Öffentliche Hilfen für behinderte Kinder

Behörden, Bahn, Kranken- und Pflegekasse bieten Eltern Unterstützung bei der Pflege behinderter Kinder an.

Krankenkasse: Die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt Therapien und Hilfsmittel wie zum Beispiel Rollstühle. Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr können behinderte Kinder auch nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel vom Arzt verordnet bekommen und sind von Zuzahlungen befreit.

Gesetzliche Unfallversicherung: Verunglückt das Kind in der Schule oder im Kindergarten oder auf dem Weg dorthin, dann bezahlt die gesetzliche Unfallversicherung. Allerdings fließt erst Geld ab einem Grad der Behinderung von 20 Prozent.

Pflegekasse: Behinderte Kinder haben Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung, wenn der Vater oder die Mutter mindestens fünf Jahre Beiträge eingezahlt hat. Die Höhe der Leistung hängt davon ab, wie viel pflegerische Hilfe das Kind aufgrund seiner Behinderung benötigt. Bei kleinen Kindern wird nur der Zeitbedarf berücksichtigt, der über die Versorgung eines gleichaltrigen gesunden Kindes hinausgeht.

Wird das Kind von einem Angehörigen und nicht von einem Pflegedienst betreut, hat es Anspruch auf Pflegegeld. Die Pflegeversicherung bezahlt für den Angehörigen zudem die Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Unfallversicherung.

Sozialamt: Gibt es kein Geld von der Pflegeversicherung oder reicht es nicht aus, dann hilft manchmal das Sozialamt. Die Leistungen gleichen denen der Pflegekasse, sind aber Familien mit geringem Einkommen und Vermögen vorbehalten. Die Freibeträge sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Eine Rente aus einer Kinderinvaliditätsversicherung zählt zum Einkommen.

Familien unterstützender Dienst: Pflegende Angehörige können Hilfe durch Familien unterstützende Dienste in Anspruch nehmen, die von vielen freien Trägern angeboten werden. Die Kosten für die stundenweise Entlastung tragen die Pflegeversicherung oder der Sozialhilfeträger.

Frühförderung: Um bei kleinen Kindern die Nachteile einer Behinderung so gut wie möglich auszugleichen, gibt es die Frühförderung. Medizinisch-therapeutische Behandlungen wie Sprachtherapie bezahlt die Krankenkasse, heilpädagogische Förderung das Sozialamt.

Kindergarten: Die Kosten für den Besuch eines Sonderkindergartens trägt das Sozialamt, für einen integrativen Kindergarten müssen in manchen Bundesländern die Eltern bezahlen.

Schulbesuch: Kann ein behindertes Kind eine normale Schule besuchen, übernehmen die Sozialhilfeträger alle Kosten, die entstehen, um einen Schulbesuch am Wohnort zu ermöglichen, zum Beispiel für Zivildienstleistende oder für Fahrten mit Spezialbussen.

Wohnheim: Werden volljährige Behinderte in einem Wohnheim untergebracht, übernehmen die Sozialämter einen Teil der Kosten, den anderen muss der Heimbewohner abhängig von seinem Einkommen tragen. Unabhängig vom Einkommen oder Vermögen müssen die unterhaltspflichtigen Eltern 46 Euro im Monat zuzahlen.

Bahn: Ein behindertes Kind kann kostenlos mit vielen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, wenn es einen Schwerbehindertenausweis und eine Wertmarke für 60 Euro im Jahr hat. Ist eine ständige Begleitung nötig, darf diese kostenlos mitfahren. Den Ausweis gibt es bei den Versorgungsämtern ab einer Behinderung von 50 Prozent.

Kindergeld: Ist ein Mensch wegen einer Behinderung außerstande, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen, steht den Eltern unbegrenzt lange Kindergeld zu. Allerdings nur, wenn die Behinderung vor dem vollendeten 27. Lebensjahr eingetreten ist, ab 1. Januar 2007 gilt das vollendete 25. Lebensjahr.

Steuer: Wegen der außergewöhnlichen Belastungen, die ein Mensch aufgrund einer Behinderung hat, kann er – oder seine Eltern – einen Pauschbetrag bei der Einkommensteuer geltend machen. Außerdem sind die Kosten für Haushaltshilfen und Kinderbetreuung absetzbar.

Tipp: Einen Überblick gibt der Leitfaden „Mein Kind ist behindert – diese Hilfen gibt es“ vom Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte (BVKM). Er kann unter www.bvkm.de kostenlos heruntergeladen oder beim BVKM, Brehmstraße 5–7, 40239 Düsseldorf, Tel. 02 11/64 00 40, bestellt werden.

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