„Ich war verärgert“, sagt Kathrin Przybyl. „Mir war bei Vertrags­schluss nicht klar, dass der Versicherer die Invaliditäts­versicherung einfach kündigen darf.“

Versicherer Basler kündigt die laufenden Verträge für die Kinder­invaliditäts­versicherung „Junior Schutz Plus“. Gute Alternativen sind rar. Die Versicherungs­experten der Stiftung Warentest sagen, was betroffene Eltern jetzt tun können.

Kündigung im Brief­kasten

„Ich konnte es zuerst nicht glauben“, sagt Kathrin Przybyl aus Neuss. Der Versicherer Basler hat den Versicherungs­schutz für ihren fünf­jährigen Sohn, eine Kinderinvaliditätsversicherung, mit einer Drei­monats­frist gekündigt. Die Finanztest-Leserin hatte ein Jahr nach der Geburt des Jungen den 2014 von uns mit der Note Gut bewerteten Schutz abge­schlossen. Der Jahres­beitrag lag zuletzt bei rund 500 Euro. „Das Produkt hat mich über­zeugt“, sagt sie. „Versprochen waren 1 500 Euro lebens­lange Rente sowie eine Einmalzahlung im Fall einer Behin­derung nach einem Unfall oder durch Krankheit.“

Auslaufmodell „Junior Schutz Plus“

Mehrere Eltern, die bald ohne Schutz für ihre Kinder dastehen, wandten sich an Finanztest. Die Kündigungs­welle der Basler, die sich über die nächsten vier Jahre hinzieht, betrifft nach Angaben des Versicherers rund 4 000 Verträge. Presse­sprecher Thomas Klein: „Wir haben uns entschieden, uns früh­zeitig von kosten­intensiven Spezialsegmenten mit sehr geringem Volumen zu trennen.“ Bestehende Verpflichtungen würden fortgeführt.

Alternativen für Eltern

Die Auswahl an guten Kinder­invaliditäts­versicherungen ist gering. Im Test von 2014 schnitt neben dem Basler-Produkt nur der Tarif Kiz der WGV gut ab. Eltern sollten trotzdem Angebote bei weiteren Unternehmen einholen, Konditionen vergleichen und hartnä­ckig bleiben – es kann inzwischen neue geben. Die Neusserin Przybyl hat einen neuen Versicherer gefunden: „Ich zahle etwa 40 Euro mehr im Jahr, die Konditionen sind auch anders.“ Schwache Alternative zur Kinder­invaliditäts­versicherung ist eine Unfallversicherung – aber besser als nichts. Tatsäch­lich werden mehr Kinder aufgrund einer Krankheit schwerbehindert als durch einen Unfall. Auch eine Pfleg­etagegeld­police für Kinder kann sinn­voll sein.

Tipp: Mehr Informationen über Versicherungs­schutz für Kinder lesen Sie in unserem Test Kinderinvaliditätsversicherung.

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