Geld von Staat und Pflegekasse

Tritt bei Kindern eine Behinderung ein, hat die Familie ­Anspruch auf finanzielle Hilfen.

Behinderte Kinder haben genauso wie Erwachsene einen Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Sie hängen davon ab, ­wie viel pflegerische Hilfe das Kind aufgrund seiner Behinderung benötigt. Bei kleinen Kindern wird aber nur der Teil angerechnet, der über den Zeitbedarf für die Versorgung eines gleichaltrigen gesunden Kindes hinausgeht. Wenn Eltern täglich mindestens 1,5 Stunden Hilfe bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität oder Hauswirtschaft leisten, haben sie beispielsweise Anspruch auf 205 Euro Pflegegeld im Monat (Pflegestufe I).

Gibt es nichts von der Pflegeversicherung, dann besteht unter Umständen Anspruch auf Pflegegeld vom Sozialamt. Das gleicht den Leistungen der Pflegeversicherung, ist aber Familien mit geringem Einkommen und wenig Vermögen vorbehalten. Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern, von denen eines behindert ist (Pflegestufe I oder II) bekommt in Nordrhein-Westfalen Hilfe zur Pflege nur, wenn ihr Nettoeinkommen nach Abzug der Kaltmiete unter 1 285 Euro im Monat liegt und sie weniger als 3 427 Euro Vermögen hat. Zum Einkommen zählt auch eine eventuelle Rente aus einer Kinderinvaliditätsversicherung.

Kann ein behindertes Kind eine normale Schule besuchen, übernehmen die Sozialhilfeträger alle Kosten, die entstehen, um einen Schulbesuch am Wohnort zu ermöglichen, zum Beispiel für Zivildienstleistende oder Fahrten mit Spezialbussen. Die Eltern können mit diesen Kosten nur belastet werden, soweit sie dadurch Ausgaben für den Lebensunterhalt sparen.

Wenn jemand wegen einer Behinderung außerstande ist, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen, dann steht den Eltern unbegrenzt lange Kindergeld zu. Allerdings nur, wenn die Behinderung vor dem 27. Lebensjahr eingetreten ist. Das Kindergeld liegt derzeit bei jeweils 154 Euro im Monat für das erste bis dritte Kind und jeweils 179 Euro für jedes weitere Kind.

Werden volljährige behinderte Kinder in einem Wohnheim untergebracht, dann übernehmen die Sozialämter den größten Teil der Kosten hierfür. Unabhängig vom Einkommen oder Vermögen müssen die unterhaltspflichtigen Eltern höchstens 26 Euro im Monat zuzahlen.

Tipp: Einen Überblick über die finanziellen Hilfen für Familien mit behinderten Kindern gibt der Leitfaden „Mein Kind ist behindert – diese Hilfen gibt es“ vom Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte. Er kann unter www.bvkm.de kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden beim

BVKM
Brehmstraße 5–7
40239 Düsseldorf
Tel. 02 11/64 00 40

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