Kinderinvaliditäts-Versicherung Test

Geld macht behinderte Kinder nicht wieder gesund. Aber es hilft, mit den Folgen zu leben. Finanziellen Schutz versprechen Kinderinvaliditätsversicherungen. Doch je nach Police ist die Leistung in zahlreichen Konstellationen ausgeschlossen und lauern im Antragsformular tückische Fallstricke. Finanztest hat 22 Policen untersucht. Vier Angebote sind „gut“. Mangelhaft war keine der Policen, aber sechs Mal gabs ein bescheidenes „ausreichend“. Auch die Preise sind höchst unterschiedlich. Sie reichen von 60 bis 471 Euro pro Jahr.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Kinder-Invaliditätsversicherung

Schutz in Raten

Die Versicherung zahlt im Falle eines Falles entweder eine lebenslange Rente von 1 000 Euro monatlich, eine je nach Schwere der Behinderung unterschiedlich hohe Abfindung oder Kombination aus beidem. Vorteil der Policen mit Rentenzahlung: Der Schutz gilt fürs ganze Leben, und gemeinsam mit den öffentlichen Leistungen für behinderte Kinder reichen 1 000 Euro meist aus, um für finanzielle Sicherheit zu sorgen. Ab einem Grad der Behinderung von 50 zahlt die Versicherung. Vorteil der Policen mit Kapitalabfindung: Die meisten Versicherungen zahlen bei einer Behinderung aufgrund von Unfall schon ab Invalidität von 1 Prozent, und auch bei Behinderung als Krankheitsfolge setzt der Versicherungsschutz oft früher ein als bei den Policen mit Rentenzahlung. Bei einer Invalidität von 50 Prozent zahlen sie eine Entschädigung zwischen 75 000 Euro und 100 000 Euro. Die Höchstleistung bei vollständiger Invalidität liegt zwischen 200 000 und 350 000 Euro.

Zahlungsstopp bei Besserung

Welcher Schutz besser ist, lässt sich letztlich erst immer im Nachhinein beurteilen. Eine Abfindung von 100 000 Euro reicht bei einem Finanzbedarf von 1 000 Euro pro Monat selbst bei zinsgünstiger Anlage nicht mal 10 Jahre lang. Bei Policen mit Rentenzahlung ist zu beachten: Die Versicherung stellt ihre Zahlungen wieder ein, wenn es dem versicherten Kind wieder besser geht und der Grad der Behinderung unter 50 sinkt. Das ist zum Beispiel bei Kindern mit Diabetes der Fall, wenn sie mit Insulin stabil eingestellt sind.

Schutz bei angeborenen Krankheiten

Eine wichtige Ursache von Invalidität schließen die meisten Versicherer aus. Entsteht eine Behinderung als Folge einer angeborenen Krankheit, zahlen nur Barmenia, DEVK, HUK-Coburg, R + V und Schweizer National. Auch bei diesen Versicherungen jedoch gilt: Ist eine Krankheit bei Vertragsschluss bereits bekannt, ist die Leistung ausgeschlossen. Frühest möglicher Zeitpunkt für den Vertragsschluss ist bei den meisten Versicherungen der erste Geburtstag des Kindes. Am besten sind insoweit Barmenia und Deutscher Ring. Bei ihnen ist der Schutz schon sechs Wochen nach der Geburt des Kindes zu haben.

[Update 23.11.2007] Neues Urteil des BGH: Der Ausschluss der Leistung für die Folgen angeborener Krankheiten ist unwirksam. Die Folge: Alle Versicherungen müssen in solchen Fällen zahlen. test.de liefert die Details.

Klauseln auf dem Prüfstand

Beim Vertragsschluss kann viel schief gehen. Ganz wichtig: Alle Fragen müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Wer beim Antrag schummelt, läuft Gefahr, im Ernstfall leer auszugehen. Manche Versicherung macht es ihren Kunden ziemlich schwer. Unbestimmte Fragen wie „Ist Ihr Kind völlig gesund?“ lassen sich kaum korrekt beantworten. Die Versicherung bekommt so die Chance, sich vor der Zahlung zu drücken. Folge im Finanztest-Vergleich: Fürs Antragsformular gibts ein „mangelhaft“. Noch wichtiger fürs Finanztest-Qualitätsurteil sind die Versicherungsbedingungen. Für Ausschlüsse gibts Minuspunkte. Großzügigere Leistungen, als die die Musterbedingungen des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft vorsehen, honoriert Finanztest mit besserer Bewertung. In dieser Disziplin sind R +V und Huk-Coburg Spitze. Ihre Bedingungen sind als einzige im Vergleich „gut“.

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