Kombiprodukte: Der Schutzbrief fürs Kind

Invaliditätsschutz alleine halten manche Versicherer offenbar für schwer verkäuflich. Doch ihre Paketangebote haben Mängel.

„Und wenn das Kind nicht invalide wird, dann ist das Geld weg.“ Diese Vorstellung schreckt sicher einige Eltern und Großeltern, die dem Nachwuchs etwas von bleibendem Wert schenken wollen. Einige Versicherer kombinieren deshalb den Risikoschutz einer Invaliditätsversicherung mit einer Rentenversicherung für das Kind.

Finanztest rät davon ab. Wer den Zinseszinseffekt nutzen will, um schon vom Kleinkindalter an Kapital aufzubauen, sollte das besser separat mit einem Sparplan oder mit Bundesschatzbriefen tun. Dann entfällt die hohe Abschlussprovision und das Geld ist bei Bedarf vor Ende der Laufzeit verfügbar.

Kombiangebote mit Rentenversicherung:

  • „Alt für Jung“ der Signal Iduna,
  • „Junior Aktiv“ der AachenMünchener,
  • „junior Basic“ der oeco capital,
  • „Biene Maja Junior- bzw. Enkel-Schutzbrief“ der Nürnberger.

Berufsunfähigkeitsschutz

Sinnvoller erscheint die Verbindung des Kinderinvaliditätsschutzes mit einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Diesen Teil des Vertrags können die jungen Erwachsenen später teilweise ­ohne erneute Gesundheitsprüfung weiterführen. Das Angebot ist interessant, weil viele als Erwachsene aufgrund ihres Berufs oder wegen Erkrankungen keinen Berufsunfähigkeitsschutz bekommen.

Leider ist in solchen Kombinationsverträgen die Invalidität im Kindesalter oft nicht ausreichend abgesichert. Die Hürde, um Leistungen zu bekommen, ist zu hoch. Die meisten Anbieter zahlen nur, wenn das Kind dauerhaft schulunfähig ist. Ein querschnittsgelähmtes Kind, das im Rollstuhl am Unterricht teilnimmt, erhielte keine Geld.

Der Versicherungsschutz kann meist erst im Schulalter abgeschlossen werden. Krankheiten, die vorher auftreten, sind damit nicht versicherbar.

Kombiangebote mit Berufs- oder mit Erwerbsunfähigkeitsschutz:

  • „Junior Pur“ der AachenMünchener,
  • Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen der Axa und der Deutschen Ärzte-Versicherung,
  • „junior Basic“ von oeco capital,
  • CosmosDirekt Kinderschutzplan
  • „Biene Maja Schüler-Schutzbrief“ der Nürnberger.

Schwere Krankheiten

Die Canada Life bietet für Kinder eine Grundfähigkeitsversicherung an. Auch hier ist die Hürde zu hoch, bis die Versicherung zahlt. Dem Kind müssen dauerhaft elementare Fertigkeiten fehlen wie die Fähigkeit zu sprechen oder die Hände zu gebrauchen oder es muss die Pflegestufe II oder III haben, was gerade bei kleinen Kindern äußerst selten vorkommt.

Als Alternative gibt es vom gleichen ­Anbieter eine „Schwere-Krankheiten-Vorsorge“. Sie macht die Leistung vom Eintritt bestimmter schwerer Schäden wie Krebs, Blindheit oder Querschnittslähmung abhängig. Bekommt das Kind eine Krankheit, die nicht auf der Liste steht, geht es leer aus.

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