Kindergeld für erwachsene Kinder Meldung

Suchen Kinder lange nach einer Ausbildung, erhalten Eltern nur weiter Kindergeld, wenn sie handfeste Belege vorweisen.

Problem. Eltern müssen oft Jahre später einige tausend Euro Kindergeld für die Zeit zurückzahlen, in der ihr erwachsenes Kind einen Ausbildungsplatz gesucht hat. Klagen die Eltern dagegen, verlieren sie häufig. Sie wissen nicht, dass sie Nachweise liefern müssen, stellte kürzlich das Finanzgericht Baden-Württemberg fest.

Frist. Ist die Lücke zwischen zwei Ausbildungsabschnitten größer als vier Monate, genügt es nicht, dass das volljährige Kind für eine Ausbildung bereit ist. Nur wenn es sich aktiv um eine Ausbildung bewirbt, muss die Familienkasse Kindergeld zahlen.

Bewerbung. Es genügt auch nicht, nur eine Bewerbung zu schreiben und jahrelang in einer Firma in der Hoffnung auf einen Ausbildungsplatz zu jobben. Hat das Kind nach drei Monaten noch keine Zusage, muss es sich spätestens dann bei einem anderen Ausbildungsbetrieb bewerben. Ausnahmen gelten nur, wenn Bewerbungen nur zu festen Terminen möglich sind, wie bei einem Studium (Bundesfinanzhof, Az. III R 66/05).

Abbrecher. Das Kindergeld ist auch gefährdet, wenn das Kind bei der Arbeitsagentur nur allgemein als „ausbildungssuchend“ gemeldet ist. Die Familienkasse durfte das Kindergeld für einen Studienabbrecher streichen. Er wusste nicht, was er werden wollte, und hatte sich bewusst Zeit gelassen, um den richtigen Weg zu finden.

Tipp: Sammeln Sie für alle Monate der Suche Belege, die detailliert das Bemühen Ihres Kindes nachweisen. Dazu gehören auch Onlinebewerbungen, Suchanzeigen oder Absagen per E-Mail. Selbst telefonische Anfragen können ausreichen, wenn dokumentiert ist, mit welcher Firma oder Behörde wann telefoniert wurde. Bewahren Sie die Belege mehrere Jahre auf, falls die Familienkasse später nachfragt.

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