Vom Staat haben Eltern behinderter Kinder nicht viel zu erwarten. Die Leistungen von Kranken- und Pflegekasse, Sozialamt und sonstigen Einrichtungen reichen nur fürs Nötigste. Tendenz: Weiter sinkend. Wer ein Kind im Falle eines Falles anständig versorgt wissen will, muss sich selbst kümmern. Kinderinvaliditätsversicherungen schützen vor den Folgen sowohl von Unfällen als auch von Krankheiten. Wenn ein Kind behindert wird, gibts eine lebenslange Rente, eine einmalige Entschädigung oder beides. Damit können die Kosten für Lebensunterhalt und Hilfsmittel bestritten werden. Finanztest hat 35 Angebote untersucht. Guten Schutz gibt es für knapp 300 bis fast 400 Euro pro Jahr.

Besser als Unfallversicherungen

Die Kinderinvaliditätsversicherung ist noch recht jung. Erst seit gut fünf Jahren gibt es die Vorsorgepolicen speziell für Kinder. Der Versicherungsschutz macht Sinn. Unfallversicherungen sind zwar billiger. Doch sie zahlen auch wirklich nur bei Unfällen eine von den Folgen abhängige Entschädigung oder Rente. Doch in den meisten Fällen sind Behinderungen die Folge von Krankheiten. Dieses Risiko decken Unfallversicherungen nicht ab.

Geld zum Leben

Die Invaliditätsversicherung ist in der Regel ein Zusatzvertrag zu einer Unfallversicherung. Zur Wahl steht die Absicherung durch eine einmalige Entschädigung, eine lebenslange Rente oder eine Kombination aus beidem. Eine Rente ist geeignet, den Lebensunterhalt des Behinderten auf Dauer abzusichern. Sie muss ausreichend hoch sein und möglichst zum Ausgleich der Teuerungsrate jährlich steigen. Eine zusätzliche einmalige Entschädigungszahlung kann dazu dienen, behindertentaugliche Umbauten und kostspielige Hilfsmittel zu finanzieren. Eine Einmalentschädigung allein bietet nur bescheidene Sicherheit. Selbst hohe Versicherungssummen wie 100.000 oder 150.000 Euro sind im Ernstfall schnell verbraucht.

Schutz nicht für jeden

Den Versicherungsschutz bekommt nicht jeder. Fast alle Gesellschaften gewähren Kindern erst nach dem ersten Geburtstag Schutz. Wenn wegen Vorerkrankungen das Risiko einer Behinderung erhöht ist, gibts oft gar keine oder nur eingeschränkte Policen. Der Gesundheitszustand des Kindes wird bei Abschluss der Versicherung abgefragt und muss genau und vollständig geschildert werden. Schummeln lohnt nicht. Wenn sich später herausstellt, dass die Eltern es mit den Angaben zur Gesundheit nicht so genau genommen haben, kann die Versicherung im Ernstfall die Zahlung verweigern oder vom Vertrag zurücktreten.

Formulare mit Tücken

Wegen der Bedeutung der Gesundheitsfragen ist die Gestaltung der Antragsformulare wichtig. Manche Gesellschaft versucht, sich mit Fragen wie „Ist bzw. war das zu versichernde Kind bislang vollkommen gesund und ohne Gebrechen?“ eine Hintertür offen zu halten. Da hat der Kunde kaum eine Chance sich korrekt zu verhalten. Im Ernstfall drohen langwierige Streitereien mit der Versicherung.

Bedingungen mit Wenn und Aber

Noch wichtiger ist die Qualität der Versicherungsbedingungen. Dort ist geregelt, wann die Versicherung zahlt und wann nicht. Viele Gesellschaften verweigern die Leistung etwa, wenn eine Behinderung auf einer angeborenen Krankheit beruht. Je mehr Risiken ausgeschlossen sind, desto größere Lücken hat der Schutz. Finanztest hat die Policen Bedingung für Bedingung verglichen. Beste im Test: Die Kinderversicherung der R + V-Versicherungen. Sie zahlt bei einer Behinderung einmalig 12.000 Euro und eine Rente von 1.000 Euro monatlich. Die Bedingungen sind sehr gut und das Antragsformular gut. Noch dazu ist der Schutz nicht sehr teuer. Je nach Alter des Kindes sind 332 (ab 9 Jahre) bis 459 Euro (1 bis 3 Jahre) zu zahlen.

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