Kinder­geld ab 18 Special

Wenn der Nach­wuchs zum Beispiel auswärts studiert oder für ein Jahr ins Ausland gehen will, kann es richtig teuer werden. Auch für den voll­jährigen Nach­wuchs gewährt der Staat unter bestimmten Voraus­setzungen weiter Kinder­geld. Hier finden Sie alle Informationen rund ums das Thema „Steuern und Kinder ab 18“ sowie zum Unterhalt. Manche Zahlungen an Kinder, Expartner oder pflegebedürftige Angehörige lassen sich absetzen.

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SpecialKinder­geld ab 1828.01.2019
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Das Wichtigste in Kürze

Kinder­geld für junge Erwachsene – das müssen Sie wissen

Alle Infos. Alle Infos für die Steuererklärung finden Sie im großen Ratgeber Steuern von Finanztest. Die wichtigsten Fakten rund um das Kinder­geld für erwachsene Kinder und um den Unterhalt finden Sie hier im kostenlosen Special. Noch ausführ­lichere Informationen und auch Ausfüll­hinweise für die Steuererklärung erhalten Sie, wenn Sie die kosten­pflichtigen PDF frei­schalten.

Neue Frist. Für erwachsene Kinder muss Kinder­geld nach dem 18. Geburts­tag extra beantragt werden. Stellen Sie den Antrag recht­zeitig, denn seit 2018 bekommen Sie Kinder­geld nur noch maximal sechs Monate rück­wirkend.

Warte­zeiten. Beendet Ihr Kind demnächst die Schule und startet mit einer Ausbildung oder einem Studium? Beachten Sie die viermonatige Über­gangs­zeit. Maximal vier Monate dürfen zwischen zwei Ausbildungs­abschnitten, etwa dem Abitur und dem Studien­beginn liegen. Ansonsten zahlt die Familien­kasse nicht weiter.

In Ausbildung. Voraus­setzung für das Kinder­geld für den voll­jährigen Nach­wuchs ist das Absol­vieren einer Erst­ausbildung. Will Ihr Kind mehrere Schritte machen, um sein Berufs­ziel zu erreichen, klären Sie gegebenenfalls mit der Familien­kasse, ob das Berufs­ziel ihres Kindes als zweiaktiger Ausbildungs­gang anerkannt wird.

Ausbildungs­ende. Eltern steht das Kinder­geld bis zum fest­gelegten Ende der Ausbildung zu, auch wenn das Kind die Abschluss­prüfung schon vor diesem Ende bestanden hat.

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Kinder­geld trotz Warte­zeiten oder Arbeits­suche

Bis zum 18. Geburts­tag bekommen Eltern in der Regel problemlos Kinder­geld oder die Kinder­frei­beträge. Die Familien­kasse zahlt Kinder­geld bis einschließ­lich des Monats, in dem der 18. Geburts­tag liegt. Danach zahlt sie nur weiter, solange die erwachsenen Kinder studieren, eine Schul­ausbildung oder Lehre absol­vieren. Erst wenn die Ausbildung insgesamt abge­schlossen ist, stoppt die Förderung. Dies gilt auch, wenn ein Kind, wie bei einem dualen Studium, schon einen Berufs­abschluss in der Tasche hat. Endgültig Schluss ist aber mit dem 25. Lebens­jahr.

Wann es Kinder­geld gibt

Für Kinder bis 25 Jahre gibt es Kinder­geld, wenn sie eine Berufs­ausbildung wie Lehre, Schule, Studium absol­vieren oder sich zwischen zwei Ausbildungs­abschnitten befinden.

Kein Ausbildungs­platz? Die Familien­kassen müssen zahlen, wenn Kinder nach der Schule keinen Ausbildungs­platz finden. Voraus­setzung: Ihr Kind hat sich nicht nur punktuell, sondern vielfach und ernst­haft bei vielen Unternehmen um einen Platz bemüht. Eine Bewerbung pro Monat reicht nicht aus (BFH, Az. VI R 10/14). Notieren Sie Bewerbung und alle Vorstellungs­gespräche. Ohne Nach­weise kann die Familien­kasse das Kinder­geld streichen (BFH, Az. III R 66/05).

Arbeits­suchend? Kinder bis 21 Jahre, die ihre Ausbildung bereits abge­schlossen haben und nun auf Jobsuche sind, fördert die Familien­kasse ebenfalls, wenn sich Ihr Kind bei der Agentur für Arbeit als arbeits­suchend meldet. Tut es das, nehmen weder Familien­kassen noch Finanz­ämter weitere Prüfungen vor. Selbst wenn Ihr Kind bereits eine Einstellungs­zusage hat, sollte es sich für den Über­gang arbeits­suchend melden, um das Kinder­geld zu sichern. Die Arbeits­agentur ist verpflichtet, über die Meldung einen Nach­weis fürs Kinder­geld zu erteilen (BFH, Az. V R 22/15).

Praktika oder Au-pair. Wollen Schul­abgänger als Au-pair oder für ein Praktikum ins Ausland, gibt es Kinder­geld nur, wenn der Aufenthalt von einem Sprach­unter­richt mit mindestens zehn Wochen­stunden begleitet wird (BFH, Az. III R 3/16). Für ein Studium gilt diese Vorgabe nicht. Ein Student könne sich auch mit fünf Stunden Vorlesung pro Woche in Ausbildung befinden, da ein Studium nicht allein durch Vorlesungen geprägt sei (BFH, Az. III R 27/15).

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Förderung für Kinder in Ausbildung

Kinder werden nicht nur bis zu ihrer Voll­jährigkeit gefördert, auch ihre Erst­ausbildung wird unterstützt. Allerdings zahlen die Familien­kassen dann das Kinder­geld nicht mehr auto­matisch jeden Monat aus. Vielmehr wollen die sie für die Auszahlung einen Ausbildungs­nach­weis oder eine Bescheinigung der Hoch­schule sehen (§ 32 Abs. 4 Nr. 2a EStG). Jedes Jahr müssen Sie daher nach­weisen, dass die Ausbildung oder das Studium Ihre Kindes noch andauert und zwar immer spätestens im Oktober. Für studierende Kinder kann die Meldung auch online erfolgen. Den Nutzungs­code hierzu verschickt die Familien­kasse auto­matisch nach Ende der Schul­ausbildung des Kindes. Sind Lehre oder Studium vor dem 25. Geburts­tag beendet, gibt es auch kein Kinder­geld mehr.

Neu: Beantragen Sie recht­zeitig das Kinder­geld, denn seit 2018 bekommen Sie es nur noch maximal sechs Monate rück­wirkend.

Erst- oder Zweit­ausbildung?

Nur die Erst­ausbildung wird mit Kinder­geld gefördert. Faustformel: Wer sein Berufs­ziel noch nicht erreicht hat, sich aber ernst­haft darauf vorbereitet, absol­viert eine Erst­ausbildung als Teil einer mehraktigen Ausbildung (BFH, Az. V R 27/14). ­Dazu zählen alle Maßnahmen, die zum angestrebten Beruf führen, etwa Praktika. Auch ein Volontariat kann als Berufs­ausbildung durch­gehen, wenn es die Chance erhöht, den angestrebten Job zu erhalten. Selbst Studienwechsel oder -unter­brechung zählen.

Master­studium: Einen Zusammen­hang bejahen die Gerichte bei einem Master, der zeitlich und inhalt­lich auf den voran­gegangenen Studien­abschluss abge­stimmt ist (BFH, Az. VI R 9/15). Kein Kinder­geld gab es für einen Steuerfach­angestellten, der eine Zulassung als Steuerberater anstrebte (FG Saar­land, Az. 2 K 1290/16) und eine voll berufs­tätige Steuerfach­angestellte, die Betriebs­wirtin werden wollte (FG Münster, Az. 1 K 3050/16 Kg). Begründung: Die angestrebten Abschlüsse setzten eine mehr­jährige Berufs­tätig­keit voraus. Beide Kläger haben Revision einge­legt, sodass nun der BFH entscheiden muss ( Az. VI R 13/17; XI R 25/17).

Duales Studium: Kombiniert ein Studium Ausbildung und Praxis, bekommen Sie bis zum Ende Kinder­geld – egal, wie viel Ihr Kind nebenbei arbeitet (BFH, Az. III R 52/13).

Tipp: Finanziert sich Ihr Kind das Studium selber? In unserem Special Jobben im Studium erklären wir, welche Regeln für Minijob, Midijob, Werk­studium, Ferien­job und selbst­ständige Tätig­keiten gelten.

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Kinder­geld – tausend wichtige Details

Studiert Ihr Kind im Ausland, kann es weiter Kinder­geld geben. Dazu muss Ihr Nach­wuchs weiter in Deutsch­land gemeldet sein und die Semester­ferien über­wiegend bei Ihnen zu Hause verbringen (BFH, Az. II R 38/14).

Wann endet eine Ausbildung?

Die Familien­kasse zahlt regel­mäßig bis zum Ende der ersten Ausbildung bis maximal zum 25. Leben­jahr. Eltern erhalten für ihr Kind in Ausbildung normaler­weise so lange Kinder­geld, bis es die Abschluss­prüfung bestanden hat. Geht die Ausbildung danach plan­mäßig aber noch weiter, muss die Familien­kasse bis zum fest­gelegten Ende zahlen. Das hat der Bundes­finanzhof jüngst in einem Urteil klar­gestellt (BFH, Az. III R 19/16).

Wie viel darf mein Kind nebenbei arbeiten?

Nur ausnahms­weise darf die Arbeits­zeit mehr als 20 Wochen­stunden betragen, aber nicht länger als zwei Monate. Über die Dauer des Beschäftigungs­verhält­nisses muss die 20-Stunden-Grenze im Schnitt einge­halten sein (BMF-Schreiben vom 08.02.2016, Voll­jährige Kinder).

Zweit­ausbildung. Es kommt grund­sätzlich nicht darauf an, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Dritt­ausbildung handelt. Allerdings entfällt der Anspruch auf Kinder­geld, wenn Ihr Kind nach der Erst­ausbildung eine weitere Ausbildung absol­viert und daneben regel­mäßig mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet. Nur in diesen Fällen ist entscheidend, ob es sich um eine Erst- oder Zweit­ausbildung handelt.

Duales Studium. Bei einer Ausbildung parallel zum Studiumkann auch nach der Lehre weiterhin Anspruch auf Kinder­geld bestehen FG Münster, Az. 4 K 1914/14 Kg). Das Studium muss dazu Teil der Erst­ausbildung sein. In einem solchen Fall spielt es keine Rolle, wenn Ihr Kind mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet. Setzt allerdings ein berufs­begleitendes Studium voraus, dass der Student vorher mindestens ein Jahr berufs­tätig war, handelt es sich um einen Weiterbildungs­studien­gang und damit um eine Zweit­ausbildung. Arbeitet der Student dann während des Studiums mehr als 20 Stunden, besteht kein Anspruch auf Kinder­geld mehr (BFH, Az. III R 14/15).

Selbst verheiratete Kinder zählen noch

Sie haben für Ihr voll­jähriges Kind Anspruch auf Kinder­geld, auch wenn es verheiratet ist, sich aber in der Erst­ausbildung befindet und das 25. Lebens­jahr noch nicht voll­endet hat. Das hat der Bundes­finanzhof entschieden (BFH, Az. III R 22/13). Auf die Höhe der Einkünfte des Kindes und auf einen etwaigen Unter­halts­anspruch durch den Ehegatten kommt es nicht an.

Keine Alters­begrenzung bei Behin­derung

Für Kinder, die mit eine Behin­derung haben, gibt es Kinder­geld über das 25. Lebens­jahr hinaus – ohne Alters­begrenzung. Voraus­setzung ist, dass das Kind wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behin­derung außer­stande ist, sich selbst zu versorgen. Die Behin­derung muss vor Voll­endung des 25. Lebens­jahres einge­treten sein.

Mit Ausbildungs­frei­betrag Steuern sparen

Leben und studieren Ihre Kinder auswärts? Eltern bekommen in diesem Fall bis zu deren 25. Geburts­tag zusätzlich 924 Euro Ausbildungs­frei­betrag pro Jahr. Die Einkünfte Ihres Kindes spielen keine Rolle. Es muss nur ein Anspruch auf Kinder­geld bestehen.

Kein Kinder­geld? Setzen Sie Unterhalt ab

Eltern, die kein Kinder­geld mehr erhalten, ihren Nach­wuchs aber finanziell unterstützen, können bis zu 8 820 Euro plus Kranken- und Pflege­versicherungs­beiträge als außergewöhnliche Belastungen in ihrer Steuererklärung absetzen. Hat Ihr Kind eigene Einkünfte über 624 Euro, mindert der über­steigende Betrag den Höchst­betrag.

Beiträge zur Kranken­versicherung fürs Kind absetzen

Haben Sie Anspruch auf Kinder­geld und sind Versicherungs­nehmer? Dann können Sie die Beiträge zur Basis­absicherung Ihres Kindes und Beiträge für Wahl­leistungen oder eine Auslands­reisekranken­versicherung in der Steuererklärung abrechnen. War Ihr Kind Versicherungs­nehmer, kann es seine Beiträge, auch wenn Sie diese gezahlt haben, in seiner Steuererklärung selbst absetzen.

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Unterhalt absetzen

Wer Angehörige – etwa Kinder oder Eltern − unterstützt, weil diese finanziell nicht auf eigenen Beinen stehen, kann die Aufwendungen als außergewöhnliche Belastung absetzen. Seit 2015 gilt das auch für Leistungen an Bürger­kriegs­flücht­linge. Besonders häufig wird Unterhalt zwischen getrennten oder geschiedenen Ehe- oder Lebens­part­nern gezahlt. Ab dem ersten Tag des dauernden Getrennt­lebens kann ein Partner vom anderen Trennungs­unterhalt verlangen. Kann sich einer der beiden nach der Scheidung nicht selbst unterhalten – etwa weil er die Kinder betreut, eine Ausbildung absol­viert oder erkrankt ist – kann er nach­ehelichen Unterhalt fordern.

Diese Aufwendungen zählen als Unterhalt

Als Unterhalt zählen alle Aufwendungen zum Bestreiten der Lebens­führung wie Essen, Kleidung oder Wohnung. Die Unterstüt­zung kann in Geld oder Naturalien erfolgen. Dabei ist egal, ob die Zahlungen laufend oder einmalig erbracht werden. Da die Höhe der pro Jahr abzugs­fähigen Leistungen begrenzt ist, sollten Sie Ihre Zahlungen so verteilen, dass sie sich auch steuerlich voll auswirken.

Unterhalt und Expartner

Getrennt­lebende und Geschie­dene können zwischen zwei Varianten wählen, wie das Finanz­amt Unter­halts­zahlun­gen berück­sichtigen soll: über Real­splitting oder als außergewöhnliche Belastung.

Erste Möglich­keit: Das Real­splitting ermöglicht pro Jahr bis zu 13 805 Euro plus Basisbeiträge für Kranken- und Pflegever­sicherung des Expart­ners als Sonder­ausgabe geltend zu machen. Das setzt aber voraus, dass der Unter­haltsem­pfänger in der Europäischen Union, im Euro­päischen Wirt­schafts­raum, in Kanada, der Schweiz oder den USA lebt. Der Zahlende muss außerdem die Zustimmung seines Expart­ners einholen, denn das Real­splitting verpflichtet den Empfänger, den Unterhalt als sons­tige Einkünfte zu versteuern. Der Empfänger muss aber nur zustimmen, wenn der Zahlende im Gegen­zug garan­tiert, alle steuer­lichen und sozialrecht­lichen Nachteile auszugleichen, die sich durch den Unterhalt ergeben. Die Zustimmung kann in der Höhe begrenzt werden und wirkt solange, bis der Unterstützte sie widerruft.

Zweite Möglich­keit: Sie setzen den gezahlten Unterhalt als außergewöhnliche Belastung ab – 2018 bis zu einem Betrag von 9 000 Euro (2019: 9 168 Euro) zuzüglich eventuell über­nommener Kranken- und Pflege­versicherungs­beiträge. Dieser jähr­liche Höchst­betrag reduziert sich um ein Zwölftel für jeden Monat, in dem Sie die Voraus­setzungen für den Abzug nicht erfüllen. Die unterstützte Person muss die Unter­halts­leistungen weder versteuern noch eine Zustimmungs­erklärung abgeben. Aller­dings darf sie lediglich eigenes Vermögen im Wert von maximal 15 500 Euro besitzen. Ein selbst bewohntes angemessenes Haus zählt dabei nicht mit. Besitzt ein Gegen­stand einen heraus­ragenden persönlichen Wert, muss er ebenfalls nicht verkauft werden. Ansonsten muss der Empfänger über­steigen­des Vermögen zunächst selbst für seine Lebens­haltungs­kosten einsetzen.

Aufpassen müssen Unter­halts­zahler, wenn der unterstützte Expartner weitere Einkünfte oder Bezüge hat. Alles über 624 Euro im Jahr mindert den absetz­baren Höchst­betrag. Für viele Getrennte ist das Real­splitting wegen des höheren Abset­zungs­betrags die güns­tigere Option – zumindest wenn der Empfänger über Vermögen oder Bezüge und Einkünfte verfügt. Berechnen Sie die jeweils mögliche Steuerersparnis und vergleichen, bevor Sie sich für eine der beiden Varianten entscheiden. Beziehen Sie dabei einen im Real­splitting eventuell zu zahlenden Nachteils­ausgleich ein.

Unterhalt und Angehörige

Wenn Sie Eltern, Groß­eltern oder Enkel unterstützen, kommt ein Abzug von Unterhalt als außergewöhnliche Belastung in Betracht. Es gelten die gleichen Voraus­setzungen wie bei Ehegatten.

Unterhalt und Kinder

Wenn Sie Ihren voll­jährigen Kindern finanziell helfen, etwa weil diese auswärts studieren, können Sie Zahlungen bis zu 9 000 Euro (2019: 9168 Euro) als außergewöhnliche Belastung absetzen. Hinzu kommen die von Ihnen getragenen Basisbeiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung Ihres Kindes. Das gilt aber nur, wenn Sie für das unterstützte Kind weder Kinder­geld noch Kinder­frei­betrag erhalten.

Unterhalt und andere Personen

Bei Zahlungen an nicht unter­halts­berechtigte Personen handelt es sich grund­sätzlich um private Ausgaben. Die lassen sich nicht absetzen. Ausgenommen sind Paare in eheähnlicher Lebens­gemeinschaft, wenn das Amt einem Partner Sozial­leistungen wie Arbeits­losengeld II kürzt, weil sie einen gemein­samen Haushalt führen. Hat der Empfänger keinen Antrag auf Sozial­hilfe gestellt, weil er mit einer Ablehnung rechnete, zieht das Finanz­amt Unterhalt ohne Nach­weis vom zu versteuernden Einkommen ab. Ansonsten verlangt es in der Regel eine Bescheinigung der Arbeits­agentur.

Greifen Sie in Existenz­not geratenen, aber nicht unter­halts­berechtigten Verwandten finanziell unter die Arme, etwa Ihren Geschwistern, gilt das als besondere sitt­liche Verpflichtung. Angemessenen und notwendigen Unterhalt können Sie deshalb als außergewöhnliche Belastung abziehen. Das ­Finanz­amt prüft die wirt­schaftlichen Verhält­nisse des Empfängers aber streng.

Unterhalt und Geflüchtete

Sie helfen Bürger­kriegsflücht­lingen etwa aus Syrien? Sie können Ihre Ausgaben absetzen, wenn Sie sich gegenüber der Ausländerbehörde verpflichtet haben, sämtliche Unter­halts­kosten der geflüchteten Person zu über­nehmen. Das gilt aber nur, wenn der Geflüchtete eine Aufenthalts- oder Nieder­lassungs­erlaubnis besitzt (BMF-Schreiben vom 27.05.2015, Unter­halts­leistungen). Haben Sie Geflüchtete in Ihren Haushalt aufgenommen, brauchen Sie dem Finanz­amt gegen­über keine weiteren Nach­weise zu erbringen. Es geht davon aus, dass Ihnen in 2017 Aufwendungen von 8 820 Euro entstanden sind. Ersetzt ein gemeinnütziger Verein Ihre Kosten, können Sie allerdings entsprechend weniger absetzen.

Unter­halts­zahlungen – Beispiel­rechnungen

Ehegatten­unterhalt: Ex-Ehepartner können Unterhalt als außergewöhnliche Belastungen oder Sonder­ausgaben absetzen. Roman Lind zahlte 2018 seiner Exfrau Anna 15 000 Euro Unterhalt und 2 600 Euro für Basisbeiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung. Anna erzielte ­keine Einkünfte, Roman verdiente 99 600 Euro.

  • Vergleich. Roman setzt 16 405 Euro (13 805 Euro Höchst­betrag plus Versicherungs­beiträge) als Sonder­aus­gaben ab. Anna stimmt zu, den ­Unterhalt zu versteuern. Das Real­splitting führt bei Roman zur Entlastung von rund 7 268 Euro. Das sind 2 129 Euro mehr, als wenn er bis 11 600 Euro (9 000 Euro Höchst­betrag plus Versicherungs­beiträge) als außergewöhnliche Belastungen absetzt. Damit würde er nur 5 139 Euro Steuern und Soli sparen.
  • Haken. Romans Vorteil schmilzt aber weiter. Er muss Anna die finanziellen Nachteile ausgleichen, die ihr entstehen: Für 16 405 Euro Unterhalt muss sie 1 623 Euro Einkommensteuer und Soli zahlen. Dadurch sinkt Romans Vorteil auf knapp 506 Euro.

Einspruch einlegen

Der Bundes­finanzhof muss klären, ob auf einen Schlag gezahlter Unterhalt für mehrere Jahre zum Zeit­punkt der Zahlung eine außergewöhnliche Belastung darstellt oder auf kommende Jahre aufgeteilt werden muss (BFH, Az. VI R 35/16). Haben Sie 2017 Angehörigen Unterhalt im Voraus gezahlt, den das Finanz­amt nicht anerkennt, legen Sie Einspruch ein und verweisen auf das laufende Verfahren vor dem Bundes­finanzhof.

So planen Sie

Erhalten Sie Unterhalt von Ihrem Expartner und haben Ihre Zustimmung zum Real­splitting gegeben, gilt sie auch für Folge­jahre. Wollen Sie verhindern, dass der Unter­halts­zahler auch 2020 einen Sonder­ausgaben­abzug erhält, müssen Sie die Zustimmung gegen­über dem Finanz­amt 2019 widerrufen. Der Widerruf wird nämlich auch erst für das Folge­jahr wirk­sam. Setzt der Zahlende im Folge­jahr nur einen unter der Höchst­grenze liegenden Betrag im Real­splitting ab, zahlt Ihnen aber tatsäch­lich mehr, müssen Sie aufpassen: Ohne recht­zeitigen Widerruf versteuern Sie den Mehr­betrag bis zur Grenze von 13 805 Euro. Hat der Unter­halts­zahler keinen entsprechenden Sonder­ausgaben­abzug in Anspruch genommen, muss er Ihnen Ihre Steuerlast insoweit nicht ausgleichen. Sie tragen dann die Differenz selbst.

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