Kindergeld für über 18-jährige Einkunftsgrenze in der Übergangszeit

27.06.2002

Für Kinder über 18 Jahre gibt es auch in der Übergangszeit zwischen Schulab­schluss und Berufsausbildung Kindergeld, wenn diese Zeit höchstens vier Monate dauert. Dabei wird nicht auf volle Monate abgestellt, sondern taggenau berechnet. Daher erhielt ein Azubi kein Kindergeld, der am 11. Mai die Schule beendet hatte und am 1. Oktober die Ausbildung als Krankenpfleger begann.

Darüber hinaus wollte das Finanzamt sogar das Kindergeld für das komplette Jahr streichen, weil er in der Zwischenzeit mit einem Krankenhausjob rund 7 500 Euro verdient hatte und damit die Kindergeld-Höchstgrenze von 7 188 Euro überschritten hatte. Anders das Finanzgericht Düsseldorf: Wenn die Übergangszeit mehr als vier Monate dauert und deshalb kein Anspruch auf Kindergeld besteht, darf auch das in dieser Zeit verdiente Geld nicht angerechnet werden.

Tipp: Schließt sich der Bundesfinanzhof dieser Sichtweise an, brauchen Jugendliche, die in einer Übergangszeit zu viel verdienen, ihren Job nur über vier Monate hinaus zu verlängern, um das Kindergeld fürs übrige Jahr zu retten (BFH-Az. VII R 86/01).

27.06.2002
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