Kinder­hoch­stühle im Test Jeder zweite ist mangelhaft

Kinder­hoch­stühle im Test - Jeder zweite ist mangelhaft
© Stocksy United / H. Quach

Die Stiftung Warentest hat 20 Kinder­hoch­stühle getestet: 12 mitwachsende Treppen­hoch­stühle sowie 8 Hoch- und Klapp­stühle, unter anderem von Ikea, Hauck und Stokke. Bedenk­lich: Elf Stühle sind mangel­haft. Sieben enthalten zu viele Schad­stoffe, in vier anderen sitzt das Kind unsicher. Nur drei Modelle aus dem Hoch­stuhl-Test sind gut. Vier Modelle gibt es mit einer Baby­wippe, die sich auf dem Stuhl befestigen lässt. Diese Stühle haben wir mit und ohne Aufsatz geprüft (Preise: 21 bis 480 Euro).

Kinder­hoch­stühle im Test Testergebnisse für 20 Kinder­hoch­stühle 06/2018

Inhalt
Liste der 20 getesteten Produkte
Kinder­hoch­stühle 06/2018 - Treppen­hoch­stühle
  • Evomove Nomi Hauptbild
    Evomove Nomi
  • Geuther Tamino Hauptbild
    Geuther Tamino
  • Hauck Alpha + Hauptbild
    Hauck Alpha +
  • Herlag Tipp Topp Comfort IV Hauptbild
    Herlag Tipp Topp Comfort IV
  • Pinolino Philip Hauptbild
    Pinolino Philip
  • Roba Move Hauptbild
    Roba Move
  • Safety 1st Timba Hauptbild
    Safety 1st Timba
  • Stokke Tripp Trapp Hauptbild
    Stokke Tripp Trapp
Kinder­hoch­stühle 06/2018 - Treppen­hoch­stühle mit Babywippe
  • Evomove Nomi Hauptbild
    Evomove Nomi
  • Geuther Tamino Hauptbild
    Geuther Tamino
  • Hauck Alpha + Hauptbild
    Hauck Alpha +
  • Stokke Tripp Trapp Hauptbild
    Stokke Tripp Trapp
Kinder­hoch­stühle 06/2018 - Hoch­stühle und Klapps­tühle
  • Chicco Polly2Star Hauptbild
    Chicco Polly2Star
  • Fillikid Aron Hauptbild
    Fillikid Aron
  • Hauck Sit'n Relax Hauptbild
    Hauck Sit'n Relax
  • Ikea Antilop Hauptbild
    Ikea Antilop
  • Ikea Blåmes Hauptbild
    Ikea Blåmes
  • Joie Mimzy 360 Hauptbild
    Joie Mimzy 360
  • Peg Pérego Prima Pappa Zero3 Hauptbild
    Peg Pérego Prima Pappa Zero3
  • TecTake Hochstuhl mit Rollen Hauptbild
    TecTake Hochstuhl mit Rollen

Baby­hoch­stuhl oder ein Kinder­hoch­stuhl, der mitwächst?

Einfache Hoch- und Klapps­tühle passen für Kinder bis drei Jahre. Die von der Stiftung Warentest geprüften Modelle kosten zwischen 21 und 139 Euro und lassen sich teil­weise zusammenklappen. Treppen­hoch­stühle dagegen wachsen mit. Auf ihnen sitzen Kinder noch im Schul­alter ergono­misch korrekt. Allerdings sind sie teuer. Die getesteten Modelle kosten mit Zubehör bis zu 480 Euro.

Video: Kinder­hoch­stühle im Test

Probleme mit der Sicherheit oder zu viele Schad­stoffe: 11 von 20 geprüften Modellen aus dem Hoch­stuhl-Test der Stiftung Warentest wiesen schwerwiegende Mängel auf.

Zwei Hoch­stühle aus Holz liegen vorn

Zwei Testsieger schrammen mit einer Note von 1,6 knapp am Sehr gut vorbei. Ein weiteres Modelle schneidet ebenfalls gut ab. Es ist mit 85 Euro recht günstig. Neben fünf befriedigenden und einem ausreichenden Stuhl gab es allerdings elf mangelhafte Kinder­hoch­stühle im Test.

Das bietet der Hoch­stuhl-Test

Test­ergeb­nisse.
Die Tabelle der Stiftung Warentest zeigt Bewertungen für 20 Kinder­hoch­stühle, darunter 12 mitwachsende Treppen­hoch­stühle und 8 Hoch­stühle für Klein­kinder bis 3 Jahre (einige davon klapp­bar, die meisten mit Tisch). Prüf­punkte beim Hoch­stuhl-Test waren: Kindgerechte Gestaltung, Hand­habung, Halt­barkeit, Sicherheit und Schad­stoffe. Vier Hersteller bieten Baby­aufsätze an, die sich auf dem Stuhl befestigen lassen. Die Kombi-Hoch­stühle Evomove Nomi, Geuther Tamino, Hauck Alpha+ und Stokke Tripp Trapp haben wir daher mit und ohne Babywippe geprüft und bewertet. In der Tabelle stehen für sie je zwei test-Qualitäts­urteile.
Kauf­beratung.
Wir sagen, worauf Sie beim Kauf eines Kinder­hoch­stuhls achten sollten, welche Stühle für welches Alter geeignet sind, und wo einzelne Modelle Schwach­stellen haben.
Heft-Artikel.
Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie auch Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 6/2018.

Bedenk­liche Funde beim Hoch­stuhl-Test: Schad­stoffe in Sitz­pols­tern

Wenn Kinder anfangen, im Hoch­stuhl zu sitzen, stecken sie alles in den Mund. Sie lutschen an den Pols­tern und verteilen das Essen auf dem Tisch­chen, bevor sie es essen. Daher legt die Stiftung Warentest für Materialien, die für Kinder im Stuhl erreich­bar sind, dieselben strengen Grenz­werte für Schad­stoffe an wie für Klein­kinder­spielzeug.

  • In den Sitz­pols­tern von Herlag und Roba fanden wir sehr hohe Mengen Form­aldehyd. Es reizt Haut und Schleimhäute, kann Krebs sowie allergische Haut­re­aktionen auslösen.
  • Im Polster des Roba-Hoch­stuhls registrierten wir zudem sehr hohe Mengen Naph­thalin – genau wie im Chicco, Fillikid, Pinolino und TecTake. Der Schad­stoff kann vermutlich Krebs auslösen.
  • Das Polster von TecTake enthält darüber hinaus die Weichmacher DINP (Diisononyl­phthalat) und DEHP (Diethylhex­ylph­thalat). Vor allem DEHP kann die Frucht­barkeit beein­trächtigen, das Kind im Mutterleib schädigen.
  • Im Sitz­polster des Peg Pérego stellten wir hohe Mengen TDCPP fest – ein Flamm­schutz­mittel, das vermutlich Krebs erzeugen kann.

All diese Schad­stoffe haben in Kinder­möbeln nichts verloren. Besitzer eines stark mit Schad­stoffen belasteten Hoch­stuhls können inner­halb der Gewähr­leistungs­frist ihren Händler auffordern, den Mangel zu beheben. Die Frist gilt zwei Jahre ab Lieferung. Entfernen Sie, sofern möglich, belastete Sitz­polster, um dem Kind den Kontakt zu ersparen.

Unsichere Konstruktionen

Nicht nur Substanzen bergen Risiken, sondern auch Konstruktionen. Im Geuther Tamino können Kinder beide Beine durch eine Öffnung stecken und durch­rutschen. Bleiben sie mit dem Kopf hängen, ist das lebens­gefähr­lich. Hauck Alpha+ lässt so viel Platz zwischen Bügel und Sitz, dass Kinder problemlos aus dem Sitz klettern und herunter­fallen können. Der mitgelieferte Gurt wird nur mit einem Klett­verschluss an der Rückenlehne befestigt. Geschwister können ihn leicht lösen.

Erst ab dem achtem Monat hinein­setzen

Diverse Anbieter empfehlen ihre Sitze mit annähernd senkrechter Rückenlehne für Kinder ab sechs Monate. Wir raten, Kinder erst in einen solchen Hoch­stuhl zu setzen, wenn sie sich aus eigener Kraft auf dem Boden hinsetzen können. Das gelingt ihnen in der Regel ab einem Alter von acht Monaten. Vorher ist ihre Rückenmuskulatur zu schwach, um sich im Kinder­stuhl aufrecht zu halten. Zwischen dem fünften und achten Monat sollten sich die Kleinen in Hoch­stühlen nur kurze Zeit aufhalten, die Rückenlehne sollte maximal 45 Grad geneigt sein. Grund­sätzlich sind Hoch­stühle jedoch kein Lang­zeit-Thron für Kinder. Eltern sollten ihre Kleinen nur für die Zeit des Fütterns hinein­setzen. Schlafen sie im Stuhl ein, sollte Vater oder Mutter sie in ein Bett legen. Ausgenommen davon sind nur Hoch­stühle mit Liege­funk­tion, deren Rückenlehne sich nahezu flachlegen lässt. In diesen Modellen können auch Neugeborene für die Dauer einer Mahl­zeit liegen.

Kinder­hoch­stühle im Test Testergebnisse für 20 Kinder­hoch­stühle 06/2018

Vier Hoch­stühle mit Babywippe

Einige Hersteller von Treppen­hoch­stühlen bieten Babyschalen an, die sich auf dem Stuhl befestigen lassen. Wir haben vier dieser Stühle mit und ohne Aufsatz geprüft und bewertet: Evomove Nomi, Geuther Tamino, Hauck Alpha+ und Stokke Tripp Trapp. Die Babys können in den Wippen ab der Geburt auf Augen­höhe mit am Tisch liegen; Eltern haben sie während ihrer Mahl­zeiten im Blick. Ob die Babyschalen im Test über­zeugen, erfahren Sie, wenn Sie den Testbe­richt frei­schalten.

Nutzer­kommentare, die vor dem 23. Mai 2018 gepostet wurden, beziehen sich auf die Unter­suchung aus test 8/2007.

Kinder­hoch­stühle im Test Testergebnisse für 20 Kinder­hoch­stühle 06/2018

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96 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

FrankSch81 am 14.12.2021 um 19:29 Uhr
Safety First Timba

Dieser Stuhl ist extrem billig verarbeitet. Das gute Testergebnis ist für uns nicht nachvollziehbar. Das Holz ging bei uns beim Zusammenbauen kaputt, als die Schrauben angezogen wurden. Das Tablett ist wackelig. Der Stuhl kostet wenig und ist sein Geld nicht wert.

Profilbild Stiftung_Warentest am 12.07.2021 um 11:22 Uhr
Sicherheitsaspekt - Beweglichkeit

@netsloh: Vielen Dank für Ihre Anregungen. Wir werden diesen Aspekt im nächsten Test berücksichtigen. (StS/mk)

netsloh am 09.07.2021 um 21:56 Uhr
Sicherheit beim Nomi Hochstuhl

@Stiftung Warentest
Der Hersteller beschreibt die Rollen nicht als Komforteinrichtung, sondern als Sicherheitsmerkmal, damit der Stuhl beim Abstoßen vom Tisch nicht kippen kann. Den Tipp diese Sicherheitseinrichtung unbrauchbar zu machen, halte ich daher für gewagt. Ich gehe davon aus, dass die Größe der Ausleger auf die Rollen abgestimmt ist und ohne Rollen die Kippgefahr zu hoch wäre.
Dass ein Kind nicht unbeaufsichtigt im Stuhl bleiben soll, ist mir durchaus bewusst. Dieser Logik folgend können Sie auch zukünftig Gehhilfen bedenkenlos empfehlen. Die mögen zwar schneller sein, unser Sohn schafft aber auch mit dem Nomi 2 Meter in 10 Sekunden. Mit dem IKEA übrigens keinen cm. Ich gespannt wie schnell er in ein paar Monaten ist...
Ich stelle wiederholt fest: Bei Kritik an Ihren Tests wird grundsätzlich abgewiegelt. Besser wäre es sich selbst zu hinterfragen und den Testaufbau ggf. zukünftig zu ändern.

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.07.2021 um 15:00 Uhr
Sicherheit beim Nomi Hochstuhl

@netsloh: Der Nomi hatte an den beiden hinteren „Auslegern“ Rollen, die das Verschieben des Stuhles erleichtern. Dies kann ein Sicherheitsrisiko bergen, jedoch sind Eltern generell angehalten ein Kind nie unbeaufsichtigt im Kinderhochstuhl zu lassen.
Tipp: Vielleicht kann man die Rollen ja demontieren oder blockieren, wenn man ein sehr agiles Kind hat. (StS/mk)

netsloh am 07.07.2021 um 15:08 Uhr
Nomi Hochstuhl zu leicht beweglich!

Sehr geehrte Damen und Herren,
auf Basis des Tests haben wir den Nomi Hochstuhl von evomove angeschafft. In der Praxis stellen wir nun leider fest, dass der Hochstuhl durch das geringe Gewicht und die hinten angebrachten Rollen viel zu leicht beweglich ist. Unser aktuell knapp 8 Monate alter Junge schafft es schon jetzt durch Wippen im Stuhl ohne Probleme sich in kürzester Zeit durch den halben Raum zu bewegen. Das ist nicht nur nervig, sondern m.E. auch ein nicht zu verachtendes Sicherheitsrisiko, ähnlich einer Gehhilfe! Selbst der billige IKEA Hochstuhl, den wir bei meinen Eltern nutzen steht deutlich sicherer. Vom Stokke Tripp Trapp bei Freunden ganz zu schweigen. Sehr schade, dass dies beim "Testsieger" nicht aufgefallen ist, das hätte uns vor einer teuren Fehlinvestition bewahrt.
Freundliche Grüße