0,45 Prozent der schwerbehinderten Kinder und Jugendlichen haben sich ihre Beeinträchtigung bei einem Unfall zugezogen. Das zeigt: Eine Kinderinvaliditätsversicherung ist sinnvoller als eine Unfallversicherung. Unfallpolicen verkaufen die Versicherer für einen Jahresbeitrag ab rund 60 Euro, sie decken aber nur schwere Folgen von Unfällen ab. Mit einer Invaliditätspolice ist es egal, ob die Schwerbehinderung durch einen Unfall oder eine Krankheit verursacht wurde.

Rente besser als Einmalzahlung

Aus der Kinderinvaliditätsversicherung gibt es in der Regel Geld, wenn das Versorgungsamt dem Kind einen Grad der Behinderung von 50 oder mehr bescheinigt. Die meisten Versicherer bieten eine monatliche Rente von 1 000 Euro an. Eine Rente ist auf das ganze Leben gerechnet mehr wert als eine einmalige Auszahlung von zum Beispiel 100 000 Euro. Familien können mit einer Rente dauerhaft zusätzliche Ausgaben bestreiten, die das Leben mit einem behinderten Kind mit sich bringt. Drei der Angebote im Test kombinieren die Rente mit einem einmaligen Geldbetrag.

Einmalzahlung kostet weniger

Andere Kinderinvaliditätsversicherungen, die keine Rente, sondern nur eine einmalige Kapitalzahlung vorsehen, kosten deutlich weniger: Bei den Angeboten im Test sind es maximal 229 Euro im Jahr. Vorteil dieser Variante: Der Versicherer fordert einmal gezahltes Geld nicht zurück. Eine Rente wird dagegen gestoppt, sobald es einem Kind wieder deutlich besser geht.

Aufs Kleingedruckte achten

Wie groß die Chance ist, an sein Geld zu kommen, hängt vom Kleingedruckten im Vertrag ab. Die Bedingungen machen deshalb 70 Prozent des Finanztest-Urteils über die Versicherungen aus. Fatal können sich Versicherungsausschlüsse auswirken: Obwohl das Kind nachweislich schwerbehindert ist, bekommt es kein Geld, wenn seine Behinderung auf eine der ausgeschlossenen Ursachen zurückzuführen ist.

Verhaltensstörungen vom Schutz ausgeschlossen

Die meisten Anbieter schließen beispielsweise Neurosen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aus. Das kann zum Problem werden. Denn laut statistischem Bundesamt gehören Störungen der geistigen Entwicklung zu den häufigsten Ursachen für eine Schwerbehinderung im Kindes- und Jugendalter.

Versicherung ab der sechsten Lebenswoche möglich

Je früher ein Vertrag abgeschlossen wird, desto besser. Sobald ein Krankheitsverdacht auftaucht, kann dies dazu führen, dass das Eltern für ihr Kind keine Versicherung mehr abschließen können. Den frühesten Beginn des Schutzes bieten Deutscher Ring und Barmenia. Sie lassen den Vertragsschluss schon ab der sechsten Lebenswoche des Kindes zu.

Gesundheitsfragen ehrlich beantworten

Beantragen Eltern eine Versicherung, müssen sie alles angeben, was sie über den Gesundheitszustand ihres Kindes wissen und den Arzt von seiner Schweige­pflicht entbinden. Passiert ihnen beim Ausfüllen der Gesundheitsfragen ein Fehler, kann der Versicherer später die Leistung verweigern oder kürzen. Haben die Eltern absichtlich Erkrankungen ihres Kindes verschwiegen oder verharmlost, weil sie fürchteten, sonst keinen Vertrag zu bekommen, kann der Versicherer sogar vom Vertrag zurücktreten.

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